Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+
Pirnaer Stadtwerke erhöhen Abwasserpreise

Pirnaer Stadtwerke erhöhen Abwasserpreise

Eine Erhöhung der Abwasserpreise planen die Stadtwerke Pirna (SWP). Wenn der Stadtrat am Dienstag zustimmt, steigt ab Januar 2013 der Preis pro Kubikmeter Schmutzwasser um reichlich einen Euro von derzeit 2,82 auf 3,89 Euro brutto.

Pirna. Von Silvio Kuhnert

Für die Entsorgung von Regenwasser werden 87 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche fällig. Bisher sind 71 Cent zu zahlen. Insgesamt trifft dies 5300 angeschlossene Grundstücke und letztlich deren Bewohner.

SWP-Geschäftsführer Olaf Schwarze begründet den Preisanstieg unter anderem mit den hohen Investitionskosten ins Abwassernetz. Seit 1994 habe das städtische Unternehmen über 76 Millionen Euro in die Abwasserbeseitigung investiert, von 2008 bis 2020 kommen rund 24,8 Millionen hinzu. "In diesem Jahr sind im Abwasserbereich Investitionen von 7,4 Millionen Euro vorgesehen", berichtet Schwarze. Für 2013 und 2014 seien ähnliche hohe Ausgaben in den Ausbau des 183 Kilometer langen Kanalnetzes geplant.

Diese hohe Investitionstätigkeit schlägt sich in der Kalkulation der Abwassergebühren nieder: Vor vier Jahren, als die heute gültigen Abwasserpreise berechnet worden waren, hatten die Stadtwerke noch einen Jahresüberschuss in Höhe von 1,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Doch aus dem SWP-Gewinn ist durch die zahlreichen Bauarbeiten ein Defizit geworden. Zwischen Einnahmen und Ausgaben klafft in diesem Jahr ein Loch von 737 000 Euro im Etat der Stadtwerke. Das Defizit steigt 2013 auf 1,31 Millionen und 2014 auf 1,38 Millionen Euro, wenn die Stadtwerke mit dem Dreh an der Gebührenschraube nicht gegensteuern. "Der Gesetzgeber verlangt eine Kostendeckung", so Schwarze.

Für Besitzer eines Einfamilienhauses bedeuten die neuen Gebühren eine Preissteigerung von rund 30 Prozent. Schwarze rechnet vor: Bei einem Wasserverbrauch von 106 Kubikmetern und bei 148 Quadratmetern versiegelter Fläche auf dem Grundstück fällt im Monat jetzt eine Abwassergebühr von 37,82 Euro an, ab Januar monatlich 52,57 Euro. Für Bewohner einer Plattenbauwohnung auf dem Sonnenstein beträgt der Preisanstieg rund 25 Prozent. Die Stadt selbst rechnet mit Mehrausgaben von rund 770 000 Euro im Jahr für die Abwässer ihrer Verwaltungs- und Schulgebäude sowie Sportstätten.

Ein zentraler Auslöser für die preistreibende Investitionstätigkeit war ein überarbeitetes Abwasserbeseitigungskonzept, das die Stadtwerke seit 2008 umsetzen. Das Konzept trägt der Vorgabe des Gesetzgebers Rechnung, laut der die SWP bis 2015 so viele Grundstücke wie möglich an das zentrale Netz anschließen müssen. Im Jahr 2007 lei- teten noch die Bewohner von 39 Gebieten ihre Abwässer in eigene Klär- und Sickergruben ein. 25 Gebiete kommen nun an das zentrale Netz. Schwarze führt als Beispiele die Ortsteile Liebethal und Obervogelgesang sowie den Straßenzug Dr.-Friedrichs-Höhe an. "Allein in diese Neuerschließungen wurden über 2,6 Millionen Euro investiert", sagte der Stadtwerke-Chef.

In drei Jahren werden rund 98,4 Prozent der Pirnaer ihre Abwässer in die zentrale Kanalisation leiten, aktuell sind es erst 94,8 Prozent. Im Schnitt rau- schen im Jahr rund vier Millionen Kubikmeter Schmutz- und Regenwasser durch die Rohre. In Dresden-Kaditz wird das Abwasser geklärt. Die restlichen Einwohner müssen ihre Gruben auf vollbiologische Kleinkläranlagen bis 2015 umrüsten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.12.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr