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Pirnaer Landrat will kein CDU-Stadtchef mehr sein

Pirnaer Landrat will kein CDU-Stadtchef mehr sein

Die Pirnaer CDU ist immer für eine Überraschung gut. Am Freitag sind die 192 Christdemokraten zur Mitgliederversammlung geladen, um turnusmäßig den Vorstand zu wählen.

Pirna.

Wie gestern bekannt wurde, tritt Landrat Michael Geisler nicht erneut für das Amt an. Der 30-Jährige Landtagsabgeordnete Oliver Wehner will ihn im Amt beerben. Er könne "die Interessen der Partei und der Einwohnerschaft als neu und direkt gewählter Abgeordneter am besten vertreten", so Geisler in einem Brief an die Parteibasis, in der er seinen bisherigen Vize als seinen Nachfolger vorschlägt.

Der Wahlabend verspricht spannend zu werden. Denn Wehner ist im Stadtverband umstritten. Parteiinterne Kritiker geben ihm eine Mitschuld an dem Riss, der seit Jahren durch die CDU in Pirna geht. Bislang ist noch kein Gegenkandidat bekannt. Die Kandidatenliste wird am Freitagabend geschlossen, wenn die Union sich 18 Uhr zur Wahlveranstaltung in der alten Gauß-Turnhalle auf dem Sonnenstein trifft.

Wehner war der Vorgänger von Geisler als Stadt-Chef. Im September 2008 wurde der damals erst 24-Jährige zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Als aber die Oberbürgermeisterwahl Ende 2009 in einem Debakel endete und die CDU die Herrschaft im Pirnaer Rathaus nach 20 Jahren verlor, wurden Kritik und Rücktrittforderungen laut. Im März 2010 kam es zu einer vorgezogenen Neuwahl des Parteivorstandes, bei der Wehner im dritten Wahlgang mit nur einer Stimme Unterschied gegen Hans-Dieter Heuser verlor. Weil kein Frieden zwischen den verfeindeten Lagern von Wehner-Gegnern und Wehner-Befürwortern einkehren wollte, sondern we- gen der Kampfabstimmung ein Parteigerichtsverfahren drohte, erklärte sich Geisler bereit, die Führung des Stadtverbandes zu übernehmen.

Im August 2010 wurde er zum Stadt-Chef gewählt. Seine Mission, die Gräben in der Partei wieder zu schließen, kann als gescheitert betrachtet werden. Seine Aufgabe stand von Anfang an unter keinem guten Vorzeichen. Im Sommer 2010 sollte der Landrat zwei Stellvertreter an seine Seite bekommen, und zwar die Vertreter beider verfeindeter Lager: Wehner und Heuser. Aber nur der Jungpolitiker wurde damals in den Vorstand gewählt.

Wehner gilt als Strippenzieher und emsiger Netzwerker. Und einige Beobachter stellten sich nicht erst bei der Aufstellung der Kandidatenliste zur diesjährigen Stadtratswahl die Frage, wer in der Partei wirklich das Sagen hat. Die Vorschlagsliste für den Nominierungsparteitag stammte aus Wehners Feder. Kritische Nachfragen, warum der damalige Fraktionschef und Wortführer nicht auf der Liste stand, unterband Geisler mit einem Machtwort.

Nach der Kommunalwahl schieden nach der ersten Sitzung der neuen Fraktion - die Wehner leitete - die drei Vertreter der CDU-Mittelstandsvereinigung "MIT" aus und bilden seither eine eigene Fraktion. Trotz mehrfacher Gespräche und Bekundungen zu einer schnellen Wiedervereinigung, ist es dazu bislang nicht gekommen. Den Riss in der Partei zu kitten, habe "der Landrat nicht geschafft", wie jüngst ein Parteimitglied konstatierte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.10.2014

Silvio Kuhnert

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