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Pirna: Bei Feuer droht der „Pesta“ eine Katastrophe

Pirna: Bei Feuer droht der „Pesta“ eine Katastrophe

Die Note sechs würde die Stadt Pirna für den Brandschutz an der Pestalozzi- Mittelschule bekommen, wenn es dafür Zensuren gebe. Der Zustand in dem 125 Jahre alten Schulgebäude im Stadtteil Copitz ist nicht nur „ungenügend“, sondern katastrophal.

„Sitzen bleiben“ dürfen und können Stadträte und Verwaltung nicht. Sie müssen dringend handeln, wie das aktuelle Brandschutzgutachten ans Licht brachte. Das Architektur- und Sachverständigenbüro Falk nahm das Schulhaus für einen Brandschutzplan genau unter die Lupe. Die Liste der Missstände ist lang.

„Wenn der Rettungsweg sich mit Rauch füllt, hat man schon verloren“, sagt Diplom-Ingenieurin Heike Orlamünder. Und Qualm kann im Ernstfall ungehindert durch das gesamte Gebäude ziehen. „Es gibt keine Abtrennung in Fluren und Treppenhäusern“, so Orlamünder. Im Westflügel existiert nicht

einmal ein zweiter Rettungsweg. Sind die Gänge zum zentralen Treppenhaus blockiert, sitzen Schüler und Lehrer in der Falle. Auf der Haupttreppe droht außerdem Gefahr von oben. Die Decke ist nicht massiv, sondern besteht aus Holzbalken.

Sie könne höchstens 30 Minuten einem Brand widerstehen, schätzt Orlamünder. Das entspricht nur einem Drittel der vorgegebenen Zeit. Deckenkonstruktionen müssen rund 90 Minuten den Flammen standhalten, bis sie zusammenbrechen dürfen. Um den Dachboden ist es noch schlechter bestellt. Der würde bei einem Brand wahrscheinlich in weniger als einer halben Stunde einstürzen. Die Liste der Mängel ist damit noch nicht beendet. Die Alarmanlage ist nicht im gesamten Schulhaus einwandfrei zu hören. In den Gängen existiert keine Sicherheitsbeleuchtung, die den Weg nach draußen weist. Die Türen zu den Klassenräumen sind undicht. Qualm kann in die Zimmer eindringen. Und die Fenster lassen sich vor allem in den oberen Stockwerken nicht öffnen, damit der Rauch wieder abziehen kann. In den vergangenen 125 Jahren hat es im Schulhaus nicht gebrannt. Der Fakt kann nicht beruhigen. Bei Brandschutzübungen sei die Schule innerhalb von fünf Minuten evakuiert, die Feuerwehr in zehn Minuten vor Ort, informierte Bauamtsleiter Uwe Schädlich.

Das beruhigt schon eher. Damit die 369 Mädchen und Jungen sowie die rund 30 Lehrer schnell und sicher aus dem Schulhaus hinausgelangen, muss die Stadt dennoch das Gebäude im Hinblick auf den Brandschutz dringend nachrüsten. Auf rund 636 000 Euro beziffert Orlamünder die Baukosten. Allein der Bau der wichtigen Fluchttreppe am Westflügel kostet 110 000 Euro. Für die Umsetzung des gesamten Brandschutzkatalogs sowie der Außentreppe fehlen allerdings die Mittel in der Stadtkasse. Die Verwaltung verfügt derzeit nur über knapp 417 000 Euro. Mit diesem Geld soll noch in diesem Jahr der Brandschutz verbessert werden. Geplant ist der Einbau von Brandschutztüren zu den beiden Treppenhäusern und in den Fluren. Die Hausalarmanlage wird auf alle Gebäudeteile erweitert, Sicherheitsbeleuchtung und zusätzliche Rauchmelder werden installiert. Im Haupttreppenhaus werden an der Decke Brandschutzplatten eingezogen. Das Musikzimmer bekommt eine zweite Tür. Die Technikräume und der Hausmeisterbereich werden im Keller abgeschottet, und aus den Werkräumen führt künftig eine Fluchttreppe am Fenster. „Damit steigern wir den Brandschutz erheblich“,  meint Baubürgermeister Christian Flörke (parteilos).

Silvio Kuhnert

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