Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Pirna: Innovative Hilfe in der Pubertät

Pirna: Innovative Hilfe in der Pubertät

Die Volkshochschule Sächsische Schweiz-Osterzgebirge konnte in dieser Woche ein Qualitätssiegel verteidigen und den zweiten Platz beim Innovationspreis Weiterbildung erlangen.

Voriger Artikel
Ladendiebe in Meißen stehlen 26 Mascaras
Nächster Artikel
Lkw-Fahrer verursacht mit fast drei Promille einen Unfall auf der A 4

Bildunterschrift

Quelle: silvio kuhnert

Im DNN-Interview sprechen Geschäftsführer Andree Klapper und Astrid Günther-Reißig, Bereichsleiterin Gesellschaft, Arbeit und Beruf, über die Auszeichnungen.

Frage: Zwei Auszeichnungen innerhalb von drei Tagen - ist dies eine ganz besondere Woche für die Volkshochschule Sächsische Schweiz-Osterzgebirge?

Andree Klapper: Auf jeden Fall! Am Montag erhielten wir zum dritten Mal das Zertifikat "LQW - Lernorientierte Qualität in der Weiterbildung". Hierbei handelt es sich um ein Testat. Turnusmäßig muss man sich einem Gutachter stellen, um ein neues Zertifikat zu erhalten. Das Qualitätssiegel ist für weitere vier Jahre gültig. Gestern fand die Verleihung des Innovationspreises Weiterbildung Sachsen 2014 statt. Mit unserem Projekt "Ich - Du - Wir. Familie sein trotz Pubertät", welches vom Land Sachsen gefördert wurde, haben wir den 2. Platz errungen. So eine Auszeichnung und Anerkennung erhält man nicht alle Tage. Das ist schon etwas Besonderes.

Was war Ihre innovative Idee, für die Sie nun ausgezeichnet wurden?

Astrid Günther-Reißig: Wir haben ein Elternprojekt auf den Weg gebracht, bei dem sich Mütter und Väter zum Thema Pubertät beraten lassen und sich bei Elternabenden austauschen können. Bislang hatten wir Angebote vor allem für Erziehende mit kleinen Kindern. Bei diesen Kursen stellten wir fest, dass auch eine Nachfrage für Projekte mit größeren Kindern besteht. Eltern suchten Beratung und Orientierung im Umgang mit pubertierenden Jugendlichen. Das innovative unserer Idee war Folgendes: Wenn sich Erwachsene über Pubertät unterhalten, dann sollten auch die Jungen und Mädchen, die sich gerade in dieser Lebensphase befinden, zu Wort kommen. Denn sie sind sozusagen die "Experten" darin. So kamen die Jugendlichen in einem Workshop zusammen, wo sie die Themen sammelten, über die sie mit ihren Eltern sprechen wollten. Der Elternabend fand vergangenen Donnerstag statt und ist bei allen Beteiligten gut angekommen. Teilweise war es auch amüsant, weil die Eltern an ihre eigene Pubertät erinnert wurden.

Worüber wollen Eltern und ihre pubertierenden Kinder sprechen. Haben Sie ein Beispiel?

Astrid Günther-Reißig: Ein Beispiel ist das Aufräumen des Zimmers. Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder Ordnung halten und Dinge nicht kreuz und quer herum liegen lassen. Die Jugendlichen sagen: Das ist mein Zimmer, mein Lebensraum! Sie wollen selbst bestimmen, wann sie aufräumen und wie ordentlich es sein soll. Das ist ein ganz klassischer Konfliktfall.

Gibt es eine Lösung?

Astrid Günther-Reißig: Während des Elternabends hat jede Seite ihre Sichtweise geschildert. Es fand ein intensiver Austausch statt. Man spürte, dass die Beteiligten zum Nachdenken kamen. Der Kompromiss wird in jeder Familie sicher unterschiedlich gefunden.

Soll es einen weiteren Austausch zwischen Eltern und Jugendlichen geben?

Astrid Günther-Reißig: Das Projekt ist jetzt ausgelaufen. Im kommenden Jahr soll es ein neues geben, das daran anknüpft. Wir wollen den Austausch zwischen Eltern und Jugendlichen ausbauen. Indem wir Schulen und Schulsozialarbeiter einbeziehen, soll es auf eine breitere Basis gestellt werden. Der Antrag auf Fördermittel beim Land Sachsen wurde bereits gestellt.

Die Volkshochschule deckt ein breites Angebot an Weiterbildungsangeboten ab. Was sind die größten Renner?

Andree Klapper: Auf die größte Resonanz stoßen nach wie vor unsere Sprachkurse. In den vergangenen Jahren nahm die Nachfrage zum Thema Gesundheit zu. Beispielsweise unsere Wasserkurse und Bewegungskurse werden sehr gut angenommen. Dagegen nimmt die Nachfrage im beruflichen Bereich nach EDV-Kursen ab. Viele Computerprogramme erklären sich heute von selbst. Hier versuchen wir mit neuen Angeboten, z.B. Kurse für Tablets und Smartphone, neue Akzente zu setzen.

Wie viele Bewohner des Kreises nutzen die Angebote der Volkshochschule?

Andree Klapper: Rund 7500 Teilnehmer zählten wir im vergangenen Jahr. Das waren rund 1000 mehr im Vergleich zum Vorjahr. Wir bieten rund 20 000 Unterrichtseinheiten im Jahr an.

Interview: Silvio Kuhnert

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.11.2014

Silvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr