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Pirnas Baubürgermeister Christian Flörke mit Kassensturz nach der Katastrophe

Pirnas Baubürgermeister Christian Flörke mit Kassensturz nach der Katastrophe

Das Juni-Hochwasser hat in Pirna einen Schaden von reichlich 68,6 Millionen Euro verursacht. Die Stadtverwaltung hat eine Stabsstelle "Wiederaufbau 2013" ins Leben gerufen, die Baubürgermeister Christian Flörke (parteilos) koordiniert.

Pirna.

Im DNN-Interview berichtet er, wo die Elbestadt anpacken muss und wie lange der Wiederaufbau dauern wird.

Frage: Herr Flörke, die erste Schadensbilanz des Juni-Hochwassers liegt vor. Was hat die Elbe in Pirna angerichtet?

Christian Flörke: In Pirna lag der Höchststand der Elbe um zirka 70 bis 75 Zentimeter unter der Flutkatastrophe von 2002. Der Pegel betrug zwischen 9,38 und 9,88 Metern. Nach der ersten Schätzung verursachten die Fluten Schäden von 68,6 Millionen Euro im Stadtgebiet, sowohl im kommunalen als auch im privaten Bereich.

Wo sind die größten Schäden entstanden?

Da rund tausend Häuser durch die Flut in Mitleidenschaft gezogen wurden, haben wir bei Wohngebäuden einschließlich der Wohnungsgenossenschaften und der städtischen Wohnungsgesellschaft WGP den größten Schadensanteil zu verzeichnen. Die Gebäudeschäden machen 50,3 Prozent bzw. zirka 34,5 Millionen Euro der Gesamtschadenssumme aus.

Wie hart hat das Hochwasser die öffentlichen Einrichtungen getroffen?

Wir haben bei Straßen und Brücken Schäden in Höhe von knapp 8,5 Millionen Euro zu beklagen. Besonders gelitten haben die Dohnaische Straße, die Gartenstraße und die Siegfried-Rädel-Straße. Bei der Holzbrücke über die Gottleuba am Elberadweg kommen wir an einem Ersatzneubau nicht vorbei. Allein die neue Brücke schlägt mit rund 1,1 Millionen Euro zu Buche.

Wie sieht es bei Kitas und Schulen aus?

Hier gehen wir derzeit von Investitionen für den Wiederaufbau von 2,5 Millionen Euro aus. Umfassende Reparaturen und Instandsetzungen sind in der Kita "Evangelisches Kinderhaus", in der Goethe-Mittelschule und deren Turnhalle sowie in der Turnhalle Siegfried-Rädel-Straße notwendig. Die Kita "Spieloase" ist total zerstört. Der Verein Elterninitiative, der die Einrichtung betreibt, möchte an den Standort Oberer Platz in Copitz nicht mehr zurückkehren. Wir suchen nun nach einem neuen Grundstück für einen Neubau.

An Sport- und Vereinsgebäuden sowie Sportplätzen und anderer öffentlicher Infrastruktur sind Schäden von über 3,5 Millionen Euro zu verzeichnen. Gibt es bereits eine Schätzung, wie sehr das Hochwasser die Wirtschaft in Pirna belastet?

Bislang haben 450 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und der freien Berufe eine Soforthilfe abgeholt. Die Zahl der Händler, Gastronomen und Handwerker, die diese finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen, wächst weiter. Wir gehen von rund 500 vom Hochwasser betroffenen Unternehmen aus. Wer durch die Straßen und Gassen geht, sieht, dass Handel und Gastronomie bis auf das Hüttendorf auf dem Marktplatz momentan nicht möglich sind. Die Schäden in der Privatwirtschaft schätzen wir auf 7,5 Millionen Euro.

Für den Wiederaufbau hoffen Sie auf eine 90-prozentige Förderung aus dem Hilfspaket von Bund und Ländern. Kann die Stadt die zehn Prozent Eigenanteil aufbringen?

Wir müssen schauen, ob wir im aktuellen Doppelhaushalt für 2013/14 Veränderungen vornehmen können, um Mittel freizubekommen. Und andererseits müssen wir mit den Stadträten über einen Nachtragshaushalt nachdenken. Der erste Schritt allerdings ist, dass wir bis Ende Juni einen Kassensturz vornehmen, um zu sehen, wo wir bei Einnahmen und Ausgaben stehen und welche Projekte wir gegebenenfalls nach hinten verschieben müssen.

Die begonnen Investitionen werden fortgeführt. Was ist mit den anstehenden Vorhaben wie die Sanierung der Stadtbrücke und dem Kreisel auf der Zehistaer Straße, müssen sie verschoben werden?

Wir gehen davon aus, dass wir die laufenden größeren Maßnahmen, insbesondere auch die, für die bereits Fördermittel bewilligt wurden, regulär fortsetzen.

Wie lange wird der Wiederaufbau dauern?

Aus den Erfahrungen von 2002 wissen wir, dass der Wiederaufbau uns alle noch mindestens zwei Jahre beschäftigen wird.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.06.2013

Silvio Kuhnert

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