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"Opfer eines Tötungsverbrechens": 17-jährige Anneli ist tot - Ermittler gehen von "Verdeckungstat" aus

"Opfer eines Tötungsverbrechens": 17-jährige Anneli ist tot - Ermittler gehen von "Verdeckungstat" aus

Dresden. Die 17-Jährige Anneli ist tot. Das bestätigten die Ermittler am Dienstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Dresden.

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Quelle: dpa

Am Montagabend hatte die Polizei die Leiche der Unternehmertochter auf einem Dreiseitenhof in Lampersdorf unweit ihres Wohnortes nahe Meißen gefunden. "Sie wurde Opfer eines Tötungsverbrechens", sagte Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll.

Zwei Männer wurden inzwischen festgenommen. Die Gymnasiastin ist den Ermittlungen zufolge am Donnerstagabend von zwei Männern in ein Auto gezogen worden. Anschließend hätten sie aus dem Wagen den Vater über Annelis Handy angerufen. Er sei zunächst nicht ans Telefon gegangen, habe aber umgehend zurückgerufen. "Während des Telefonats hörte er die Schreie von Anneli aus dem Hintergrund", so Kroll. Es sollte das letzte Lebenszeichen des Mädchens sein. Die Kidnapper hätten 1,2 Millionen Euro Lösegeld gefordert. Anschließend habe sich der Vater auf die Suche nach seinem Kind gemacht, aber zwei Kilometer vom elterlichen Haus nur das Fahrrad und den angeleinten Familienhund entdeckt. Bei einem weiteren Telefongespräch eine Stunde später hätten die Täter ihre Forderung noch einmal bekräftigt und mitgeteilt, dass sich Anneli in Tschechien befinde. Sollte die Zahlung nicht erfolgen, werde die Familie das Mädchen nicht wiedersehen, fügten sie an.

Die Polizei hatte Kroll zufolge Spuren unter Annelis Fahrrad gesichert. Ein Abgleich mit der Ermittlungsdatei hatte den entscheidenden Hinweis zu einem bereits polizeibekannten Straftäter gebracht. Dabei handelt es sich um den 39-jährigen Familienvater Markus B., dessen DNA-Daten aufgrund von früheren Ermittlungen in Fällen von Brandstiftung und einem Sexualdeklikt aktenkundig waren. Eine Telefonüberwachung zeigte den Beamten eine Fährte nach Bayern auf. Am Montag zog sich die Schlinge der Polizei immer enger. Da fanden die Kriminalisten an einem Gegenstand sowohl die DNA-Spur des mutmaßlichen Täters als auch des Opfers. In einer Tiefgarage beschlagnahmte die Polizei am Montag einen weißen Mercedes von Markus B. Anwohner hatten das Fahrzeug mehrfach nahe dem Fundort der Leiche gesehen.

Der 39-Jährige ging bayerischen Beamten am Montag in Burgebrach bei Bamberg ins Netz, wohin er erst vor wenigen Wochen umgezogen war. Zuvor hatte der arbeitslose und offenbar verschuldete Koch auf dem Hof in Lampersdorf gelebt, wo in der Nacht zum Dienstag schließlich die Frauenleiche gefunden wurde.

Auf die Spur des zweiten Festgenommenen kam die Polizei durch die Observierung des ersten Verdächtigen. Beide kannten sich offenbar schon länger. Der 61-jährige Edelmetallhändler Norbert K. wurde in Dresden-Briesnitz festgenommen. Er gestand die Tat, ließ dabei nach Aussagen der Staatsanwaltschaft seine Beteiligung aber in einem milden Licht erscheinen. Er ist nicht vorbestraft, hatte aber Schulden.

Im Verhör habe Norbert K. schließlich einen Hinweis auf die Leiche gegeben. Die Beamten suchten weiter und fanden schließlich zwischen 21 und 22 Uhr die Leiche. Der genaue Todeszeitpunkt und die Todesursache sind noch unbekannt.

Gegen beide Männer wurde am Dienstagnachmittag der Haftbefehl in Vollzug gesetzt. Den Männern wird gemeinschaftlicher Mord sowie gemeinschaftlicher erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge zur Last gelegt.

Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten, dass bei beiden zunächst auf das Lösegeld aus waren. Aufgrund ihrer mangelhaften Planung sei daraus dann aber offenbar ein „Verdeckungsmord“ geworden. So seien beide Täter bei der Entführung nicht maskiert gewesen und hatten nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Angst, später wieder erkannt zu werden.

Zudem, so Kripo-Chef Detlef Lenk, habe es seitens der Täter zahlreiche Widersprüche gegeben. Es habe keine Bemühungen der Täter gegeben, den Kontakt zu den Eltern zu halten oder an ihr Geld zu kommen. So wollten sich die Täter die Summe per Onlinebanking überweisen lassen, was bei der Höhe des geforderten Betrages unmöglich war. Anhaltspunkte für ein anderes Tatmotiv gebe es nicht. Daher habe sich die Polizei auch am Sonntag zur Öffentlichkeitsfahndung entschieden. Polizei und Eltern hätten nach Freitag vergeblich auf weitere Anrufe gewartet. „Es ist davon auszugehen, dass der Tod nicht zu verhindern war.“

Ob sich Opfer und Täter kannten, ist noch unklar. Gesichert ist, dass sich Anneli und einer der Täter beim Gassigehen schon begegnet waren, ob zufällig oder absichtlich, ist noch unklar. Ob die Eltern die Täter kannten, ist noch nicht ermittelt, die Eltern wurden dahingehend noch nicht vernommen. Allerdings gelten die Eltern als angesehene Unternehmerfamilie des Ortes, dürften den beiden Männern daher bekannt gewesen sein.

Die Ermittlungen in dem Fall gehen weiter. „Die Arbeit steht erst am Anfang“, so Polizeichef Kroll.

maf/dpa/J.K./StS

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