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Orchesterfusion in Sachsen vorerst gescheitert - Unklarheiten

Orchesterfusion in Sachsen vorerst gescheitert - Unklarheiten

Die geplante Fusion der Neuen Elbland Philharmonie (Riesa) mit dem Orchester der Landesbühnen Sachsen ist vorerst geplatzt. Sachsens Kunstministerium bedauerte am Freitag das Scheitern der Tarifverhandlungen.

Deutsche Presse-Agentur dpa

Für die Beschäftigten der Landesbühnen sei das mit einer erheblichen Unsicherheit für ihre berufliche Zukunft verbunden, hieß es. Das Wort Kündigung wurde vermieden, allerdings wäre das nach Lage der Dinge nun der nächste Schritt. Das Ministerium war für Nachfragen zunächst nicht erreichbar - es ist im besagten Fall kein Tarifpartner. Das sind der Bühnenverein und die Deutsche Orchestervereinigung (DOV).

Von einer Orchesterfusion kann im Grunde keine Rede sein. Es geht vielmehr um einen „Beitritt“ des bisherigen Landesbühnenorchesters zur Neuen Elbland Philharmonie. Die jetzigen Verhandlungen drehten sich um einen Haustarif. „Wir haben bisher alle Kraft in die Umsetzung des einvernehmlich vereinbarten Konzeptes gesteckt und bedauern die für uns unerwartete Entwicklung sehr. Ich bin entsetzt, dass sich die Gewerkschaften nicht an die bereits getroffenen Vereinbarungen gehalten haben“, erklärte Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos). Da sich zum Zeitpunkt ihrer Mitteilung alle Verantwortlichen offenbar schon im Wochenende befanden, blieb die Deutungshoheit beim Ministerium.

Sachsens Landtag hatte Ende 2010 entschieden, die Landesbühnen Sachsen aus der unmittelbaren Trägerschaft des Freistaates zu entlassen. Vom 1. August 2012 an soll die Bühne mit ihrem Stammsitz in Radebeul als „mobiles Theater für Sachsen“ neu aufgestellt werden. Im Kern geht es darum, noch mehr als bisher Spielstätten in den Regionen zu bedienen. Ende 2011 wurden Eckpunkte eines Haustarifes formuliert. Die kommunalen Träger der Neuen Elbland Philharmonie waren daraufhin bereit, die Musiker der Landesbühnen Sachsen zu übernehmen und in den Riesaer Klangkörper einzugliedern - allerdings zu schlechteren Konditionen für die Radebeuler.

Das größere Landesbühnen-Orchester ist bisher als sogenanntes B-Orchester eingestuft, die Kollegen aus Riesa musizieren als D-Orchester und bekommen dem Vernehmen nach noch einmal 20 Prozent weniger als der dort üblicherweise gezahlte Tarif. Die Einteilung in Buchstaben hat in erster Linie mit der Größe des Ensembles zu tun.

Bei der Fusion sollte ein C-Orchester entstehen, ob wohl es von der Größe her ein „B“ hätte tragen müssen. Momentan haben beide Klangkörper zusammen knapp 100 Musiker. Geld ist allerdings nur für 72 Musiker da. Der ursprüngliche Eckpunktevertrag sah deshalb vor, dass sich alle Musiker finanziell in diese 72 Stellen teilen, was zu einem „Teilzeit“-Orchester geführt hätte. Außerdem sollte es sechs Jahre unabhängig von der Entwicklung in anderen Bereichen keine Gehaltsdynamisierung geben.

dpa

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