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Ottendorf-Okrilla will trotz massiver Kritik mit Hilfe aus Dresden Waldkindergarten ausbauen

Ottendorf-Okrilla will trotz massiver Kritik mit Hilfe aus Dresden Waldkindergarten ausbauen

Kaum fertiggebaut wurden 2010 im Waldkindergarten Feuchteschäden und Schimmelpilzverseuchung festgestellt. Für die aufwendige Sanierung, inklusive Nebenkosten, musste die Gemeinde rund 3 Millionen Euro hinblättern.

Schuld an dem Dilemma ist aus Sicht der Gemeinde ein Planungsbüro aus Dresden- Pieschen, welches auch für die Bauüberwachung zuständig war. Die juristische Klärung der Schuldfrage steht jedoch noch aus. Zur Erinnerung: Bei der Ursachensuche stießen Gutachter auf von der Bodenplatte aus aufsteigende Nässe und nicht ordnungsgemäß ausgeführte Wandabdichtungen. Abwasserleitungen wurden entgegen dem Gefälle verlegt, der Blitzschutz war verrostet, die Fenster entsprachen nicht den Vorschriften und die Notentwässerung für das Flachdach wurde glatt vergessen. Im Bauteil II drückte bereits während der Bauphase Oberflächenwasser durch die Giebeltür ins Gebäude. Insgesamt 112 Mängel wurden in Vorbereitung auf einen Schadensersatzprozess aufgelistet, von denen man im Rathaus vorher nichts bemerkt hatte (DNN berichteten).

Ungeachtet der Vorgeschichte und man im Rathaus weiß, dass man in einem Feuchtgebiet baut, soll die Kita nun um weitere dreißig Krippenplätze erweitert werden. Dadurch entsteht eine Mammuteinrichtung für 182 Kindergarten- und 105 Krippenkinder. Die reinen Ausbaukosten wurden zunächst auf 780000 Euro geschätzt und zwischenzeitlich auf 1,2 Millionen Euro nach oben korrigiert. Die Planung der Leistungsphasen 1-4 übernimmt für ein Honorar von 18786 Euro ein "Freier Architekt" aus Dresden. Ein Folgeauftrag ist nicht ausgeschlossen. In der Beschlussvorlage des Gemeinderates fehlte allerdings eine Geschäftsadresse. Die DNN fand heraus: Diese könnte im Gemeinderat unangenehme Erinnerungen wecken. Fakt ist, der "Freie Architekt", der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte und ebenso nicht zitiert sein will ist nicht nur ein "Einzelkämpfer". Er ist auch tonangebender Teil einer Architektengemeinschaft (AG) zu der auch der Sohn einer Ottendorfer Bauamtsmitarbeiterin gehört, welche wiederum für den Bereich Hochbau zuständig ist. Also auch für Projekte wie den Waldkindergarten. Das AG-Büro selbst befindet sich in einem Geschäftshaus in Dresden- Pieschen. Quasi Tür an Tür mit jenem Planungsbüro, welches für die Misere des Waldkindergartens verantwortlich sein soll. Offiziell handelt es sich um zwei unterschiedliche Firmen. Aber, dass AG und Kitaplaner sich nicht völlig fremd sind, davon zeugt eine Referenzliste auf der Firmenwebseite. Zuletzt allerdings, seit 2012, arbeitete der "Freie Architekt" halbtags im Ottendorfer Bauamt. Dort war Not am Mann, wegen dem Ausbau der Grundschule und weil man mit dem Rechtsstreit wegen des Waldkindergartens so viel tun hatte. Ob es zuvor eine öffentliche Stellenausschreibung gab, gibt es aus dem Rathaus keine Antwort.

Bei der Vergabeentscheidung fanden sich dann schließlich auch nur vier Befürworter, darunter Bürgermeister Michael Langwald (parteilos). Und dass, obwohl der "Freie Architekt" das preisgünstigste Angebot abgegeben hatte. Die große Mehrheit enthielt sich der Stimme. Mit Nein stimmte Thomas Liepke (FDP). Er fand schon allein die Konstellation, Auftragsvergabe an einen Gemeindeangestellten, fragwürdig.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.07.2014

Werner Peters

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