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Plan für Siedlung am Schulweg steht – Ersatz für Sörnewitzer Bolzplatz gesucht

Coswig Plan für Siedlung am Schulweg steht – Ersatz für Sörnewitzer Bolzplatz gesucht

Weil am Schulweg im Coswiger Ortsteil Sörnewitz ein Baugebiet entsteht, sucht das Rathaus für einen neuen Standport für das dort gelegene Freizeitzentrum. Einen Ersatz hatte OB Frank Neupold den Sörnewitzern versprochen. Um mit der Suche voranzukommen, hat er nun einen Arbeitskreis gegründet.

Das Freizeitzentrum Sörnewitz muss einem Siedlungsgebiet weichen.

Quelle: Uwe Hofmann

Coswig. „Ich stehe bei den Sörnewitzern in der Schuld“, sagt Coswigs Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos). Schließlich habe er nur „eine von zwei Hausaufgaben“ erledigt, die er sich nach langer, teils hitziger Debatte um ein neues Wohngebiet am Schulweg auferlegt hatte: Bei den 13 neuen Einfamilienhäusern, die nach aktueller Planung auf dem Areal vorgesehen sind, wird auf etwa 600 Quadratmetern auch ein kleiner Spielplatz entstehen. Eine zündende Idee, wie für das Freizeitzentrum Sörnewitz, das dem Siedlungsgebeit geopfert wird, im oder nahe dem Coswiger Ortsteil Sörnewitz Ersatz geschaffen werden kann, hat Neupold dagegen auch nach zwei Jahren intensiver Suche nicht.

„Es kann ja nicht so schwer sein, einen Platz zu finden“, meint OB Neupold trotz der bisher wenig ergiebigen Bemühungen. Ein Arbeitskreis soll nun Ergebnisse bei der Standortsuche liefern. „Ein relativ hoher Betrag“, 75 000 Euro, sei im Haushalt als Eigenmittel-Anteil für den Bolzplatz-Neubau eingestellt. „Es wäre möglich, dieses Geld auch für das Straßenbauprogramm zu verwenden“, meint Neupold über den möglichen Segen weiterer Verzögerungen beim Sportplatzbau. Grundsätzlich stehe das Geld aber zur Verfügung. „Dieser Platz sollte gefunden sein, bevor wir mit größeren Maßnahmen begonnen haben“, meint der Oberbürgermeister zum Zeitplan. Allzuviel Zeit sollte sich der neue Arbeitskreis daher nicht lassen.

Denn nach einer langen Planungsphase, bei der das Projekt nicht nur einmal zu scheitern drohte, scheint man nun einen belastbaren Plan gefunden haben. Probleme gab es bis zuletzt, weil das Siedlungsgebiet im Außenbereich liegt, in dem Wohnungsbau eigentlich nicht gestattet ist. Die naturschutzrechtlichen Auflagen, insbesondere die Forderungen nach Ausgleich für Eingriffe in die Umwelt, sind entsprechend hoch. „Das Thema war schon mal auf der Kippe, weil die Einnahmen am Schulweg die Ausgaben nicht deckten“, sagt OB Neupold. Jetzt habe man einen Weg gefunden, bei dem am Ende wenigstens eine schwarze Null bilanziert werden könne. So kauft die Stadt eine Streuobstwiese im Gebiet und wird auf drei weiteren Flächen im Stadtgebiet sogenannte Ausgleichsmaßnahmen beauftragen. Mit der Idee, diese Maßnahmen auf die Grundstückskäufer abzuwälzen, sei man baden gegangen, informiert Bauamtsleiter Wolfgang Weimann.

Ein anderes Problem hatte er schon vor Monaten aus dem Weg geräumt. Im Gebiet müssen für ein Extremhochwasser Vorkehrungen getroffen sein. Damit ist eine Flut gemeint, wie sie statistisch alle 200 Jahre (HQ 200) vorkommen soll, ein Hochwasserereignis, das noch niemand erlebt habe und für das es nur Berechnungen und keine Erfahrungswerte gebe, wie Weimann sagt. Diesen Rechenmodellen zufolge würde im HQ-200-Fall das Wasser an manchen Stellen einen halben Meter hoch im Bereich der Wohnbebauung stehen, weshalb sich zur Flutschadensverhinderung ohne größeren Aufwand bauliche Lösungen finden lassen.

Wichtige Einwände hatte zuletzt die Polizei vorgebracht. An der Elbgaustraße, die zum Teil vom Bebauungsplan eingeschlossen ist, solle ein Fußweg entstehen. Diesem Wunsch wird entsprochen, die Straße wird anders als bisher geplant grundhaft ausgebaut, bekommt auf einer Seite einen Fußweg und auch die Bushaltestelle soll sicherer werden.

Das ist auch ein Grund, warum Coswig an der Ansiedlung festhält, auch wenn sich damit zunächst wenig oder kein Gewinn erzielen lässt. Über den Bebauungsplan werden eine Reihe von Defiziten bereinigt, die es in Sörnewitz gibt. Das meint zum einen der bauliche Zustand der Elbgaustraße, vor allem aber den Mangel an Parkplätzen im Ort, unter dem vor allem das Veranstaltungshaus Handwerkerhof leidet. Am Schulweg wird nun eine Parkfläche entstehen, die das Ortszentrum entlasten soll. „Die Entwicklung in dem Karree ist mir die Verschiebung des Bolzplatzes wert“, sagt OB Neupold deswegen und kommt mit diesen Worten auf das einzige noch ungelöste Problem zurück. Gesucht wird ein Ersatz für einen Fußball- und Basketballplatz, außerdem gehören eine Kegelanlage und eine Grillecke zum jetzigen Freizeitzentrum, das bisher jedem Besucher offen steht. Nach dem Willen der Stadt soll es am neuen Standort einen Betreiber geben, der auf Schließzeiten und Ordnung achtet. Stimmen die Gegebenheiten, würde diese Aufgabe der Verein Motor Sörnewitz übernehmen, sagt OB Neupold.

Von Uwe Hofmann

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