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Pattsituation im Kampf um das Grünmetzwehr bei königsbrück - 2000 Unterschriften für den Erhalt gesammelt

Pattsituation im Kampf um das Grünmetzwehr bei königsbrück - 2000 Unterschriften für den Erhalt gesammelt

Im Ringen um den Erhalt des Grünmetzwehres an der Pulsnitz in der Nähe von Königsbrück ist eine Pattsituation eingetreten. Per Planfeststellungsbeschluss vom 18. April 2011 waren eigentlich die Weichen für den Abriss des Bauwerkes gestellt worden.

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Stein des Anstoßes: Das Grünmetzwehr an der Pulsnitz bei Königsbrück soll laut Planfeststellungsbeschluss abgerissen werden.

Quelle: Uwe Menschner

Königsbrück. Die Landesdirektion hatte keine "schwerwiegenden Gründe" gesehen, die gegen den Abriss des Wehres und den Ersatz durch eine so genannte "Sohlgleite" sprechen würden. Allerdings klagten die Grundstückseigentümer am 4. Januar 2012 vor dem Verwaltungsgericht Dresden auf Aufhebung des Beschlusses. "Da die Klage bisher noch nicht entschieden wurde, besteht kein Baurecht", teilt Katrin Schöne, Pressesprecherin der für die Ausführung zuständigen Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV), mit.

Parallel dazu, so Schöne, sei seit August 2011 bekannt, dass eine Dresdener Firma am Grünmetzwehr eine Kleinwasserkraftanlage bauen wolle. Voraussetzung dafür sei jedoch die Genehmigung durch das Umweltamt des Landkreises Bautzen. "Im Fall einer Genehmigung würde der geplante Rückbau des Wehres nicht stattfinden. Das Wehr würde dann durch die Landestalsperrenverwaltung an den Investor verpachtet oder verkauft", erklärt die Sprecherin.

Dies liegt allerdings derzeit noch in weiter Ferne: "Nach einem Gespräch zwischen Antragsteller und Umweltamt wurde ersterem mitgeteilt, dass die eingereichten Unterlagen völlig unzureichend sind und eine Prüfung daher nicht möglich ist", erklärt der Pressesprecher des Landratsamtes, Gernot Schweitzer. Derzeit sei das Verfahren ruhend gestellt: "Bis heute sind kein weiterer Schriftverkehr oder Ergänzungen durch den Antragsteller festzustellen." Nach Schweitzers Informationen wurde die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss mittlerweile abgewiesen, "allerdings liegt das Urteil noch nicht vor."

In der Stadt Königsbrück selbst stößt der geplante Abriss des Grünmetzwehres auf massiven Protest. Die Stadtverwaltung hatte sich in ihrer Stellungnahme aus Gründen des Denkmal-, aber auch des Gewässerschutzes für den Erhalt der historischen Stauanlage ausgesprochen. "Ich frage mich, ob es mit dem Hinweis auf die Durchlässigkeit der Pulsnitz wirklich so zwingend notwendig ist, eine Wehranlage zu beseitigen, welche seit 400 Jahren an dieser Stelle existiert", erklärte Bürgermeister Heiko Driesnack (CDU) bereits im Juli 2012. Und weiter: "Was in den letzten Jahrhunderten kein Problem für Flora und Fauna war, kann doch nicht ausgerechnet jetzt ein unüberbrückbares Hindernis für eine sinnvolle Umgestaltung der Wehranlage darstellen."

Inzwischen hat sich auch der CDU-Ortsverband Königsbrück für den Erhalt der Anlage ausgesprochen: "Wir unterstützen alle Initiativen zur Erhaltung des Grünmetzmühlenwehres und hoffen, dass sich der gesunde Menschenverstand durchsetzt und nicht ein weiteres Stück Heimat verloren geht", erklärt Vorstandsmitglied Rainer Böhme. Und Mitinitiator Rainer Hauffe verweist auf 2000 Unterschriften, die im Rahmen einer entsprechenden Aktion gesammelt wurden. Neben dem Denkmalschutzaspekt sorgen sich die Bürger vor allem um die Frischwasserversorgung des nahe gelegenen "See der Freundschaft", die in der Vergangenheit durch das Wehr abgesichert wurde. Zudem berichtet Hauffe von "mehreren gesunden, großen Bäumen, die im trockengelegten Uferbereich keinen Halt mehr fanden und umstürzten." Es gelte jetzt abzuwarten, "wie sich der Landrat und weitere Entscheidungsträger der höheren Ebenen zum Erhalt der historischen Wehranlage und zum manifestierten Bürgerwillen positionieren", betont Rainer Hauffe.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.07.2013

Uwe Menschner

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