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Pirna gibt sich ein neues Strategiepapier für die künftige Entwicklung

Stadtentwicklung Pirna gibt sich ein neues Strategiepapier für die künftige Entwicklung

Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) legt die Stadt Pirna ihre mittel- bis langfristigen Ziele in der Stadtentwicklung fest. Das bisherige Konzept stammt aus 2002 und ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Denn statt zu schrumpfen, wächst die Sandstein-Stadt wieder. Deshalb arbeitet sie mit INSEK 2030 an einer neuen Zukunftsstrategie.

Die Bauplätze für Eigenheime sind auf der Vogelwiese in Copitz alle verkauft. Auf zehn der 18 Grundstücke wird bereits emsig gebaut

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna. Auf der Vogelwiese in Pirna-Copitz herrscht reges Baugeschehen. Ein Haus nach dem anderen wächst auf dem einstigen Veranstaltungsplatz in die Höhe. „Alle 18 Grundstücke für Einzelhausbebauung wurden zwischen November 2015 und Februar 2016 veräußert; mehr als die Hälfte der Bauherren haben ihre Vorhaben bereits begonnen“, informiert die Stadtverwaltung. Auch die vier für Mehrfamilienhäuser vorgesehenen Grundstücke entlang der Karl-Büttner-Straße sind bereits reserviert. „Mit einem zeitnahen Verkauf ist zu rechnen. Entstehen sollen dort insgesamt 20 Wohneinheiten“, heißt es in der Informationsvorlage für die Stadträte weiter.

Pirna wächst wieder. In den Nullerjahren wurden pro Jahr zwischen 22 und 27 Neubauten bezogen. Seit 2011 steigt die Zahl der sogenannten Baufertigstellungen kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr konnten 54 Häuslebauer ihr Eigenheim beziehen. Hinzu kamen fünf Mehrfamilienhäuser. In diesem Jahr rechnet die Verwaltung erneut mit rund 50 Fertigstellungen von Einfamilienhäusern. Pirna ist eine Wachstumsstadt, was die Empirica-Studie jüngst bestätigte (DNN berichteten).

Dieser Entwicklung möchte die Stadt nun mit einem neuen Strategiepapier Rechnung tragen. Im Rathaus arbeitet die Verwaltung an einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept, kurz INSEK genannt. Das bisherige Konzept stammt aus dem Jahr 2002. „Es stand noch unter dem Einfluss der Nachwendejahre“, berichtet Norbert Kaiser, Mitarbeiter in der Fachgruppe Stadtentwicklung. Pirna verlor damals von Jahr zu Jahr Einwohner. Lebten 2000 noch 43529 Pirnaer im Stadtgebiet, waren es 2010 nur noch 38606. Eine große Herausforderung stellte damals der steigende Wohnungsleerstand dar. Deshalb war das damalige Stadtentwicklungskonzept besonders von Rückbauplänen von Wohneinheiten, sprich dem Abriss von Plattenbauten geprägt. Hätte die Stadt damals alle in dem Papier erwähnten Vorhaben umgesetzt, müsste sie heute wohl mit Wohnungsnot kämpfen. Denn seit 2011 verzeichnet Pirna wieder steigende Einwohnerzahlen. Dies führt zu einer erhöhten Nachfrage nach Wohnungen, Bauland, Bildungs- und Betreuungsangeboten. Deshalb schreibt die Verwaltung aktuell das INSEK 2002 zum INSEK 2030 fort.

Ein weiterer Schwerpunkt der damaligen Stadtentwicklung war die Sanierung der historischen Altstadt. Dieses Mammutprojekt ist so gut wie abgeschlossen. Rund 90 Prozent der Altbausubstanz befindet sich in einem Top-Zustand. „Im INSEK 2002 war der Fokus auf’s Wohnen gerichtet, das INSEK 2030 ist von den Themen her breiter aufgestellt“, informiert Kaiser. So spielen in der künftigen Entwicklungsstrategie Hochwasser- und Klimaschutz, Lärmbelastung, Verkehr, Stadtmarketing sowie Kita- und Spielplatzplanung eine Rolle.

Der erste Teil des neuen INSEK umfasst sechs Fachkonzepte zu Demographischer Entwicklung und darauf aufbauend Städtebau und Denkmalpflege, Wohnen, Wirtschaft, Gewerbeflächen und Arbeitsmarkt, Verkehr sowie die Gesamtstädtische Situation. In 2017 folgt der zweite Teil, der weitere Fachkonzepte wie etwa zu Umwelt und Landschaft, Kultur, Bildung, Soziales und Sport sowie Stadtmarketing umfasst.

Am heutigen Mittwoch beginnt die Bürgerbeteiligung. Bis 7. Oktober können Pirnaer das INSEK 2030 in Papierform im Rathaus oder online über www.pirna.de einsehen und Meinungen und Anregungen bei der Verwaltung einreichen. Am 8. September besteht zudem die Möglichkeit, um 18 Uhr im Großen Ratssaal des Rathauses mit Stadtentwicklungsexperten ins Gespräch zu kommen.

Von Silvio Kuhnert

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