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Poker um Karl-May-Nachlass ist neu eröffnet

Poker um Karl-May-Nachlass ist neu eröffnet

Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum des Karl-May-Verlags Bamberg-Radebeul finden trotz des Tods des früheren Geschäftsführers Lothar Schmid wie geplant im Juli statt.

Dies sagte dessen Sohn und Nachfolger, Bernhard Schmid, gestern auf Anfrage der DNN. Ob es demnächst auch neue Gespräche zum literarischen Nachlass des Schriftstellers aus dem Erbe Schmids geben wird, ließ Verlagschef Bernhard Schmid jedoch offen. "Derzeit gibt es von mir dazu noch keine Silbe zu sagen", erklärte er. Lothar Schmid war am Sonnabend kurz nach seinem 85. Geburtstag gestorben.

Zuletzt fanden 2008 Verhandlungen zwischen dem Land Sachsen und dem aus Radebeul stammenden Eigentümer der Sammlung statt. Lothar Schmid hatte das sächsische Angebot über 3,5 Millionen Euro abgelehnt, forderte 15 Millionen Euro. Ein Gutachten hätte diesen Wert bestätigt. Der Freistaat hielt dagegen und verwies auf Gutachten über jeweils eine und sieben Millionen Euro. Das Geschäft kam nicht zustande.

Thomas Bürger, Generaldirektor der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek hatte den Nachlass besichtigt. Er schätzt, dass dieser etwa ein Fünftel aller einstigen Manuskripte umfasst - rund 10000 Seiten des Spätwerkes. Ein Manuskript von "Winnetou IV" sei darunter, auch viele Postkarten, Briefe, Illustrationen. "Es wäre schön, wenn man diese Sammlung hier dauerhaft und als ganzes aufbewahren könnte", so Bürger. 15 Millionen Euro als Kaufpreis hält er aber keinesfalls für angemessen.

In der Vergangenheit war teils die Rede davon, womöglich Teile zu verkaufen. Die Sammlung kann aber zumindest nicht mehr an Investoren im Ausland verkauft werden, weil sie auf der Liste zum Schutz deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung ins Ausland steht.

Wie Bürger hofft auch René Wagner, der Direktor des Karl-May-Museums, darauf, dass nach "einer gewissen Zeit" wieder Gespräche mit dem Bamberger Verlag über den Nachlass in Gang kommen. Aus dem Umfeld der Karl-May-Stiftung hieß es vor ein paar Wochen, dass man mit den Erben Schmids eher über eine Rückgabe des Nachlass reden könnte. Der heute fränkische Verlag, der nach eigenen Angaben bisher 92 Karl-May-Bände veröffentlicht hat, war 1913 von dem Radebeuler Juristen und Karl-May-Verehrer Euchar Albrecht Schmid gegründet worden. In das selbe Jahr fiel auch die Gründung der von Karl May verfügten Stiftung zur Unterstützung in Not geratener Schriftsteller, Journalisten und Redakteure und die Förderung von mittellosen Talenten. May hatte bereits zu Lebzeiten seine zweite Frau Klara als Universalerbin seines Nachlass eingesetzt. Nach dem Tod seiner Frau sollte dieser der May-Stiftung zufallen.

Infolge des Zweiten Weltkriegs siedelte das Verlagsunternehmen nach Bamberg über. Zusammen mit seinen beiden Brüdern führte Lothar Schmid 1951 die Verhandlungen mit der DDR-Regierung über die Rechte und das Vermögen des Verlags. Die damalige DDR-Regierung willigte ein, die Rechte der erst noch verpönten Karl-May-Werke gegen das Vermögen der May-Stiftung abzutreten.

Die Stiftung sieht sich aber selbst außer Stande, über eine Rückkehr der Original-Schriften aus Bamberg zu verhandeln. "Wir verfügen derzeit nicht über das Geld", betont Wagner. Hier sei der Freistaat gefragt. Gegenwärtig lotet die Stiftung noch Finanzierungsquellen aus, mit deren Hilfe das Karl-May-Museum für fast fünf Millionen Euro bis 2015 umgestaltet und erweitert werden soll. Zudem hat die Stiftung noch eine große Last zu tragen. 1995 hatte sie für den Rückkauf von Exponaten 3,5 Millionen D-Mark an den Privat-Eigentümer aus Bamberg bezahlt. Freistaat und Bund waren beteiligt. Von "diesem Kraftakt" habe sich die Stiftung noch nicht erholt, so Wagner. Bis dato wurden schon eine Million Euro an Zinsen zurückgezahlt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.05.2013

Stephan Klingbeil

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