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"Obsession": die Landesbühnen stellen ihre Tänzer als Choreografen vor

"Obsession": die Landesbühnen stellen ihre Tänzer als Choreografen vor

Es ist mehr als nur eine Geste, wenn Carlos Matos, Chef der Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen, zu Beginn der Spielzeit 2015/2016 dafür sorgt, dass sich die Mitglieder seines Ensembles, von denen die Hälfte gerade neu engagiert ist, dem Publikum auf besondere Weise vorstellen können.

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Eine der „Obsession“-Choreografien mit Tommasso Quartani, Hugo Rodiques, Joana Martin und Mattia Saracino.

Quelle: Hagen König

Und das eben nicht nur als Tänzer, sondern auch mit eigenen Choreografien. Was eine gute Portion Vertrauen voraussetzt und natürlich auch Risiken in sich birgt.

Am Wochenende waren auf der Studiobühne Arbeiten von acht jungen Tänzern aus sieben Ländern als Uraufführungen zu erleben. Die sich recht unterschiedlich beurteilen lassen. Doch ganz offensichtlich ist, dass sich hier ein kleines, engagiertes Ensemble mit ausgezeichneten Künstlern auch in der Veränderung neu zu finden weiß. Wobei diese Kostprobe auch die Neugier auf Wiederaufnahmen und neuer Inszenierungen der beginnenden Spielzeit weckt.

Diese auf der Studiobühne vorgestellten Arbeiten erheben den Anspruch, von Obsessionen zu erzählen. Quasi von kleinen und großen, von verborgenen, harmlosen und auch folgenschweren Formen der Besessenheit, nicht immer mit dramatischen Folgen. Dafür haben sich die Tänzer entsprechend ihrer Erfahrungen und Ideen einiges einfallen lassen, wobei manches auch noch recht kopflastig wirkt oder sich in zu beliebiger Bewegungsstruktur verliert. Durchweg sehenswert aber ist, mit wie viel Engagiertheit die Tänzer dabei sind, wie ernsthaft sie nach Wegen suchen. Und das mit Hilfe erfahrener Theaterleute, darunter auch Irina Steiner (Ausstattung) und Carlos Matos. Der ihnen alle Freiheiten in der Choreografie zugesteht und sie beispielsweise im Umgang mit Licht beraten hat.

Was die Musik, den Sound betrifft, so finden die jungen Tänzer zuweilen keine schlüssigen Klangbilder und nur selten gibt es eine wahre Zwiesprache zwischen Musik und Tanz. Das spürt man allenthalben übrigens auch bei Arbeiten von Studierenden der Palucca Hochschule. Was ja nicht zwingend nur eine Frage des Geschmacks, des Alters, der Prägungen ist. Mit Ausnahmen dürfte es wohl eher eine Vernachlässigung dessen sein, wie Tänzer auch musikalisch, im besten Sinne ganzheitlich und mit allen Sinnen auszubilden, zu fordern sind.

Zum Auftakt des Abends hinterfragen sich die beiden Tänzerinnen Joana Martins (Portugal) und Nina Plantefeve-Castryck (Belgien) in der Choreografie "Drifting" der ersteren, wie einengend ein Korsett sein kann und wie befreiend es ist, sich halbwegs davon frei zu machen. Was vielleicht szenisch noch etwas unbeholfen wirkt, aber sie selbst sind gut dabei anzuschauen, assoziieren mit dem Korsett einen Weg ihres eigenen Suchens und Ausprobierens.

Die Arbeit von Tommaso Quartani (Italien) "Behind The Apple" als wortwörtliches Spiel mit dem Sichtbaren und Versteckten erscheint zwar erfahrener in der Struktur, bleibt aber in der Bewegung recht beliebig. Und die Geschichte vom Apfel ist hier eher dekorativ gehandhabt. Da findet sich im Duett "Zenosyne" von Nina Platefeve-Castryck (mit Tommaso Quartani) immerhin ein Ansatz, über den sich nachzudenken lohnt. Und auch Ya Nas von Bachar Mar-Khalifé unterbricht die Klang-Einöde des mitunter großen Rauschens. Eine eindringliche Geschichte erzählt "Buttana Di Toma" in der Choreografie von Michele Pastorini (Italien), basierend auf einem wahren Geschehen in Sizilien. Eine Frau bringt die Männer um, die sie vergewaltigen wollten. Und Pastorini findet dafür bedrückende szenische Bilder, die die Brutalität und das Ausmaß der Entwürdigung assoziieren. Dagegen verblassen dann schon mal andere Gruppenbilder.

Respekt verdient dieser Abend allemal. Und für das sich neu formierende kleine Ensemble ist wichtig, dass da eine kreative, engagierte Gruppe beieinander ist. Das weiß offensichtlich auch das Publikum zu würdigen. Allein schon die Herausforderung, das Vertrauen von Carlos Matos zahlt sich dabei aus. Und die Tänzer übernehmen Verantwortung für Gelungenes wie auch weniger Gelungenes, sind ermutigt. Was bei einer solchen Gruppe unerlässlich ist.

nächste Aufführung: 6.11., Studiobühne

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.09.2015

Gabriele Gorgas

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