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"Notreserve" wird bereits jetzt zur Asylunterkunft

Pirna "Notreserve" wird bereits jetzt zur Asylunterkunft

Am Montag beginnt die Einquartierung von bis zu 200 Asylsuchenden in die Turnhalle des Berufsschulzentrums in Pirna-Copitz. Die Verantwortlichen des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sahen sich zu diesem Schritt gezwungen.

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Anwohner protestieren vor dem BSZ Pirna gegen die Entscheidung des Landkreises.

Quelle: Daniel Förster

Pirna. Am Montag beginnt die Einquartierung von bis zu 200 Asylsuchenden in die Turnhalle des Berufsschulzentrums in Pirna-Copitz. Die Verantwortlichen des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sahen sich zu diesem Schritt gezwungen, um der steigenden Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge Herr zu werden. Derzeit stehen laut den Verantwortlichen des Landkreises keine Alternativen zur Verfügung. Bereits vor einigen Wochen wurde von der Behörde beschlossen, die Turnhalle als Notreserve einzuplanen. In der letzten Woche konnte die Belegung der Sporthalle dann nur abgewendet werden, weil das Landratsamt kurzfristig 90 Plätze für Asylbewerber in der Jugendherberge Copitz bereitstellen konnte.

Am Freitag wurde nun kurzfristig damit begonnen, die Turnhalle als Erstaufnahmeeinrichtung umzufunktionieren. Dazu errichteten Mitarbeiter einer Leiharbeitsfirma einen großen Bauzaun als Sichtschutz um das Gelände. Mitarbeiter der TDS Tourismus- und Dienstleistungsgesellschaft Sebnitz stellten dann bis zum späten Freitagabend insgesamt 130 Not- und Feldbetten auf. Bereits am Nachmittag kam es während der Arbeiten am Zaun zu einer kleinen, spontanen Kundgebung von etwa 15 Personen. Sie zeigten ein Transparent mit der Aufschrift "Wir wollen keine westdeutschen Verhältnisse". Im weiteren Verlauf des Abends versammelten sich gegen 20 Uhr etwa 100 Menschen vor dem Haupteingang der Schule. Sie folgten einem spontanen Aufruf aus den digitalen Medien. Auch ein Flyer rief zu der Versammlung auf.

Viele Anwohner reagierten mit Unverständnis darauf, nicht in eine solche Entscheidung eingebunden zu sein. Sie diskutierten mit Polizeibeamten und forderten, mit dem Landrat und dem Bürgermeister zu sprechen. Später bekam die Ansammlung dann von Teilnehmern einer Demonstration der asylkritischen Bürgerinitiative Heidenau "Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit" Zulauf. Etwa 350 Teilnehmer zogen zuvor zwischen 19 und 20.30 Uhr in einem Spaziergang vom Busbahnhof Pirna durch die Innenstadt zu einer Kundgebung vor dem Rathaus. Gegen 21.30 zog die Polizei ihre starke Präsenz zurück und die Versammlungen lösten sich auf. Laut dem Beamten kam es zu keinen größeren Zwischenfällen. Lediglich im Bereich der Herberge "Am Wesenitzbogen" kam es zu Böllerwürfen.

Landrat Michael Geisler (CDU) hatte in den vergangenen Wochen mehrfach deutlich gemacht, dass Notunterkünfte in Turnhallen sowohl für Schüler und Sportler, als auch für Flüchtlinge ungeeignet seien. Deshalb sollte von solchen Maßnahmen nur als letztes Mittel Gebrauch gemacht werden. Die Einquartierung der Asylsuchenden in der Sporthalle der Berufschule in Copitz zeigt daher, wie angespannt die Situation im Landkreis derzeit ist.

Die Belegung der Turnhalle soll nun ab heute schrittweise erfolgen, um die zumutbare Belastungsgrenze auszuloten. Diese soll laut Landratsamtes eine Zahl von 200 Asylsuchenden jedoch nicht überschreiten. Das komplette Areal der Sporthalle wird durch den Sichtschutz von der Schule abgegrenzt. Der Zugang der Asylbewerber erfolgt über einen separaten Eingang. Bis zum Jahresende wird der Landkreis wöchentlich etwa 200 oder mehr Flüchtlinge vom Freistaat zugewiesen bekommen. Damit werden bis Ende Dezember noch mindestens 1200 neue Plätze benötigt.

Sebastian Burkhardt und Daniel Förster

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