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Pirnaer haben für spätbarocke Fassadenmalerei votiert

Fassadengestaltung Breite Straße 2 Pirnaer haben für spätbarocke Fassadenmalerei votiert

Rund 200 Pirnaer haben sich an der Umfrage zur künftigen Fassadengestaltung an der Breiten Straße 2 beteiligt. Die Mehrheit sprach sich für die spätbarocke Farbgebung um 1760 aus, wie die Stadt auf dem Richtfest mitteilte. Dort wurde auch gesagt, was mit den maroden Nachbarhäusern passieren soll.

Bei der Umfrage zur Fassadengestaltung der Breiten Straße 2 hat sich die überwiegende Mehrheit der Pirnaer für die spätbarocke illusionistische Fassung um 1760 entschieden.

Quelle: Stadt Pirna

Pirna. Mit mehreren kräftigen Hammerschlägen versank der Nagel im Dachstuhl der alten Posthalterei in Pirna. Es war der symbolisch letzte Akt an der Holzkonstruktion und nur noch ein kleines offenes Loch klafft im Dach des historischen Baus an der Ecke Breite Straße/Bundesstraße in Pirna. Der überwiegende Teil strahlt bereits im kräftigen Rot der neuen Ziegel. Seit Donnerstag wehen die bunten Bänder des Richtkranzes auf der Innenhofseite über dem Gebäudeensemble. An der Breiten Straße 2 wurde nach nicht einmal einem Jahr Bauzeit Richtfest gefeiert.

Anfang Juni 2015 begann die Sanierung des markanten Gebäudes, das bereits Canaletto in der Mitte des 18. Jahrhunderts malte. Jahrelang war es dem Verfall preisgegeben. An den noch erhaltenen Gebäudeteilen ist der Rohbau weitestgehend abgeschlossen. Am Neubau an der Westseite stecken die Rohbauarbeiten in den letzten Zügen. Hier fehlt nur noch der Dachstuhl. Zu Beginn des kommenden Jahres ist die Übergabe geplant, kündigte Christian Flörke, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP). Das städtische Tochterunternehmen ist einer der künftigen Nutzer. Und zwar auf rund 700 Quadratmetern der Gebäudefläche befindet sich der neue Geschäftssitz. Der größte Teil, rund 1000 Quadratmeter, ist für die Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna (KTP) bestimmt. In den Neubau an der Westseite zieht das Museumsdepot mit einem Schauraum ein. Rund 3,3 Millionen Euro investiert die Stadt, um den städtebaulichen Missstand an der Volkshauskreuzung zu beseitigen.

„Die denkmalgerechte Sanierung und Modernisierung der historisch wertvollen Gebäudegruppe ist ein äußerst anspruchsvolles Unterfangen, das bisher ohne größere Unterbrechungen oder Schwierigkeiten umgesetzt wurde. Und es ist bereits jetzt zu erahnen, welche Aufwertung diese zentrale Stelle unserer Stadt durch die Sanierung dieses hochkarätigen Gebäudeensemble erfahren wird“, meinte OB Klaus-Peter Hanke (parteilos), nachdem er den symbolisch letzten Hammerschlag beim Richtfest vollzogen hatte.

Die Entscheidung, welche Fassade der historische Gebäudeteil bekommen soll, rückt immer näher. Ende März hat das Stadtoberhaupt, die Pirnaer um ihre Meinung gebeten. Im Foyer des Rathauses wurden zwei Varianten vorgestellt. Die eine griff die Außenwandfarbe auf, wie sie einst Canaletto in einer seiner elf Veduten um 1753 auf Leinwand verewigt hat. Bei der anderen handelt es sich um eine spätbarocke illusionistische Farbgebung um 1760, die anhand von Untersuchungen historisch belegt werden kann.

Das Ergebnis der Umfrage liegt nun vor. Wie die Stadtverwaltung informierte, teilten rund 200 Pirnaer ihre Meinung zur Fassadengestaltung mit. Für die Canalettofassung sprachen sich nur 39 Bürger aus. 155 bevorzugen die spätbarocke illusionistische Fassung. Die Bürgermeinungen fließen nun in die endgültige Entscheidung über die Fassadengestaltung durch ein Expertengremium mit ein.

Je mehr der Gebäudekomplex erneuert wird, umso mehr fällt der schlechte Zustand der Nachbarhäuser auf. Auch die Objekte Breite Straße 4,6 und 8 stehen seit Jahren leer und verfallen zusehends. Der städtebauliche Schandfleck soll ebenfalls bald verschwinden. Die SEP hat die Häuser im Jahr 2014 erworben. Und im Oktober dieses Jahres möchte sie mit der Sanierung beginnen. In ein bis anderthalb Jahren Bauzeit wird im Erdgeschoss ein Biomarkt entstehen. Der Neubau wird das gesamte Grundstück bis zum Parkplatz des benachbarten Netto-Marktes bedecken. In den Obergeschossen entstehen rund 20 Sozialwohnungen. Eventuell zieht in die erste Etage eine Physiotherapie ein, informierte SEP-Chef Flörke. Rund drei Millionen Euro betragen die Baukosten.

Von Silvio Kuhnert

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