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Obacht vor giftigen Doppelgängern

Pilzberater Reiner Helwig im Interview Obacht vor giftigen Doppelgängern

Sich auf die Suche nach Pilzen im Wald zu machen, lohnt sich noch. Zurzeit wachsen viele. Jedoch sollte man die Hände vom Stockschwämmchen lassen. Das kann ein Hobbysammler leicht mit einem giftigen Doppelgänger verwechseln, warnt Pilzberater Reiner Helwig.

Im Pilzmuseum Reinhardtsgrimma mit dem Deutschen Pilzkunde-Kabinett vermittelt Reiner Helwig nicht nur anhand von zahlreichen naturgetreuen Modellen viel Wissenswertes über Pilze.
 

Quelle: Daniel Förster

Reinhardtsgrimma.  Es lohnt sich noch, auf die Suche nach Pilzen zu gehen. Das meint Pilzexperte Reiner Helwig. Warum Hobbysammler aber Stockschwämmchen lieber im Wald stehen lassen sollten, berichtet er im DNN-Interview.

Frage: Herr Helwig, ein verlängertes Wochenende steht bevor. Lohnt es sich bei der aktuellen Witterung noch, im Wald nach Pilzen zu suchen?

Reiner Helwig: Es lohnt sich auf jeden Fall. Zurzeit gibt s reichlich Pilze. So kann man zum Beispiel Steinpilze, die essbaren Graublättrigen Schwefelköpfe, Birkenpilze und auch noch ein paar essbare Perlpilze finden. Außerdem zeigen sich allmählich die Spätherbstpilze wie Hallimasch oder der Violette Rötelritterling, die man auch essen kann. Es gibt noch viele weitere Arten, giftige natürlich auch.

Die sollte man im Wald besser stehen lassen...

Ja! Hier muss man aber auch sehr gut aufpassen, dass man einen genießbaren von einem giftigen Pilz unterscheidet und nicht den falschen in seinen Korb legt. So ist das Stockschwämmchen essbar, aber sein Doppelgänger der Gift-Häubling, wie der Name schon sagt, sehr giftig. Zwei Stück von ihm in einem Pilzgericht können bereits tödlich wirken.

Wie kann man die beiden Pilzarten unterscheiden, damit es zu keiner Verwechslung kommt?

Sie sehen sich beide sehr ähnlich. Beide Pilzarten wachsen auf Holz. Und dort können sie auch nebeneinander stehen. Von oben sehen sie optisch gleich aus. Wenn man genau hinschaut, kann man einen Unterschied am Stil erkennen. Das Stockschwämmchen hat deutlich braune Schuppenbacken, der Gift-Häubling dagegen silberfaserige Schuppen. Wenn die Pilze schon älter sind, kann man sie selbst anhand dieser Merkmale kaum noch unterscheiden. Als Pilzberater empfehle ich, die Stockschwämmchen stehen zu lassen, weil eine Verwechslung sehr gefährlich werden kann. Etliche Pilzsammler schneiden nur die Köpfe ab und da kann ganz schnell mal ein Gift-Häubling dabei sein.

Also immer nur die Pilze sammeln, die man auch wirklich kennt?

Das ist eine Grundregel, die ich gegenüber den Besuchern meines Pilzkabinetts immer wieder betone: Lesen Sie nur die Pilze auf, die Sie auch kennen, von denen Sie sich ganz sicher sind, dass sie auch essbar sind!

Und wie ist die Pilzsaison in diesem Jahr?

Der September war in diesem Jahr definitiv zu trocken. Da gab es fast keinen einzigen Pilz. Als dann endlich Regen kam, sind sie aus dem Boden gesprossen. Die Saison ging dieses Mal spät los, jetzt sind aber reichlich Pilze zu finden. In diesem Herbst wachsen etwas mehr als im vergangenen Jahr.

Wie lange lohnt es sich noch, nach Pilzen im Wald zu suchen?

Wenn Frost ist, gehe ich nicht nach Pilzen suchen. Da wird man nicht fündig. Bei milden Temperaturen wachsen sogar noch im Dezember oder Januar Pilze im geschützten Wald. Die Pilzsaison geht auf jeden Fall noch bis Dezember.

Das Pilzmuseum Reinhardtsgrimma/Deutsches Pilzkunde-Kabinett im Kulturzentrum Erbgericht, Grimmsche Hauptstraße 44, hat bis Ende November jeden Sonntag und Feiertag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Dort können Pilzsammler mit ihren Körben vorbeikommen und ihre Fundstücke auf Essbarkeit hin bestimmen lassen.

Von Silvio Kuhnert

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