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Ottendorf-Okrilla: Asylbewerberheim im Ex-Ferienlager - Pläne nicht vom Tisch

Ottendorf-Okrilla: Asylbewerberheim im Ex-Ferienlager - Pläne nicht vom Tisch

"Nein", sagt der Sprecher des Landratsamtes Bautzen, Gernot Schweitzer, "mit den Demonstrationen hat die Entscheidung nichts zu tun." Er meint das vorläufige Scheitern des Plans, auf dem Gelände des ehemaligen Robotron-Ferienlagers in Ottendorf-Okrilla ein Asylbewerberheim für 150 Bewohner einzurichten.

Seit dem Bekanntwerden der Pläne Anfang Oktober versammeln sich montags Einwohner von Ottendorf-Okrilla, die gegen das Asylbewerberheim in der 10 000-Seelen-Gemeinde protestieren. Auf ihr Einwirken sei der Rückzug von den Umbauplänen jedenfalls nicht zurückzuführen, beteuert Schweitzer. Dann schon eher auf eine im Landratsamt angestellte Kostenberechnung: Mit 2,1 Millionen Euro werden die Kosten eines Umbaus angegeben. Viel zu teuer.

Aufgeben will der Landkreis das Gelände, das nach 1989 noch übergangsweise vom Handelskonzern Tengelmann als Verwaltungszentrum genutzt wurde und dann jahrelang leer stand, deswegen noch lange nicht. Man prüfe jetzt andere Vorgehensweisen, heißt es dazu aus dem Landratsamt Bautzen. So könnten die verbliebenen Gebäude auf dem Gelände abgerissen werden und anschließend ein Heim in Fertigteilbauweise errichtet werden. Auch Modulbauten seien denkbar. Ein ähnliches Vorgehen werde nach Auskunft von Sprecher Schweitzer auch für andere Standorte geprüft. Wann die Ergebnisse vorliegen, sei derzeit noch nicht abzusehen. Man müsse zuvor auch noch Gespräche mit der Gemeinde führen, einen genauen Zeitplan gebe es nicht, teilt Sprecherin Franziska Snelinski mit. Erst nach Ende der Untersuchung lässt sich sagen, ob Ottendorf-Okrilla ein Asylbewerberheim erhält oder nicht.

Dabei würde ein solches Heim sowieso erst im nächsten Jahr bezogen. Derzeit plagt man sich im Landratsamt noch damit, genügend Plätze für die in diesem Jahr erwarteten Asylbewerber zu finden. Derzeit leben bereits 949 von ihnen im Landkreis Bautzen, 375 weitere müssen noch aufgenommen werden. "Wir hoffen, dass wir es schaffen", antwortet Sprecherin Snelinski auf eine entsprechende DNN-Anfrage. "Sofern es uns nicht gelingt, wäre die Einrichtung von Notquartieren erforderlich." Erst wenn diese Gefahr abgewendet ist, lässt sich klarer über im nächsten Jahr benötigte Unterkünfte diskutieren. "Wir gehen davon aus, dass der Strom von Asylbewerbern nicht abreist", sagt Landratsamtssprecher Schweitzer.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.11.2014

Uwe Hofmann

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