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Oberbürgermeister Frank Neupold kündigt Gewerbeansiedlung im EWS-Areal an

"Es passiert etwas in Coswig" Oberbürgermeister Frank Neupold kündigt Gewerbeansiedlung im EWS-Areal an

Im Gewerbegebiet Elektrowärme Sörnewitz (EWS) tut sich etwas. Das verspricht Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos), der für das Frühjahr die Ansiedlung eines größeren Unternehmens im lange brach liegenden Areal ankündigt.

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Frank Neupold

Quelle: Archiv

Coswig. Außerdem spricht er im Interview mit DNN-Mitarbeiter Uwe Hofmann über die Unterbringung von Asylbewerbern, die Staatsstraße 84 und einen Lärmschutz an der Bahnlinie.

Frage: Coswig scheint bei der Aufnahme von Asylbewerbern manches besser zu machen als andere Städte, nicht umsonst gab es für die Initiative "Coswig - Ort der Vielfalt" den sächsischen Integrationspreis. Was macht Ihrer Meinung nach den Unterschied in Coswig?

Frank Neupold: Es gibt bei uns gleitende Übergänge zwischen der Verwaltung und der Initiative. Und es ist ein Glücksfall, dass die Geschäftsführer der städtischen Betriebe mitmachen und die Motoren sind, sei es die WBV mit Pia Engel, die Kulturbetriebs-GmbH mit Christiane Matthé oder auch Osman Nasr, der als Wirtschaftsförderer im Landkreis und beim Freistaat einen guten Namen hat. Wir als Stadt ebnen ihnen den Weg für dieses ehrenamtliche Engagement. Das scheint mir doch etwas anders zu sein als anderswo.

Über eine solche Unterstützung aus der hauptamtlichen Verwaltung wären die Initiativen anderer Städte sicher mehr als froh...

Dass wir die Initiative so stark unterstützen, das hängt schon von ihr selbst ab, von denen, die dort mitarbeiten. Da gibt es zwischen mir und den Mitarbeitern ein ganz enges Zusammenarbeiten. Das macht es dann aus. Einfach ist es trotzdem nicht. Es gibt aktuell mehr als 230 Asylbewerber in Coswig, in diesem Jahr werden es insgesamt einmal mehr als 500 sein. Da sagt auch der Verein, dass es ein neuer Qualitätssprung ist. Da werden wir unsere Organisation noch einmal erweitern müssen.

Es gibt Leerstand in Coswig. Warum geben Sie nicht mehr Wohnungen zur Unterbringung frei?

Es werden auch später noch Wohnungen benötigt, dann nämlich, wenn ein Asylbewerber anerkannt ist und entweder arbeiten geht oder Arbeitslosengeld II bezieht. Der braucht dann eine passende Wohnung. Nehmen Sie zum Beispiel ein Quartier mit vier jungen Männern, die alle vier eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Die wollen aus der WG raus und brauchen alle eine Einraumwohnung, die den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Das wird dann schwierig. Inwieweit Großfamilien hier bleiben, werden wir sehen. Dieser Prozess geht jetzt erst los.

Inwiefern ist denn die Großunterkunft am Prasseweg, die ein Abweichen vom Dogma der dezentralen Unterbringung ist, ein Segen? Sie kann ja den Druck mindern, der auf dem Wohngebiet lastet.

Diejenigen, die in der Nähe des Prassewegs wohnen, werden das nicht gern hören, aber es ist eine Entlastung. Es nimmt Druck weg. Wir können für die, die hier bleiben, in Ruhe Wohnungen suchen. Und es ist ein Weg, unsere Unterbringungsquote zu erfüllen. Gleichwohl handelt es sich um eine Notunterkunft, weshalb ich hoffe, dass sie nicht die derzeit beabsichtigten zehn Jahre gebraucht wird. Aber wir können derzeit nicht sagen, wie sich das alles einmal entwickelt. Im Wohngebiet wollen wir jedenfalls wieder zu einer ordentlichen Wohnungswirtschaft hin. Unsere Vorstellung ist es, keine Notunterkünfte zu schaffen, sondern solche Wohnungen zu finden, in denen die Asylbewerber auch nach ihrer Anerkennung bleiben können. Meine größte Befürchtung ist es in diesem Zusammenhang, dass wir es über Jahre nicht schaffen, den Erwartungen der Asylbewerber zu entsprechen. Dass die Wohnung nicht passt, dass es keine Arbeit gibt. Bringen die Menschen die Ausdauer mit, die auch wir nach der Wende haben mussten? Ich hoffe, dass die Menschen schnellstens begreifen, dass alles nicht so einfach ist.

Sie hören sich nicht gerade optimistisch an.

Was mir Hoffnung macht ist, dass es 2001 wegen der Russlanddeutschen auch schon Negativ-Schlagzeilen gab, von wegen dass man sich bewaffnen müsse und dass Coswig Klein-Kasachstan sei. Heute geht man davon aus, dass die Integration der Russlanddeutschen abgeschlossen ist. Das ist eine Erfahrung, von der man hier zehren kann. Wir haben mehr als 500 Russlanddeutsche hier integriert. Wir hatten in den letzten drei Legislaturperioden immer einen Russlanddeutschen im Stadtrat, derzeit ist es Frau Birkle. Da sieht man, dass die angekommen sind.

Die neue Staatsstraße 84 ist in Coswig angekommen...

...und eine neue Straße bedeutet, dass da Autos fahren. Über Jahre passierte in Kötitz nicht viel, nun sind wir an die neue Verkehrstrasse angeschlossen. Das gibt eine neue Belastung, auch weil der Bahnübergang Naundorfer Straße geschlossen ist. Wenn der geöffnet wird, wird das eine kleine Entlastung bringen. Wirkliche Entlastung gibt es aber erst, wenn die neue Brücke Nach der Schiffsmühle verkehrswirksam wird und der ganze Verkehr zur Dresdner Straße nicht mehr durch Kötitz muss.

Gibt es zur S84 einen zeitlichen Ablaufplan? Man hört ja, dass als nächstes in Meißen gebaut werden soll und das schwierige Stück durch Coswig hindurch erst einmal offen bleibt.

Die Deges Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- u. -bau GmbH hat nach Übernahme der Planungen von vorn angefangen. Alles wurde noch einmal neu betrachtet, vor allem wohl, um Kosten zu sparen. Was wir in Coswig erfahren, ist, dass die Trasse wohl bleibt, aber mit wesentlich weniger Kreuzungspunkten. Ich sehe aber, dass wirklich ganz intensiv geplant wird. Daraus lässt sich ableiten, dass wohl auch gebaut wird, aber dass ich hier noch ein Band durchschneide in den nächsten fünf Jahren, das wage ich nicht zu behaupten. Schön wäre es.

Die S84 war ja eigentlich als Schrittmacher für das Gewerbegebiet EWS gedacht. Dort gibt es derzeit Kritik, dass es mit den erhofften Ansiedlungen nicht klappen will. Bleibt das jetzt bis zum Bau der S84 so?

Ich denke nicht, dass das nicht ausgelastete Gewerbegebiet auf das Fehlen der S84 zurückzuführen ist. Generell ist das Ansiedlungsverhalten von Firmen nicht mehr das gleiche wie in den 90er Jahren. In den letzten Jahren ist es ganz ganz schwierig geworden. Alle Wirtschaftsförderer stellen fest, dass es nur noch sehr wenige Ansiedlungen gibt. Nichtsdestotrotz hoffen wir, dass wir die erste Ansiedlung im Frühjahr haben werden. Es gibt ganz ernsthafte Bemühungen von einer Firma, in die wir eine große Hoffnung legen.

Das ist dann auch etwas größeres, so wie man sich das für die EWS vorstellt?

So etwa im Umfang von 1,5 Hektar. Für kleinere Ansiedlungen bieten wir andere Flächen an.

Nach langem Ringen soll es nun doch einen beidseitigen Lärmschutz an der Berliner Bahn für das Wohngebiet und das Fachkrankenhaus geben.

Ich weiß, dass die Bahn festgestellt hat, dass man den Abzweig in Richtung Radebeul so stark umbauen muss, dass die Bahnstrecke in diesem Bereich als Neubau gewertet wird. Damit muss ein Lärmschutz gebaut werden.

Man ist also nicht mehr auf den guten Willen der Bahn angewiesen.

Richtig. Die Bahn muss jetzt einen Schallschutz bauen. Dabei geht sie von diesen ganzen innovativen Themen wie Mini-Lärmschutzwand weg und will eine Lärmschutzwand in üblicher Form und Höhe errichten.

Was ist außer den angesprochenen Themen 2016 noch wichtig?

Was für uns ein großes Projekt ist, ist die Weiterführung des Hochwasserschutzes an der Lockwitz. Dort habe wir Dutzende Eigentümer. Hintergrund der Arbeiten ist, dass der Ablauf aus dem Spitzgrundteich mindestens so groß sein muss wie der Zulauf. Das macht uns viel Arbeit, das wird uns die nächsten zwei Jahre arg beschäftigen. Außerdem gibt es ein neues Förderprogramm für Straßenbau. Das macht manches Projekt möglich, das wir ganz lange hinausgeschoben haben. Jetzt müssen wir es nur klug anstellen, dass wir vor lauter Straßensperrungen auch noch Auto fahren können. Dann haben wir noch die Erweiterung der Oberschule Kötitz. Außerdem wächst Coswig. Es sind mehr als 21 000 Einwohner im Moment, obwohl uns mal weniger als 20 000 prognostiziert wurden. Außerdem haben wir eine sehr gute Geburtenrate. Im Monat Oktober hatten wir 133 Geburten erreicht, eine mehr als im ganzen Jahr 2014. Es passiert etwas in Coswig.

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