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Nur 15 von 83 sächsischen Weinen und Sekten erreichen Spitzenplätze

Goldregen bei Gebietsweinprämierung bleibt aus Nur 15 von 83 sächsischen Weinen und Sekten erreichen Spitzenplätze

Sachsen hat seine besten Weine und Sekte gekrönt: Bei der Gebietsweinprämierung sind in diesem Jahr 15 goldene Preise vergeben worden. Zur Verkostung angestellt waren insgesamt 83 Weine und Sekt, wovon acht nicht überzeugen konnten und leer ausgingen. Die fachkundige Jury vergab 46 Mal Silber und 14 Mal Bronze.

Hoflößnitz-Geschäftsführer Jörg Hahn ist mit sieben Medaillen zufrieden und gibt Vinotheksmitarbeiterin Angela Ihle einen Schieler aus. Der wurde übrigens mit Silber geehrt.

Quelle: Lars Müller

Coswig.  Sachsen hat seine besten Weine und Sekte gekrönt: Bei der Gebietsweinprämierung sind in diesem Jahr 15 goldene Preise vergeben worden. Zur Verkostung angestellt waren insgesamt 83 Weine und Sekt, wovon acht nicht überzeugen konnten und leer ausgingen. Die fachkundige Jury vergab 46 Mal Silber und 14 Mal Bronze. Von den mehr als 70 Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben hatten allerdings nur zwölf überhaupt Weine oder Sekte angestellt.

Man müsse die Gebietsweinprämierung attraktiver für die Betriebe machen, räumte Weinbauverbandsvorsitzender Christoph Reiner ein. Wie das gelingen kann, dazu wolle man sich mit den bisherigen Teilnehmern an einen Tisch setzen und eine Strategie erarbeiten. Schwierig war es auch, auswärtige Weinprüfer mit entsprechender Qualifikation zu finden. So waren in der zweiten Verkostungsrunde wieder nur sächsische Winzer und Kellermeister sowie ein Amtsvertreter in der Prüfungskommission. Die Fachleute verkosten und bewerten in einem solchen Fall quasi ihre eigenen Weine und die der Konkurrenz – allerdings verdeckt. Bei seltenen Rebsorten und wenigen Weinen ist trotzdem den Experten nicht selten ziemlich klar, von welchen ihrer Kollegen die Tropfen im Glas stammen oder ob sie gar aus dem eigenen Keller sind. In manchen Anbaugebieten werde bei derartigen Konstellationen im Nachhinein die Wertung des Kellermeisters für den jeweils eigenen Wein aus dem Gesamtergebnis gestrichen, hieß es. In Sachsen wolle man das prüfen.

Im Mai noch hatte Verbandschef Reiner im Interview mit den DNN vom Jahrgang 2015 einen wahren Goldregen erwartet. Nach der zweiten Verkostungsrunde im August gab sich der Qualitätsmanager von Schloss Proschwitz deutlich ernüchtert: „Es gab keinen Goldregen. Und das ist auch gut so“, sagte er ohne Umschweife. Was Reiner damit meint: Die Prüfer haben die angestellten Weine streng und realistisch beurteilt. Genau diese Glaubwürdigkeit ist auch das, was der sächsische Weinbau nach Dimethoat und Iprodion nun dringend braucht.

Dass die vom Weinskandal gebeutelte Winzergenossenschaft nicht einen einzigen Wein zur Gebietsweinprämierung angestellt hat, könnte hingegen als schlechtes Signal von der Branche gewertet werden. Hatte sich doch die Genossenschaft mit ihren Lagenweinen einen durchaus respektablen Ruf erarbeitet. Statt dort anzuknüpfen, schweigt der größte Weinproduzent der Region und hat sich von der Prämierung wie schon von der Jungweinprobe zurückgezogen.

Das Weingut Schloss Proschwitz und das Staatsweingut Schloss Wackerbarth waren hingegen besonders ehrgeizig. Allein diese beiden großen Betriebe hatten 47 Weine und Sekte angestellt und dafür auch kräftig Medaillen abgesahnt. Pro Wein werden übrigens 55 Euro Gebühren sowie „Freiweine“ für die Verkostung und die Präsentation fällig. Auch aus diesem Grund verzichten oftmals kleinere Winzer auf die Teilnahme.

Von Wackerbarth hieß es dagegen auf Anfrage, die Medaillen seien für viele unerfahrene Genießer ein erster Anhaltspunkt bei der Auswahl. Sie böten eine Orientierung und einen Überblick und könnten die Gewinnung neuer Kunden unterstützen, so Unternehmenssprecher Martin Junge. Die Auszeichnungen der Gebietsweinprämierung lieferten ferner erfahrenen Weinkennern eine Bestätigung. Außerdem stärkten sie das Interesse, neue Weingüter und Winzer kennenzulernen sowie neue Weine und Sekte zu testen, ist Junge überzeugt. Wackerbarth klebt die Medaillen auch stolz auf die Flaschen, was wiederum Kosten verursacht. Auch darauf verzichten einige Winzer.

Bei den Weinen in der eigenen Vinothek lässt auch Hoflößnitz-Geschäftsführer Jörg Hahn die gewonnen Medaillen kleben. Es gebe Kunden, die sich daran orientierten. Das Radebeuler Stadtweingut hat mit Gold für den Souvignier gris einen Achtungserfolg erzielt; diese pilzwiderstandsfähige Rebsorte kommt in manchen Jahren gänzlich ohne chemischen Pflanzenschutz aus und lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick im Keller zu durchaus brauchbaren Weinen ausbauen. Weitere fünf Weine – Grauburgunder, Schieler, Riesling, Johanniter und Solaris – des Bio-Betriebs erhielten Silber, der Traminer immerhin Bronze. „Es ist eine Bestätigung unserer Arbeit“, sagte Hahn freudig.

Auch kleinere Weingüter konnten mit exzellenten Tropfen die Fachleute überzeugen, wobei sich die Lage Meißner Kapitelberg offenbar als äußerst optimal für perfektes Lesegut herausstellte. So gab es Gold für den Grauburgunder (2015) und den Traminer (2014) vom Weingut Vincenz Richter. Aus derselben Lage im Spaargebirge stammen die Trauben für den im Holzfass gereiften Spätburgunder, Jahrgang 2013, des Weinguts Schuh. Diesem edlen Rotwein hat Betriebsleiter Matthias Schuh damals noch als Angestellter im elterlichen Betrieb besonders viel Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet, die sich letztendlich gelohnt haben.

Von Lars Müller

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