Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Norbert Reißmann neuer Pfarrer in Weinböhla: "Ein bisschen Bauchgrummeln muss sein"

Norbert Reißmann neuer Pfarrer in Weinböhla: "Ein bisschen Bauchgrummeln muss sein"

Norbert Reißmann ist neuer Pfarrer der evangelischen St.-Martins-Kirche in Weinböhla. Am 1. August hat der 40-Jährige seinen Dienst angetreten. Zuvor war er elf Jahre Seelsorger im Westerzgebirge.

Voriger Artikel
Stadtführung durch Altkötzschenbroda: "Buntes Wunder" auf dem Dorfanger
Nächster Artikel
Aronia-Ernte in Sachsen hat begonnen

Pfarrer Norbert Reißmann in seiner "neuen" Kirche.

Quelle: Martin Förster

Weinböhla. Die Ortsveränderung könnte frischen Wind in die Gemeinde bringen. Und auch er selbst bekomme die Möglichkeit, eingefahrene Gleise zu verlassen, meint Reißmann.

Woher kommen Sie?

Aus der Nähe von Plauen im Vogtland. Ich habe an der Theologischen Fakultät in Leipzig studiert, war anschließend Vikar in Zwickau und habe 2003 meine erste Pfarrstelle in Zschorlau im Westerzgebirge angetreten. Nach zehn Jahren bekommt man für gewöhnlich einen Brief vom Landeskirchenamt. Darin wird den Pfarrern ein Ortswechsel empfohlen. Das ist gut so, weil es frischen Wind in die Gemeinden bringt und man selber auch eingefahrene Gleise verlassen kann. Der frühere Pfarrer von Weinböhla, Friedrich Scherzer, hat es ebenso gemacht wie ich und ist nach Hainichen gegangen.

Aber wie sind Sie auf Weinböhla verfallen?

Ganz einfach, ich habe vor drei Jahren geheiratet, meine Frau Jana ist Dresdnerin und eine der Organisatorinnen des Moritzburg-Festivals, das Anfang August beginnt. Wir haben inzwischen zwei Mädchen, Helene ist zwei, Alma ein halbes Jahr alt. Außerdem ist die Gegend herrlich und die Gemeinde hat auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht.

Wie viele Bewerber gab es denn auf die Pfarrstelle?

Sehr viele. Drei Bewerber durften sich dann den Gemeindemitgliedern mit Gottesdienst und anschließender Fragerunde vorstellen. Die Kirche war mit weit über 100 Interessierten gut gefüllt. Das Spannende für mich war, dass fast alle Leute nach dem Gottesdienst geblieben sind und uns drei Bewerber auf Herz und Nieren geprüft haben.

Wann werden Sie Ihre erste Predigt halten?

Am 10. August. Wir haben ja hier ein sogenanntes Schwesternkirchverhältnis. Die Orte Oberau, Niederau, Großdobritz und Gröbern gehören noch mit zu diesem Verband, der zwei Pfarrer hat. In zwei der Dörfer werde ich meinen ersten Gottesdienst halten. Der Einführungsgottesdienst ist erst am 31. August. Ein bisschen "Bauchgrummeln" habe ich aber jetzt schon. Und das ist auch gut so.

1700 Protestanten gibt es im Ort. Wie viel Prozent der Weinböhlaer sind das?

17 Prozent. Verglichen mit Zschorlau ist das herzlich wenig. Dort sind 50 Prozent der Einwohner Protestanten. Es ist nach wie vor so: Je gebirgiger die Region, desto frommer die Leute.

Ist die St.-Martins-Kirche gut in Schuss?

Ja, sie ist zu DDR-Zeiten weitgehend saniert worden. In nächster Zeit dürften da nicht all zu viele Bauarbeiten anstehen. Das Besondere in Weinböhla ist, dass ein Kindergarten zur Gemeinde gehört. Er liegt etwa 100 Meter von unserem Pfarrhaus entfernt.

Was wollen Sie beibehalten, was anders machen als Pfarrer in Weinböhla?

Ich will nichts überstürzen, sondern mir alles erst einmal ein Jahr lang anschauen und dann überlegen, was sich vielleicht anders machen ließe. Ich habe den Eindruck, dass es hier eine ganz engagierte Gemeinde gibt, in der sich viele Menschen einbringen. Das möchte ich erhalten. Ich will nicht, dass sich jemand vor den Kopf gestoßen fühlt. Die Leute sollen das, was sie bisher gern gemacht haben, auch weiter gern tun.

Was für Angebote gibt es denn?

Es gibt verschiedene Kreise, in denen man sich alle 14 Tage oder auch monatlich trifft. Wir haben hier den Bibelkreis, den Altenkreis, einen Frauen- und einen Männerkreis. Der wöchentliche Konfirmandenunterricht gehört dazu und natürlich der sonntägliche Gottesdienst. In Zschorlau haben wir jedes Jahr im Frühjahr eine Gemeindefahrt unternommen, um gemeinsam andere Kulturen kennenzulernen. Wir sind für ein paar Tage als Reisegruppe im deutschsprachigen Ausland unterwegs gewesen. Mal sehen, ob wir das in Weinböhla auch hinbekommen - vielleicht nächstes Jahr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.08.2014

Gespräch: Katrin Richter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

19.11.2017 - 15:05 Uhr

Einsatz des Innenverteidigers in Dresden noch offen / Italo-Argentinier hat noch viele Freunde in der Elbmetropole

mehr