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Porzellanmanufaktur Meissen würdigt den Maler Heinz Werner mit einer Sonderausstellung

Porzellanmanufaktur Meissen würdigt den Maler Heinz Werner mit einer Sonderausstellung

"Ich bin schon immer ein Träumer. Meine Handschrift ist Verspieltheit, Fantasie und etwas Wirklichkeit", sagt Heinz Werner über sich. "Er hat die Porzellanmanufaktur Meissen ganz entscheidend in die Moderne geführt.

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Heinz Werner zur Eröffnung seiner Ausstellung. Hinten das Porzellanbild "Hochzeitspaar", rechts eine hingetupfte Schönheit.

Quelle: Dietrich Flechtner

Wirtschaftlich lebt sie maßgeblich von dem, was Professor Werner geschaffen hat", würdigt Geschäftsführer Christian Kurtzke den Künstler. So ist Träumen in diesem glücklichen Fall zur nützlichen Tätigkeit geworden. Die Leichtigkeit des Seins erzeugte keine Seifenblasen, sondern reale Produkte, an denen man seine Seele ergötzen und die man sogar verkaufen kann.

Eigentlich passt das Wort "real" nicht zu Werners Schöpfungen. "Nur real malen ist langweilig", erklärt er den Eröffnungsgästen seiner Ausstellung "Fantasie und Wirklichkeit" im "Haus Meissen" der Manufaktur. Er tupft, wischt, skizziert, lässt Farben blühen, überhöht an der einen Stelle, minimiert an anderer. Und immer sind es Frauen, denen er huldigt, ihrer erotischen Ausstrahlung, ihrem schmückenden Beiwerk, ihrem schelmischen Blick. Gelegentlich darf auch der Mann dabei sein wie beim Hochzeits- oder Liebespaar. Er erzähle Märchen für Erwachsene, meint ihr Schöpfer.

22 Bilder, ausgeführt als Aquarell, Pastell, in Öl oder Acrylmalerei und erst in diesem Jahr entstanden, sind jetzt in einer Sonderausstellung als Porzellan-Wandschmuck zu sehen. Die Manufaktur hat sich aus doppeltem Anlass ihres Altmeisters besonnen: Heinz Werner feiert im August seinen 85. Geburtstag und er konnte seine 70-jährige Bindung zur Porzellanmanufaktur begehen. 1943 trat er als Zeichenschüler in das Unternehmen ein, dem er rund 50 Jahre lang fest angehörte und dem er sich bis heute - trotz oder gerade wegen der kritisch beobachteten neuen Firmenphilosophie - eng verbunden fühlt.

Der gebürtige Coswiger und Ehrenbürger der Stadt Coswig wurde 1957 als Dekorgestalter berufen. Mit den Plastikern Peter Strang und Ludwig Zepner und zeitweise den Malern Rudi Stolle und Volkmar Bretschneider wirkte er in den 60er, 70er Jahren sehr erfolgreich im damaligen Kollektiv Künstlerische Entwicklung. Ab 1978 lehrte er auch als Honorarprofessor an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein. Von Werner stammen mehr als 100 Meissen-Dekore, darunter so berühmte wie "1001 Nacht", "Sommernachtstraum", "Jägerlatein" oder die "Blaue Orchidee auf Ast". Als Referenz an den langjährigen Entwerfer entsteht jetzt die neue Serie "Cosmopolitan Blue Orchid", bei der minimalistisch nur noch ein Ast zu sehen ist.

Für Heinz Werner war "Meissen" verbunden mit reichen Dekoren. Doch er weiß, "die Zeit hat sich geändert". Auch seine eigene Malerei wird reduzierter. Er übt sich in der Kunst des Weglassens, was den Bildern gut bekommt. Und er hat Humor, der nicht zuletzt in einer kleinen Serie in Schwarz-Weiß sichtbar wird. Übertragen aufs Porzellan wurden die Vorlagen von den Manufaktur-Malern. Ihrem künstlerischen Gespür zollt er großes Lob. Für sie und den Bestand der Manufaktur möchte er auch mit 85 aktiv sein.

An Ideen mangelt es ihm nicht, aber sie sollen nur auf Porzellan umgesetzt werden. Den neuen Kurs der Manufaktur sieht Werner heute weniger kritisch als zu Beginn. Um weltweit zu expandieren, müsse man eben kostbare Dinge in einer breiten Palette bieten. Auch Rosenthal habe Besteck und Gläser gefertigt, sagt Werner. Nur, dass die Schwerter auf allem erscheinen, was nichts mit Porzellan zu tun hat, gefällt ihm nicht. Und dass die ehemalige Chefdesignerin Sabine Wachs, einst seine beste Schülerin, gehen musste, "das war ein Fehler".

Ausstellung läuft bis September, 2. OG "Haus Meissen", geöffnet: tägl. 9-18 Uhr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.05.2013

Genia Bleier

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