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Pirnas Kultureinrichtungen erwachen nach dem Hochwasser wieder

Pirnas Kultureinrichtungen erwachen nach dem Hochwasser wieder

"Drei Tage haben wir geputzt", berichtet Bibliotheksleiterin Gaby Langmann. Nun können Leseratten wieder nach Lesestoff in der Stadtbibliothek suchen.

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Bibliotheksleiterin Gaby Langmann zeigt, wie hoch das Wasser im Erdgeschoss der Stadtbibliothek stand. Nun gibt es Überlegungen, den Empfangsbereich eine Etage höher zu verlegen und die Halle künftig anders zu nutzen.

Quelle: Silvio Kuhnert

Der Schlamm ist weg. Seit gestern hat die Bücherei wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Vorerst war nur die Verlängerung von Büchern, Filmen und Musik möglich. Wenn der Strom wieder da ist, kann auch Nachschub zum Schmökern ausgeliehen werden. Licht und Computer könnten bereits heute schon in Betrieb sein, so Langmann.

120 245 Besucher zählte die Bibo an der Dohnaischen Straße im vergangenen Jahr. Das war Rekord seit der Eröffnung des Hauses im Jahr 1999. Die Nutzer kommen allerdings nicht mehr durch die große Eingangspforte in das Gebäude. Für sie steht der Seiteneingang im Zollhof offen. "Für die Kunden gibt es fast keine Einschränkungen", sagt Langmann. Allerdings ist das Bibliotheksgebäude mit Rollstuhl zurzeit nicht erreichbar. "Die Barrierefreiheit ist nicht gegeben", bedauert Langmann.

Die Elbe hat das Erdgeschoss samt Gotischem Saal überflutet. Elektriker waren gestern dabei, den Bereich vom Stromnetz abzuklemmen und die oberen Etagen an ein separates Netz anzuschließen. Der große Eingangsbereich muss erst einmal trocknen. Die Sandsteinmauern haben sich mit Wasser vollgesaugt. Langmann sieht es gelassen. "Das Haus steht seit mehreren Jahrhunderten. Der Sandstein nimmt das Wasser auf und gibt es auch wieder her", meint sie. Nach dem Augusthochwasser 2002 sah sie auch die Buchbestände in der darüber liegenden Etage bedroht. Denn die Nässe wäre beinah die Sandsteinwände bis ins Obergeschoss hinaufgekrochen. "Die Gefahr besteht jetzt nicht", ist die Bibliothekarin erleichtert. So hoch standen die Fluten dieses Mal nicht.

Das Inventar im Erdgeschoss blieb unversehrt. Nach der Erfahrung von 2002 wurde eine Theke bestehend aus drei Modulen eingebaut. "Wir können sie problemlos auseinanderbauen", berichtet Langmann. Als die Hochwasserwarnung kam, war noch genügend Zeit gegeben, alle Möbel in Sicherheit zu bringen. Ob sie in der Halle allerdings wieder aufgebaut werden, ist fraglich. Die Bibliothek soll sich künftig nur noch in den oberen Etagen befinden, so auch der Empfangsbereich mit dem großen Tresen, damit die Elbe weniger Schaden anrichten kann. Denn Heizung und Parkett wurden im Erdgeschoss zerstört. An den Wänden kommen derweil wieder alte Farbschichten zum Vorschein. Bereits die Flut vor elf Jahren hat einen lateinischen Schriftzug frei gespült. "Es ist ein alter Schutzspruch", berichtet Langmann.

Der Empfangstresen im Stadtmuseum ist ebenfalls gerettet. Auch hier konnte das Mobiliar rechtzeitig an trockene Orte gebracht werden. "88 Zentimeter stand das Wasser hier hoch", berichtet Museumsleiter René Misterek. Im tiefer liegenden Kapitelsaal stand es wesentlich höher, und zwar 2,33 Meter. Gelitten haben hier neben dem Mauerwerk vor allem die Grabsteine. Hier müssen Restauratoren ans Werk. Rund 15 000 Euro wird die Beseitigung der Hochwasserschäden an den Skulpturen und Platten kosten. Die Schäden sind jedoch nicht so gravierend wie 2002. "Damals hatten wir ein großes Ölproblem", erinnert sich Misterek. Das Hydrauliköl des Fahrstuhls war ausgelaufen. Nun hält der Lift immer oben, wenn er außer Betrieb genommen wird.

Während im Museum die Hochwasserschäden registriert werden, blicken die Mitarbeiter bereits nach vorn. Zwar sind das Sommerrefektorium und der Kapitelsaal bis auf weiteres geschlossen, die Ausstellungsräume zur Stadtgeschichte und der Sonderausstellung über die Geschichte des Schlossplateaus sind von der Elbeflut unberührt geblieben und werden ab Ende Juli an den Wochenenden wieder fürs Publikum geöffnet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.06.2013

Silvio Kuhnert

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