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Oliver Kreider will in die Friedensburg ziehen und eine Pharma-Firma nach Radebeul holen

Oliver Kreider will in die Friedensburg ziehen und eine Pharma-Firma nach Radebeul holen

Oliver Kreider hat offenbar seine Zuneigung zu Radebeul entdeckt. Zwar zofft sich der Immobilienunternehmer wegen der Friedensburg schon seit Jahren in einem mit allen Mitteln ausgefochtenem Rechtsstreit vor dem Oberverwaltungsgericht mit der Lößnitzstadt.

Radebeul.

Trotzdem möchte er nach Radebeul ziehen, wie er auf Anfrage den DNN sagt. Selbstverständlich in die zur Luxusimmobilie umgebaute ehemalige Ausflugsgaststätte oberhalb der Weinberge. "Es wäre optimal, in der Friedensburg zu leben", sagt er. Das ist allerdings erst möglich, wenn der Rechtsstreit entschieden ist. Kreider hofft, dass die Richter am Oberverwaltungsgericht Bautzen bis Ende des Jahres in seinem Sinne urteilen. Zuletzt hatte es noch geheißen, dass Kreider die Friedensburg an einen Interessenten weiterverkaufen wolle, sobald er Wohnrecht habe. Davon ist nun keine Rede mehr. Der bei Chemnitz lebende Investor hat die Friedensburg bei einer Zwangsversteigerung Anfang September für zwei Millionen Euro gekauft.

Erste Anzeichen, dass Kreiders Absicht ernst gemeint ist, gibt es bereits. So setzt er sich nach eigener Aussage dafür ein, dass eine niederländische Pharma-Firma ihren Hauptsitz nach Radebeul verlegt. Kreider ist seit mehreren Jahren als Investor an dem Unternehmen beteiligt, das bei Maastricht angesiedelt sein soll. Um welche Firma genau es sich dabei handelt, verrät er nicht. Klar ist nur so viel: Der Aufsichtsrat des Unternehmens muss über den Umzug noch entscheiden. Gibt er grünes Licht, sollen die Umzugswagen bereits im ersten Quartal 2015 rollen. Derzeit werde noch "geprüft, in welchem Umfang das passieren kann", so Kreider. Deshalb ist auch noch offen, wie viele neue Arbeitsplätze am einst bedeutenden Pharma-Standort entstehen können und wo.

Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) fallen da mehrere geeignete Fläche ein. Büros könnten im Wasapark gemietet werden, wo früher das Arnzeimittelwerk Dresden (AWD) saß. Außerdem wären geeignete Flächen sicher im Pharmapark oder in einem Perspektiv-Areal in Radebeul-Mitte zu finden. "Wir stehen einer wirtschaftlichen Ansiedlung grundsätzlich immer offen gegenüber", sagt der Baubürgermeister. Allerdings hat Kreider sein Vorhaben noch niemandem in der Stadtverwaltung bekannt gemacht, auch nicht den Wirtschaftsförderern. Entsprechend kann sich Müller einer gewissen Skepsis über die plötzlich Charme-Offensive Kreiders nicht erwehren: "Wir wissen noch nicht einmal, ob das Büroräume seien sollen, ob es nur um eine Repräsentanz geht oder etwas Größeres", sagt er. Wegen der vielen Fragezeichen bleibt im Rathaus vorerst der Freudensprung aus, der sonst mit dem Einzug eines starken Einkommensbeziehers samt der Aussicht auf steigende Einnahmen aus der Gewerbesteuer angebracht wäre.

Kreider gibt dazu lediglich an, dass der Hauptsitz des Unternehmens nach seinen Vorstellung auf jeden Fall Radebeul sein soll. Immerhin gibt er darüber hinaus einen Einblick ins Geschäftsmodell der Firma. Diese hat eine Software entwickelt, die Ärzte mit fortschrittlicher Messtechnik bei der Einstellung ihrer Patienten auf eine Therapie mit Medikamenten unterstützt. Kreider nennt Erkrankungen wie Depression, Parkinson, Alzheimer und ADHS als mögliche Einsatzgebiete für die Software, die unter Mitwirkung mehrerer internationaler Experten entstanden sei. "Sie hat inzwischen alle nötigen Zulassungen bekommen", sagt der Unternehmer. Gut möglich also, dass es sich zunächst um den Start in eine Serienproduktion im kleineren Maßstab handelt. Der kurzfristig geplante Umzug deutet jedenfalls darauf hin, dass man zunächst nicht mit allzu großem Gepäck nach Radebeul ziehen will.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.10.2014

Uwe Hofmann

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