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Notunterkunft in Großröhrsdorf wird wohl doch bleiben

Notunterkunft in Großröhrsdorf wird wohl doch bleiben

Großröhrsdorf. Die Großröhrsdorfer Notunterkunft für Asylbewerber kann womöglich doch nicht wie von Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) beabsichtigt bis Weihnachten geschlossen werden.

Zumindest lehnt die Landesdirektion Sachsen das Ansinnen des Landrats ab, bis Jahresende keine Asylbewerber mehr in den Landkreis Bautzen zu schicken. Das sollte dort genügend Kapazitäten verschaffen, damit die in die Kritik geratene Notunterkunft schon wenige Tage nach ihrer Eröffnung wieder geschlossen werden kann.

Derzeit sind in Großröhrsdorf in einer ehemaligen Turnhalle 15 meist aus Tunesien stammende Asylbewerber untergebracht. 86 weitere muss der Landkreis dem Verteilungsschlüssel zufolge in diesem Jahr noch aufnehmen. Da alle übrigen Kapazitäten ausgereizt sind, finden sie wohl nur in Großröhrsdorf Platz. Neben der dortigen Notunterkunft habe man bereits das Asylbewerberheim in Kamenz um 100 Plätze erweitert und im Hoyerswerdaer Heim den Gemeinschaftsraum vorübergehend für die Unterbringung von zwölf Asylbewerbern eingerichtet. Mehr gehe vorerst nicht, wie die Verantwortlichen versichern. Aktuell leben im gesamten Landkreis 1062 Asylbewerber.

Auch die Landesdirektion Sachsen begründet ihre Ablehnung mit Kapazitätsproblemen. Man müsse im Hinblick auf die Weihnachtsfeiertage genügend Freiraum in der Erstaufnahmeeinrichtung Chemnitz vorhalten, heißt es auf DNN-Anfrage. Wie man im Landkreis Bautzen auf diese Ablehnung reagiert, war gestern nicht mehr in Erfahrung zu bringen. Unklar ist auch, wieviel Hoffnung Harig in eine für ihn positive Antwort gelegt hat. In der Landesdirektion jedenfalls ist seine Bitte um Aufschub bisher ein einmaliger Fall.

Gut möglich also, dass die Notunterkunft in Großröhrsdorf bleibt. Sie war in die Negativschlagzeilen geraten, weil die Polizei dort schon kurz nach der Eröffnung mehrfach in kurzer Folge anrücken musste (DNN berichteten). So hatte am Donnerstag ein betrunkener 26-jähriger Asylbewerber randaliert und vor der Unterkunft ein Feuer angezündet. Am Freitag musste der Rettungsdienst einem ebenfalls berauschtem 34-Jährigen helfen, der sich mit einem Messer selbst verletzt hatte. Am gleichen Tag meldete sich ein 23-Jähriger, der in der Nähe der Unterkunft angeblich von einem Asylbewerber mit einem Messer angegriffen worden sei und leichte Verletzungen davon getragen habe. Die Polizei ermittelt noch "in alle Richtungen", wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilt. Auch der Wahrheitsgehalt der Aussage des jungen Mannes wird dabei näher geprüft. Seither hat die Polizei allerdings keine Vorfälle mehr im Heim und seinem näheren Umfeld registriert.

Erst im neuen Jahr hofft der Landkreis Bautzen auf Entspannung bei seinen Kapazitätsengpässen. Dann können in einem derzeit im Umbau befindlichen Gebäude an der Flinzstraße in Bautzen 60 Asylbewerber einziehen. Später soll das neue Heim auf 260 Plätze erweitert werden. Weitere Planungen gibt es für ein ehemaliges Lehrlingswohnheim in Neukirch mit vorerst 50, später 90 Plätzen und das Parkhotel Niedergurig mit 150 Plätzen. Weitere Standorte seien in der Prüfung, werden aber noch nicht bekanntgegeben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.12.2014

Uwe Hofmann

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