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Pirna altert auch durch Zuzügler - Statistik für seniorenpolitisches Konzept der Stadt

Pirna altert auch durch Zuzügler - Statistik für seniorenpolitisches Konzept der Stadt

Die Einwohnerschaft in Pirna altert. Das wird anhand der Generation 75plus deutlich. Im Jahr 2009 war nur jeder achte Pirnaer 75 Jahre und älter, aktuell ist es bereits jeder siebente Einwohner und 2027 wird es voraussichtlich jeder fünfte sein.

Die aktuelle Bevölkerungsprognose geht davon aus, dass in zwölf Jahren rund 7000 Pirnaer das 75. Lebensjahr überschritten haben. Derzeit sind es reichlich 5740. Das ist ein Ergebnis aus dem seniorenpolitischen Konzept, das die Stadt derzeit erstellen lässt.

Zur Alterung der Einwohnerschaft trägt auch Zuzug bei. So verzeichnet die Stadt unter anderem in der Bevölkerungsgruppe ab 50 seit mehreren Jahren Wanderungsgewinne. "Die Alterung der Stadt schreitet auch durch Zuzüge von Personen der Altersgruppe 50plus voran", heißt es in dem Papier, das die Verwaltung mit Hilfe der Evangelischen Fachhochschule für Soziale Arbeit in Dresden (ehs) erarbeitet hat.

Konkret gab es beispielsweise im Jahr 2013 fast 1750 Zuzüge nach Pirna. Dem standen "nur" 1397 Wegzüge gegenüber. Das ergab ein Plus von 350 Menschen durch Zuwanderung. Von diesen wiederum hatten bereits 154 über ein halbes Jahrhundert oder mehr Lebensjahre auf dem Buckel. Zu einem Anstieg der Einwohnerzahl führt das Zuwanderungsplus allerdings nicht. Jedoch wird durch die Zuwanderung das Geburtendefizit ausgeglichen. Daher stagniert die Bevölkerungszahl in Pirna seit Ende 2010 bei zirka 38 700 Personen. 50 bis 80 Prozent der so genannten "Alterswanderer" stammen der Statistik zufolge aus den Gemeinden des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und aus Dresden.

Die Gründe dafür, weshalb Menschen in der zweiten Lebensphase nach Pirna ziehen, sind unterschiedlich. Bis zum Renteneintritt ist ein bedeutendes Motiv der Arbeitsplatz. Nach dem Erreichen des 65. Lebensjahres sind es die Nähe zur Familie, die Gesundheitsversorgung, kurze Wege, das Kultur- und Freizeitangebote sowie mit zunehmenden gesundheitlichen Beschwerden altersgerechtes Wohnen. "Der "letzte Umzug" führt dann ab dem Alter von 75 Jahren in über 70 Prozent der Fälle in eine der in Pirna vorhandenen Alters- und Pflegeeinrichtungen", wird in der Studie berichtet.

Die durchschnittliche Lebenserwartung schwankt zwischen den einzelnen Stadtteilen stark: Auf dem Sonnenstein betrug sie im Jahr 2013 "nur" 73,4, in den Ortsteilen Graupa und Bonnewitz dagegen 83,7 Jahre. Die Ursachen für die deutliche Differenz des durchschnittlichen Todesalters sind nicht abschließend bestimmbar. Aber ein Erklärungsansatz könnte sein, dass auf dem Sonnenstein viele Menschen leben, die einst ihr Brot in den großen regionalen DDR-Produktionsbetrieben mit schwerer körperlicher und gesundheitsschädigender Arbeit verdient haben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.01.2015

Silvio Kuhnert

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