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Porzellan-Manufaktur-Chef: „Aus heutiger Sicht kein Personalabbau“

Interview Porzellan-Manufaktur-Chef: „Aus heutiger Sicht kein Personalabbau“

Die Produkte der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen sollen in den nächsten Monaten genau unter die Lupe genommen werden, im zweiten Halbjahr 2016 erste Ergebnisse vorliegen. Auch wenn sich die Verluste auf Millionen belaufen - Entlassungen sind vorerst nicht geplant.

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Die Produkte der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen sollen in den nächsten Monaten genau unter die Lupe genommen werden, im zweiten Halbjahr 2016 erste Ergebnisse vorliegen.

Quelle: dpa

Meißen. Die Produkte der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen sollen in den nächsten Monaten genau unter die Lupe genommen werden, im zweiten Halbjahr 2016 erste Ergebnisse vorliegen. Das sagte Geschäftsführer Tillmann Blaschke im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn sich die Verluste auf Millionen belaufen - Entlassungen sind vorerst nicht geplant. Dafür soll es wieder Kurzarbeit geben.

Frage: Nach dem Rekordverlust im Jahr 2014 von 19,2 Millionen Euro - wie geht es weiter für die Porzellan-Manufaktur?

Wir werden unsere verschiedenen Produkte anschauen und fragen: Was passt zu Meissen? Wie laufen die Produkte am Markt? Womit verdienen wir Geld? Auch in der Organisation gibt es immer Dinge, die sich verbessern lassen. Wir haben im vergangenen Jahr schon mit organisatorischen Umbauten begonnen, das setzen wir in diesem Jahr fort. Nach dem ersten Halbjahr 2016 werden wir Genaueres sagen können. Wir wollen nicht alles neu machen, aber genau hinschauen. Ziel muss es sein, dass die Manufaktur auf Dauer ordentlich wirtschaftet.

Setzen Sie den begonnenen Sparkurs unter anderem mit Kurzarbeit fort? Ist ein Personalabbau geplant?

Es wird auch in diesem Jahr wieder zu Kurzarbeit in einzelnen Bereichen kommen. Es gibt einige Bereiche mit guter, andere mit geringerer Auslastung. Wir haben bereits im Vorjahr Kurzarbeit für maximal 90 Mitarbeiter beantragt. Eine Ausweitung ist vorerst nicht geplant, aber auch das prüfen wir. Aus heutiger Sicht bauen wir kein Personal ab.

Der Verkauf von Schmuck, Möbeln und Mode hat sich als Flop erwiesen. Rückt nun wieder das Porzellan in den Vordergrund?

Das Porzellan ist ja im Vordergrund, wir machen zwischen 85 und 90 Prozent des Umsatzes damit. Die neuen Geschäfte haben sich bislang nicht so stark entwickelt wie erhofft - deshalb auch die Probleme. Porzellan wird das Kerngeschäft bleiben.

Die Verluste der GmbH sind bekannt, der Abschluss für den Meissen-Konzern steht noch an. Ihre Erwartungen?

In Kürze wird der Abschluss vorliegen, wir erwarten da einen etwas höheren Umsatz und dass das Defizit dort nicht ganz so groß ausfällt. Der Umsatz wird für 2014 für den Konzern bei etwa 41 Millionen Euro liegen, der Jahresfehlbetrag bei etwa 11 Millionen Euro. Bei der Einzelgesellschaft ist die Beteiligung an der italienischen Tochter abgebildet - wenn ich da eine Abwertung vornehme, schlägt das bei der Einzelgesellschaft voll zu Buche.

Sind nach dem Verlust zusätzliche Steuergelder notwendig?

Nein.

Die Strategie des Ex-Geschäftsführers Christian Kurtzke, Meissen zu einem Luxuskonzern umbauen zu wollen, ist also gescheitert?

Der Umstand, dass wir in dem Maße Bilanzkorrekturen vornehmen mussten, bestätigt natürlich, dass es nicht so gelaufen ist wie geplant.

ZUR PERSON:  Der Volkswirt und Unternehmensberater Tillmann Blaschke ist seit November 2014 Geschäftsführer der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH. Ihm soll ein zweiter Geschäftsführer zur Seite gestellt werden, nach dem derzeit gesucht wird. Aktuell beschäftigt die Porzellan-Manufaktur Meissen rund 670 Mitarbeiter - inklusive Auszubildende.

dpa

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