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Ontras beginnt Ausbau einer Erdgasleitung durch Radebeul, Coswig und Moritzburg

Ontras beginnt Ausbau einer Erdgasleitung durch Radebeul, Coswig und Moritzburg

Landkreis Meißen. Der Molch soll in der Region heimisch werden. So nennen Fachleute den Inspektionsroboter, den die Ontras Gastransport GmbH in einer rund 63 Kilometer langen Fernerdgasleitung zwischen Lauchhammer und Weißig im Westen Dresdens einsetzen will.

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Bis zum Frühjahr 2015 wird die 63 Kilometer lange Erdgasleitung zu großen Teilen erneuert.

Quelle: Grafik: Ontras

Die im Boden vergrabene Leitung, die auch durch Moritzburg, Coswig und Radebeul führt, stammt aus dem Jahr 1958 und soll bis Frühjahr 2015 auf rund 46 Kilometer in Sachsen erneuert werden. Einen "mittleren zweistelligen Millionenbetrag" lässt man sich kosten, wie Markus Wild sagt, der bei Ontras Leiter für Energiepolitik und Kommunikation ist. "Wir glauben, dass Erdgas mindestens noch zehn Jahre eine wichtige Rolle im Energiemix spielt", sagt er trotz all der Debatten, die sich am Ukraine-Konflikt entzündet haben. Durch Sanierung soll die Leitung effizienter genutzt werden können, etwa durch die Inspektionsroboter oder durch neue Armaturen, die aus der Ferne durch die Ontras-Zentrale in Leipzig gesteuert werden können.

Die Vorbereitungen für den Austausch der einen halben Meter durchmessenden Rohre laufen schon seit längerer Zeit, jetzt beginnen die tatsächlichen Arbeiten auch in der Region. So wird der Abschnitt zwischen der Straße "Nach der Schiffsmühle" und der Meißner Straße in Radebeul morgen vom Netz genommen. Die Versorgung wird in der Zwischenzeit von anderen Teilen des Leitungsnetzes übernommen. Nur an wenigen Orten muss eine sogenannte Inselversorgung über Gasflaschen für ein paar Stunden eingerichtet werden. In Pohrsdorf im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge etwa, das zum Abschnitt von Oberhermsdorf nach Weißig gehört. Dort sollen die Arbeiten bereits heute beginnen. In Coswig soll es im August losgehen. Dort sind allerdings im Zuge des Ausbaus der S-Bahn-Strecke und der Leipziger Bahn schon viele Abschnitte erneuert. Allerdings muss der Parkplatz des Fachkrankenhauses aufgegraben werden, weil darunter die Erdgasleitung liegt.

Obwohl während der Arbeiten kein Gas durch die Leitung fließt, kann es dennoch an den Baustellen nach Gas riechen. Dabei handele es sich um Ablagerungen aus Stadtgaszeiten, die ungefährlich sind, wie Projektleiterin Sylvia Gehrt betont. Man bemühe sich, die ausgebauten Teile schnell zu verpacken und abzutransportieren, um niemanden zu beunruhigen, sagt sie.

Besondere Hürden erwartet das Projekt im Elbland. So ist hier bei archäologischen Untersuchungen in Radebeul die Grabstätte einer slawischen Frau gefunden worden. Ebenso sei man auf Siedlungsspuren gestoßen. Andere Stellen, wo Archäologen in der Erde schlummernde Relikte vermuten, sind für die Dauer der Arbeit mit Stahlplatten gesichert. Gut möglich also, dass später noch weitere Funde zutage befördert werden.

Naturschutz ist im Friedewald das Thema. Dort kann Ontras erst im Herbst für einen Monat bauen, um die Brutzeit geschützter Vogelarten nicht zu gefährden. Deshalb ziehen sich die Arbeiten an der Trasse auch bis ins nächste Jahr, weil im Frühjahr dann im Friedewald erneut rund 1,5 Tonnen schwere Röhrenteile verschweißt und vergraben werden müssen. Das ist dort besonders schwierig, weil der eigentlich acht Meter breite Arbeitsstreifen, der komplett gerodet wird, im Friedewald vielerorts schmaler ausfällt. Geschützte Bäume, die schon beim Aufbau der alten Stadtgasfernleitung im Jahr 1958 standen, sollen unbedingt erhalten bleiben. Leichter hat es Ontras bei den Agrarflächen. Dort werde man mit den Bauern Vereinbarungen über die Flurschadensregulierung schließen, sagt Projektleiterin Gehrt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.07.2014

Uwe Hofmann

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