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Pirnaer Schläger vor Gericht

Pirnaer Schläger vor Gericht

Der Pirnaer Matthias A. gibt sich vor der 4. Großen Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Herbert Pröls als netter, junger Mann mit schwerer Kindheit.

Pirna/Dresden. Von Thomas Baumann-Hartwig

Pirna/Dresden. Der Pirnaer Matthias A. gibt sich vor der 4. Großen Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Herbert Pröls als netter, junger Mann mit schwerer Kindheit. Im zarten Alter von 14 Jahren sei er in den berüchtigten Jugendwerkhof Torgau gekommen, sagte er gestern. Darüber schreibe er ein Buch. Das vergangene Jahr habe ihn etwas zurückgeworfen wegen der Drogen. Im Rausch schreibt es sich nicht gut. Aber nun habe er ja Zeit und einen klaren Kopf in der Untersuchungshaft.

Etliche Pirnaer dürften am 13. März aufgeatmet haben, als der 31-jährige Matthias A. festgenommen und ins Gefängnis eingeliefert wurde. Laut Staatsanwalt Thomas Hentschel ist Matthias A. ein brutaler Gewalttäter, der mit Schlägen, Drohungen und Einschüchterungen ein Klima der Angst geschaffen hat. Kleine Kostprobe? Am 13. Dezember 2011 musste sich eine junge Frau splitterfasernackt ausziehen, weil der 31-Jährige auf der Suche nach Geld und Drogen war. "Ich werde dir jetzt einen Finger brechen. Welcher soll es sein?", hat der junge Mann laut Anklage sein Opfer gefragt.

Fragen soll der Arbeitslose in der Nacht zum 2. Februar nicht gestellt haben. Da zog er einem jungen Mann einen Baseballschläger über die Hand, die der auf den Rand einer Badewanne legen musste. Mehrere Finger waren angebrochen, doch das Opfer ging nicht zum Arzt. Aus Angst vor dem Angeklagten, so der Vorwurf. Am 4. März fragte Matthias A. eine junge Mutter in deren Wohnung, ob sie einen Fleischklopfer habe. Die Frau wusste, dass der Arbeitslose schon mehrfach mit selbigen Küchenwerkzeug seine Opfer verprügelt hatte.

23 Punkte umfasst die Anklage, darunter auch einen schweren Raub, auf den eine Mindeststrafe von fünf Jahren Gefängnis steht. Matthias A. soll im Dezember 2011 einem jungen Mann mit einem Gummiknüppel auf die Hand geschlagen und ihn aufgefordert haben, 250 Euro zu besorgen. Das Opfer borgte sich bei Freunden den Betrag zusammen. Die Hand war "nur" geprellt. Noch am 13. März erschien eine verängstigte junge Frau auf dem Sonnenschein bei der Staatsanwaltschaft Pirna und erklärte, sie ziehe alle Anzeigen und Aussagen gegen Matthias A. zurück. Der 31-Jährige hatte sie zuvor massiv unter Druck gesetzt.

Nun sitzt der frühere Kampfsportler auf der Anklagebank und erzählt viel über seine Crystal- und Kokainsucht. Er wolle endlich eine langfristige Therapie, in der er sein Selbst finden könne. "Es muss ja Ursachen für mein Verhalten geben." In mehreren Fällen leugnete er allerdings die Anklagevorwürfe. Die Zeugen seien "verlogen" und "verdorben". Er könne sich selbst nicht erklären, warum er so einen schlechten Ruf in Pirna habe.

Die Kammer hat mehr als 20 Zeugen geladen und fünf weitere Verhandlungstage anberaumt. Das Urteil könnte Ende August gesprochen werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.08.2012

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