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Pirnaer Stadtmuseum sucht selbst gebasteltes Spielzeug

Pirnaer Stadtmuseum sucht selbst gebasteltes Spielzeug

Ein Musentempel voller Spielsachen - das ist die Vision des Stadtmuseums Pirna. Das Mitarbeiterteam um Museumspädagogin Gerburg Sturm möchte eine Weihnachtsausstellung mit selbst gebastelten Spielsachen gestalten.

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Museumspädagogin Gerburg Sturm zeigt mit Mäusen, Puppenstubenmöbeln, selbst gemalten und gebastelten Kinderbüchern und einem Papagei aus Blech, welche Kreativität in Spielsachen stecken kann.

Quelle: Silvio Kuhnert

Nachdem im vorigen Jahr der Aufruf nach Spielzeug aus Holz auf eine große Resonanz stieß, wiederholt das Museum ihn in diesem Jahr und weitet ihn aus "auf selbst gebautes Spielzeug aller Materialien", so Gerburg Sturm.

Im Vordergrund steht die Gabe von in Handarbeit und nach eigener Idee Entstandenem. "Es können Geschenke von Eltern für Kinder, von Kindern für Eltern oder von Kindern für Puppen und Tiere sein", sagt Sturm. Eine kleine Palette hat sie bereits im Fundus. Da sind zum Beispiel Kleider für kleine Mäuse. Für das Mäusepaar waren einst kleine Mädchen sehr kreativ. Sie schneiderten Kleider für sie, schrieben eine Speisekarte und bauten aus Buntpapier einen Bastelbeutel - nur für die kleinen Mäuse. Die Mäusewelt in Miniatur schuf einst die Tochter von Sturm.

Die Museumspädagogin hat weitere Beispiele für die Kreativität von Großeltern, Eltern und Kindern parat, wie mitunter in Zeiten der Not dennoch das Herz beglückende Gaben entstanden. Da war einst Klempnermeister und Installateur Walter Kretzschmar aus Lohmen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er eingezogen und verbrachte die Kriegszeit in einem Handwerkerhof der Wehrmacht. Dort schuf er Puppenstubenmöbel aus Blech und Metall, die einen Anstrich erhielten, der glauben macht, sie wären aus Holz. Das ist nicht das Einzige, was in jenen Werkstätten während des Krieges an Spielsachen entstanden. Kretzschmar baute für seine Kinder einen Turner am Barren. Der "Sportler" hatte ein Gewicht an den Füßen und die beiden Holmen waren leicht gekrümmt geformt, so dass, wenn der "Sportfreund" einen Schwung erhielt, er sich von der einen Seite des Barren im Überschlag zur anderen bewegte und wieder zurück, bis die Kräfte ihn verließen.

Im Fundus des Stadtmuseums befindet sich bereits auch eine Mappe aus dem 19. Jahrhundert. Darin enthalten sind ein Husar, ein Pferd und reichlich Zubehör. Das spielende Kind konnte das Ross satteln, den Reiter mit Kleidung und Waffen ausstaffieren. Ein anderes Spielzeug stammte von sowjetischen Soldaten aus der Nachkriegszeit. Sie drapierten mit einem Gewicht beschwerte Hasen an einer Holzstange. Wenn ein Kind diese Stange mit Wackeln in Bewegung versetzte, begannen die Figuren zu trommeln. Die Beispiele zeugen von der Kreativität, die in Spielsachen gelegt wurden und werden. "Sie müssen nicht auf Weihnachten bezogen sein", sagt Sturm. Wichtig ist, es waren Geschenke, denen man Liebe, persönliche Fantasie und Sorgfalt ansieht. Ihre Bitte ist, dass Bewohner Pirnas und der Region ihre Boden und Speicher durchstöbern, um derartige Schätze ihrer Kindheit ans Licht für die diesjährige Weihnachtsausstellung im Stadtmuseum holen. Wenn mit den Spielsachen noch beispielsweise Fotos der Schenkung oder Geschichten über deren Entstehung verbunden sind, nimmt sie das Museum dankbar als Leihgabe an.

Silvio Kuhnert

iWer selbst gemachte Spielsachen zur diesjährigen Weihnachtsausstellung beisteuern will, soll sich innerhalb von vier Wochen bis spätestens zum 25. Oktober an Museums- pädagogin Gerburg Sturm unter Telefon 03501/55 63 86 oder 03501/55 64 61 wenden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.09.2013

Silvio Kuhnert

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