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Personalien werden zu Denkzetteln

Radebeuls Gleichstellungsbeauftragte wird abgewatscht Personalien werden zu Denkzetteln

Mit einem blauen Auge ist Gleichstellungsbeauftragte Angelika Gerhardt im Stadtrat davon gekommen. Eigentlich sollten die Stadträte lediglich abnicken, dass die seit Frühjahr 2014 mit einer halben Stelle im Rathaus beschäftigte Gerhardt einen unbefristeten Vertrag bekommt.

Radebeul. Das Konzept, das Coswig, wo Gerhardt seit längerem eine halbe Stelle einnimmt, und Radebeul sich eine Gleichstellungsbeauftragte teilen, habe sich bewährt, meinte Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) vor der Stadtratssitzung. Mit 15 zu 14 Stimmen kam Gerhardt nur sehr knapp durch - ein Denkzettel. Der drückte zum einen aus, wie unzufrieden die Stadträte mit dem Tätigkeitsbericht Gerhardts sind. "Es gibt ja ganz viel für Frauen, sie sind ja eigentlich eine Frauenbeauftragte", sagte etwa Christiane Schurig (SPD). Dabei müssten doch auch Jungen gegen Benachteiligung unterstützt werden, in der Schule etwa. "Ich bekomme keine Förderung für Männerprojekte", antwortete Gerhardt knapp. Allerdings habe sie auch schon einem Mann helfen können, nach der Elternzeit wieder ins Berufsleben zurückzufinden. Dagegen hat sie bereits zwei Frauengruppen ins Leben rufen können, mit denen vor allem Alleinstehende gemeinsam etwas unternehmen können. Im nächsten Jahr will sie u.a. in einem Kurs "Frauen zurück ans Lenkrad" bringen, Selbstbehauptung lehren und über "Gendermainstreaming" aufklären. Was ihr nachhängt, ist vor allem der Stadträtinnenkalender 2015, dessen August-Bild NPD-Stadträtin Petra Müller zeigt. Er hat ihr vor einem Jahr viel Kritik vor allem aus dem linken Lager eingebracht. Dass Gerhardt dazu meinte, einen politischen Bildungsbedarf auch bei den Stadträten erkannt zu haben, dürfte die Stimmung nicht gehoben haben.

Keine Probleme hatte dagegen Martin Oehmichen beim zweiten Versuch, als Nachfolger für Gabriele Schirmer in die Stadtratsfraktion von Bürgerforum/Grüne aufzurücken. Hatten beim ersten Versuch vor allem CDU und Freie Wähler erheblichen Gesprächsbedarf gesehen und ein "Geschmäckle" vermutet, weil in der Fraktion schon Eva Oehmichen, die Mutter des jungen Altenpflegers, sitzt, ging nun alles geräuschfrei und einstimmig über die Bühne. Der Verdacht, dass auch hier ein Denkzettel ausgehändigt wurde, steht im Raum, zumal Oehmichen durch seine Kreistagstätigkeit gerade in den Kreisen von CDU und Freien Wählern nicht gerade beliebt ist. Dass es im Stadtrat, in dem auch schon das Ehepaar Bianca Erdmann-Reusch und Ulrich Reusch (beide CDU) sowie Schwiegervater Roland Schreckenbach und Schwiegersohn Uwe Wittig (beide Freie Wähler) vertreten sind, nun familiärer zugeht, ist also fraglich.

uwe hofmann

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