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Orgelkonzertreihe in Reinhardtsgrimma

Jubiläumskonzert Orgelkonzertreihe in Reinhardtsgrimma

Am kommenden Sonntag um 16 Uhr gibt der Organist Christian Collum ein Konzert auf der Silbermannorgel in Reinhardtsgrimma. Er erinnert damit an seinen Vater Herbert Collum, der vor 80 Jahren die Orgelkonzertreihe in der Dorfkirche initiierte.

Christian Collum ist der Sohn des früheren Kreuzorganisten Herbert Collum und wurde 1943 in Dresden geboren.

Quelle: privat

Reinhardtsgrimma. Am kommenden Sonntag um 16 Uhr gibt der Organist Christian Collum ein Konzert auf der Silbermannorgel in Reinhardtsgrimma. Er erinnert damit an seinen Vater Herbert Collum, der vor 80 Jahren die Orgelkonzertreihe in der Dorfkirche initiierte. Vor dem Jubiläumskonzert sprachen die DNN mit dem Musiker.

Frage: Herr Collum, was verbindet Sie mit Reinhardtsgrimma?

Christian Collum: Zu allererst ist es das Wirken meines Vaters Herbert Collum an der Silbermannorgel. Er hat diese Orgel in der Kirche wiederentdeckt, nachdem er 1935 als Organist an die Kreuzkirche nach Dresden gekommen war. Damals gab es eine Orgelbewegung, d.h., man besann sich auf die alten Instrumente – quasi nach dem Motto „Zurück zur Natur!“. Zu jener Zeit dominierten Fabrikorgeln. Es kam zu einer Rückbesinnung auf das Alte. So hat mein Vater dieses Instrument aus dem Dornröschenschlaf geweckt.

Die Wiederentdeckung der Silbermannorgel durch Ihren Vater ist die erste Verbindung, die Sie zu Reinhardtsgrimma haben. Was ist die zweite?

Nach dem Bombenangriff auf Dresden waren wir nach Reinhardtsgrimma evakuiert worden. Dort lebten wir im Pfarrhaus. Nach der Zerstörung Dresdens, als Orgeln in der Stadt kaputt waren, hat mein Vater immer wieder Konzerte auf der Silbermannorgel gespielt. Die Programmhefte dazu besitze ich heute noch.

Was zeichnet die Orgel in Reinhardtsgrimma aus, was ist an ihr so besonders?

Sie hat diesen typischen und speziellen Silbermannklang. Man könnte fast sagen, dass der Gottfried Silbermann durch den Silberbergbau in Sachsen inspiriert das Wort „Silber“ genommen und dies in seinen Orgelklang übertragen hat. Der Klang ist sehr klar, sehr silbrig, sehr obertonreich. Seine Orgeln klingen wie ein Kristall.

Was ist das für ein Gefühl, auf einer Orgel zu spielen, auf der auch Ihr Vater bereits musiziert hat?

Ganz schlicht und einfach: Vertrautheit. In Rostock hatte ich als Universitätsorganist eine Jehmlich-Orgel unter den Fingern. Und die Orgel, die mein Vater mitkonzipiert hatte für die Kreuzkirche, war auch eine Jehmlich-Orgel. Und wenn ich an einer Orgel der Gebrüder Jehmlich oder der Silbermannorgel sitze, fühle ich mich zu Hause. Das ist einfach dieses vertraute Heimatgefühl.

In diesem Jahr findet die Orgelkonzertreihe in Reinhardtsgrimma zum 80 Mal statt. Ihr Vater hat sie 1936 ins Leben gerufen. Wie ist die Idee zu den Orgelkonzerten damals entstanden?

Mein Vater kam 1935 als junger Mann, 21-Jährig, nach Dresden. Gleich im nächsten Jahr hat er ein Konzert in Reinhardtsgrimma gespielt. Von da an gab er jedes Jahr zum Himmelfahrtstag ein Orgelkonzert. Es war ein Ausflugskonzert. Wie zu einem Wallfahrtsort sind die Menschen entweder auf einem Pferdefuhrwerk oder zu Fuß durch den Lockwitzgrund zur Kirche gepilgert. Mit den Jahren nahm der Zustrom immer mehr zu und als die Zahl der Autos anstieg, musste eines Tages der Verkehrspolizist von Reinhardtsgrimma sogar den Verkehr regeln. Die Kirche war immer gefüllt und ausverkauft. Heute finden die Orgelkonzerte nicht mehr nur zu Himmelfahrt, sondern im Sommerhalbjahr einmal im Monat statt.

Am kommenden Sonntag geben Sie auf der Silbermannorgel ein Jubiläumskonzert. Was werden Sie spielen?

Programmschwerpunkt ist das Werk meines Vaters. Ich werde zwei Choralbearbeitung im Bach-Stil spielen, die er als 20-Jähriger komponiert hat. Dann werde ich ein Werk aus dem sogenannten Dresdner Orgelbuch aufführen. Es folgt ein freies Stück, welches es sein wird, entscheide ich heute, wenn ich an der Orgel probe. Mein Vater hatte nicht nur alte Meister auf seinem Programm, sondern immer auch eigene Kompositionen. Und ich werde auch zeitgenössische Musik aus Pop und Jazz auf dem Instrument spielen, da dies eine ganz andere klangliche Komponente mitbringt. Zudem werde ich mit Variationen zu „Freude schöner Götterfunken“ die Klangfarben der Silbermannorgel demonstrieren.

Von Silvio Kuhnert

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