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Polinnen erzählen über Erlebnisse in der NS-Zeit

Polinnen erzählen über Erlebnisse in der NS-Zeit

Drei Polinnen, die den Nationalsozialismus überlebt haben, waren gestern zu Gast im Coswiger Gymnasium. Dort erzählten sie rund 60 Elftklässlern von ihren Erlebnissen während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

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Die 1938 geborene Alodia Witaszek-Napierala erzählte gestern im Coswiger Gymnasium über ihren ermordeten Vater, ihre Erlebnisse im Kinder-Konzentrationslager der Nationalsozialisten in Lodz. Die Polin war von Mutter und Geschwistern getrennt worden. Da sie dem arischen Ideal der Nazis entsprach, wurde sie als "Alice" bei einer Pflegemutter zur Deutschen erzogen - und überlebte.

Quelle: Martin Förster

Coswig. Schüler hatten anschließend Gelegenheit, Fragen zu stellen. "Solche Treffen wird es leider nicht mehr lange geben, da viele Zeitzeugen von damals sehr alt sind", betont Geschichtslehrerin Angelika Frenzel die Bedeutung dieser Runde. Das Projekt wird einmal im Jahr für alle Schüler der elften Klassenstufe angeboten. Die Reihe werde über das Kultusministerium organisiert, die Maximilian-Kolbe-Stiftung unterstützt den Austausch. Die katholische Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die Versöhnungsarbeit in Europa zu stärken.

Daher ist gestern auch Alodia Witaszek-Napierala nach Coswig gekommen. Ihr Vater, ein Arzt, war 1943 von den Nazis hingerichtet worden. Er war im Widerstand aktiv. Die Polin wurde von ihrer Mutter getrennt und erlebte die Schrecken im Kinder-Konzentrationslager von Lodz. Dort hausten Kinder von zwei bis 16 Jahren. Allein, ohne Eltern. Sie besaßen nur, was sie anhatten, bekamen pro Tag eine Scheibe Brot. Viele Kinder wurden krank und starben. Andere begingen Selbstmord, stürzten sich in die elektrischen Lagerzäune. Die blonde Polin überlebte, weil sie dem arischen Ideal der Nazis entsprach. Sie wurde bei einer Pflegemutter zur "Deutschen" erzogen. Erst nach dem Krieg fand sie zu ihrer Familie zurück.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.09.2012

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