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OVPS kauft der Bahn Geschäftsanteil am Regionalverkehr Dresden ab

Linienbus-Monopol OVPS kauft der Bahn Geschäftsanteil am Regionalverkehr Dresden ab

Über das Busliniennetz kann künftig der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge allein bestimmen. Sein Tochterunternehmen, die Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz steigt als Hauptanteilseigner beim Regionalverkehr Dresden ein. Aus Sicht einiger Kreisräte wird damit ein Fehler aus dem Jahr 2005 korrigiert.

Die Linienbusse des RVD sind im Stadtgebiet von Freital und auf den Straßen im ehemaligen Weißeritzkreis unterwegs.

Quelle: DNN/Archiv

Pirna. Bei der Gestaltung des Busliniennetzes bekommt der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge künftig mehr Einfluss und Mitspracherecht. Der Kreistag gab am Montagabend einstimmig grünes Licht, dass die Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz (OVPS) beim Regionalverkehr Dresden (RVD) einsteigt und die Gesellschaftsanteile der DB Regio AG erwirbt. Für den Kreis hat dies folgenden Hauptvorteil: „Über das Streckennetz kann kommunalpolitisch entschieden werden, vom Konzern“ – im Falle des RVD die Deutsche Bahn – „vorgegebene Gewinnmargen müssen nicht mehr beachtet werden“, brachte es Landrat Michael Geisler (CDU) auf den Punkt.

Die OVPS und der RVD sind die beiden großen Busgesellschaften im Kreisgebiet. Die OVPS-Busse sind hauptsächlich auf den Straßen im Gebiet des Alt-Kreises Sächsische Schweiz unterwegs; der RVD bedient das Liniennetz im ehemaligen Weißeritzkreis. Während die OVPS ein hundertprozentiges Tochterunternehmen des Landkreises ist, besitzt der Kreis am RVD nur 49 Prozent der Geschäftsanteile, 51 Prozent hatte der einstige Weißeritzkreis im Jahr 2005 an die Deutsche Bahn verkauft. Diesen Anteil wird nun die OVPS der Bahn abkaufen. Über die Kaufsumme haben beide Vertragsparteien stillschweigen vereinbart. Nach DNN-Information handelt es sich um einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag. Zur Finanzierung nimmt die OVPS einen Kredit auf.

„Mit dem Rückkauf kann eine Erfolgsgeschichte geschrieben werden“, sagte Mike Ruckh, Chef der CDU-Kreistagsfraktion. Vor fünf Jahren wäre diese Aktion seiner Meinung nach nicht möglich gewesen. Denn was den Kauf jetzt begünstigt, sind zum einen die derzeit niedrigen Zinsen bei Kreditgeschäften, zum anderen liegen die Spritpreise auf einem niedrigeren Niveau, als vor Jahren prognostiziert. Des Weiteren ist die OVPS wirtschaftlich gut aufgestellt.

Während Ruckh und Geisler sowohl den Verkauf und den nun beschlossenen Rückkauf der RVD-Anteile, als „damals wie heute richtige Entscheidung“ verteidigten, meinte Kreisrat und Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler): „Wir korrigieren einen Fehler“. Die CDU habe einst im Kreistag des ehemaligen Weißeritzkreises gegen die Bedenken der anderen Fraktionen für die Veräußerung gestimmt. Der Hauptanteilseigner legte für das Busunternehmen einen festen Jahresgewinn fest. Um diese Gewinnerwartung zu erfüllen, wurden unter anderem unrentable Linien gestrichen oder Streckenführungen geändert. Für großen Unmut sorgte beispielsweise die Änderung der Linie 400 von Dresden nach Annaberg und zurück, die ab dem Jahr 2013 aus Kostengründen nicht mehr durch den Tharandter Wald fuhr und damit die Ortschaften dort nicht mehr bediente.

Die Weichen für die Rekommunalisierung des RVD mit seinen 131 Bussen, davon 120 Linienbusse, wurden bereits im April 2015 gelegt. Damals übernahm OVPS-Geschäftsführer Uwe Thiele auch die Geschäftsleitung beim RVD. Linke-Kreistagsfraktionschefin Verena Meiwald äußerte am Montagabend einen Wunsch: „Ich ermutige Herrn Thiele RVD und OVPS zu einer Gesellschaft hinzuführen.“ Die Entscheidung, ob es in Zukunft eine oder zwei große Busgesellschaften im Kreis gibt, bleibt noch offen.

Von Silvio Kuhnert

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