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Oleg W., der Robin Hood vom Pirnaer Sonnenstein

Oleg W., der Robin Hood vom Pirnaer Sonnenstein

Gestern begann die zweite Auflage des Prozesses gegen Oleg. W.. Der Russlanddeutsche muss sich wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung, räuberischer Erpressung, Wohnungseinbruch und Diebstahls vor dem Landgericht Dresden verantworten.

Pirna/Dresden. Pirna/Dresden. Gestern begann die zweite Auflage des Prozesses gegen Oleg. W.. Der Russlanddeutsche muss sich wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung, räuberischer Erpressung, Wohnungseinbruch und Diebstahls vor dem Landgericht Dresden verantworten. Am 30. Mai hatte der erste Prozess gegen den 25-Jährigen begonnen. Er musste aber wegen einer Erkrankung der Richterin ausgesetzt werden (DNN berichteten). Nun wird der Fall neu aufgerollt.

Oleg W. hatte zwar Zeit zum Nachdenken, hat diese aber offenbar nicht genutzt. Genau wie bei der ersten Verhandlung stritt er fast alle Anklagepunkte ab. Bei den wenigen Taten, die er zugab, will er unter Drogen oder Alkohol gestanden haben.

In 30 Fällen soll er in Pirna Personen geschlagen, bedroht, bestohlen, Geld von ihnen gefordert oder mit fremden Geldkarten Bares abgehoben haben. Laut Anklage war Oleg W. nicht wählerisch, wenn er etwas wollte - er nahm es sich einfach oder bedrohte die Leute, bis sie es ihm gaben. Stimmt nicht, erklärte Oleg W., er habe niemanden bedroht, sondern alles einfach so bekommen. Geld, Handys, Geldkarten mit den dazugehörigen PIN-Nummern - alles immer ganz freiwillig.

Da spielte Angst wohl eine große Rolle - was Oleg W. gar nicht verstehen kann. Er sei doch lieb und nett und helfe allen - dafür werde er dann noch verklagt. Die Welt ist so schlecht.

Wenn er seine Geschichten erzählt, verwandelt sich der Pirnaer Sonnenstein in einen zweiten Sherwood Forest und er ist Robin Hood persönlich - der Retter der Unterdrückten, der dafür sorgt, dass andere ihr Eigentum wiederbekommen. So habe zum Beispiel nicht er, sondern ein anderer Mann einen Behinderten bestohlen und "abgezockt". Er habe dann die Sache nur in die Hand genommen, um dem armen Mann sein Eigentum zurückzubringen. Wie eigentlich bei verschlossenen Wohnungstüren? Er habe auch niemanden mit dem Messer bedroht, um Geldkarte und PIN zu bekommen und dann mehrere Hundert Euro abzuheben. Er sei auch nicht in eine Wohnung eingebrochen und habe dort Heimelektronik gestohlen - das sei ein anderer gewesen. "Ich will in einer halben Stunde 50 Euro von dir, sonst kriegst du was in die Fresse", sei keine Drohung, sondern ein Scherz und er könne sich nicht erinnern, so etwas gesagt zu haben. Da müssen die anderen etwas Falsches erzählt haben, er habe nichts getan, da sei er sich hundertprozentig sicher.

Da stellt sich allerdings die Frage, warum keiner seine Hilfe wollte und er für seine "Samariterdienste" noch angezeigt wurde. Das kann Oleg W., wie so vieles, nicht verstehen. "Die hatten Angst vor mir. Warum weiß ich nicht." Er habe einen gewissen Ruf auf dem Sonnenstein gehabt, erklärten er und sein Anwalt, der sei ihm vielleicht vorausgeeilt. "Dieser Ruf muss aber auch irgendwo herkommen", konterte Richter Birger Magnussen.

Die Vernehmung der Zeugen wird Licht ins Dunkle bringen und die verworrenen Geschichten aufklären. Zunächst sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Am 8. Oktober soll ein Urteil gesprochen werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.08.2012

ml

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