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Nur ein altes Betriebsgleis stört Radebeuls und Coswigs Pläne für die neue Staatsstraße S84n

Nur ein altes Betriebsgleis stört Radebeuls und Coswigs Pläne für die neue Staatsstraße S84n

"Wenn nur dieses eine Gleis nicht wäre!" - so denken die Mitarbeiter im Radebeuler und im Coswiger Bauamt gleichlautend. Denn seit Monaten bemühen sich beide Kommunen, ein ungenutztes Gleis abmelden zu lassen, das dem früheren Coswiger Zellstoffwerk diente.

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So stellen sich Radebeul und Coswig den Verlauf der S 84n (blau) vor. In roter Farbe sind die neuen Anschluss- und Erschließungsstraßen zu sehen. Auf dem Betriebsgleis zwischen Tännichtweg und Friedrich-List-Straße, das diesen Plänen hinderlich ist, soll dabei eine Erschließungsstraße mit Wendehammer entstehen. Grafik: A. Eylert

Radebeul/Coswig. Von Uwe Hofmann

Die Schienenstränge liegen der zukünftigen "Staatsstraße 84 neu" (S 84n) im Weg, über deren Streckenverlauf die Landesdirektion Dresden bereits das Planfeststellungsverfahren eröffnet hat. Derzeit soll die S 84n wegen des Gleises noch als Hochstraße geführt werden. Das wollen weder Radebeul noch Coswig, die umfangreiche Änderungen am Verlauf angemeldet haben.

m Worum geht es?

Abschnitt 2.2 nennt das Straßenbauamt Meißen-Dresden die zur Debatte stehende Neubaustrecke zwischen dem Abzweig Naundorfer/Kötitzer Straße und der Anbindung an die Industriestraße in Coswig. Es geht meist über Coswiger Gebiet, teils aber auch die Stadtgrenze von Radebeul entlang, die auf dem Tännichtweg verläuft. Der Abschnitt gilt wegen der beengten Lage als äußerst kompliziert. Die S 84n muss das Gewerbegebiet "Grenzstraße" durchqueren und dann eng an der Bahnlinie geführt werden. Dabei sieht das Straßenbauamt derzeit keine Alternative für eine Hochstraße. Die ist aber nicht nur aufwendig im Bau, sie erschwert auch die Anbindung an die umliegenden Gewerbeflächen. Das Areal ist zu eng bebaut für raumgreifende Auffahrten auf die Hochstraße, weshalb man laut derzeitiger Planung etwa von der Grenzstraße nicht in Richtung Meißen auf die S 84n auffahren können wird. In dieser Form zerschneidet die S 84n mehr das Gebiet, als dass sie der Erschließung dient, lautet die Kritik. In den Coswiger und Radebeuler Rathäusern nehme man entsprechende Einwände der Unternehmen ernst, heißt es. Kein Wunder, haben doch Schwergewichte wie die Walzengießerei Coswig, die Getriebefabrik Coswig, Thyssen-Krupp und KBA Planeta hier ihren Standort.

m Wie sieht der Gegenvorschlag aus?

Die Straße bleibt ebenerdig und erhält Abfahrten auf Höhe von An der Schiffsmühle und der Grenzstraße, deren Verlauf verlegt wird (siehe Karte). Durch eine Verbindungsstraße von der Friedrich-List-Straße zur Auffahrt an der Grenzstraße entsteht ein neues Straßennetz, das eine Auffahrt auf die S 84n aus jedem Bereich des Gewerbegebiets und in beide Fahrtrichtungen ermöglicht. Auf dem alten Betriebsgleis entsteht eine neue Erschließungsstraße. Auf Radebeuler Seite wird durch den veränderten Verlauf ein Nebenprojekt möglich.

m Wie profitiert Radebeul?

Dort wird das Langzeitprojekt einer Straßenbrücke "Nach der Schiffsmühle" möglich. Die soll gleich drei eng beieinander liegende Bahnübergänge ersetzen und damit eine absurde Situation bereinigen: Die kurze Verbindung zwischen Gewerbegebiet und Meißner Straße wird kaum genutzt, weil eine der drei Bahnschranken meist geschlossen ist. Die Brücke könnte im Zuge des S-Bahn-Ausbaus entstehen, der in dem Bereich 2015 geplant ist.

m Wie sehen die Chancen aus?

Solange auf dem Industriegleis Betrieb erlaubt ist, wird aus all dem nichts. Andernfalls hat Straßenbauamtsleiter Holger Wohsmann Diskussionsbereitschaft signalisiert, weil er auch er die verbesserte Anbindung schätzt. Das kann allerdings Verzögerungen in das Verfahren bringen, das Wohsmann eigentlich schneller als in den üblichen drei Jahren bewältigen will. Auf einem Erörterungstermin wird dabei über die alte Planung und den Alternativvorschlag abgewogen. Bis dahin muss über das im Weg liegende Gleis entschieden sein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.12.2011

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