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Nicht ohne meine Tochter - 37-Jähriger aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach kämpft um das Sorgerecht

Nicht ohne meine Tochter - 37-Jähriger aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach kämpft um das Sorgerecht

Die Bundesregierung hat am Freitag einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, der die Rechte von unverheirateten Vätern stärken soll. Auch gegen den Willen der Mutter sollen sie künftig das Sorgerecht für das gemeinsame Kind beantragen können.

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Will das Sorgerecht für seine Tochter: Thomas M. aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Im Moment darf er die Kleine zweimal pro Woche sehen.

Quelle: Andor Schlegel

Warum die Reform dennoch unzureichend sein könnte, zeigt die Geschichte von Thomas M. aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach.

Als Thomas M. zusammen mit seiner Freundin vor drei Jahren ein Kind erwartet, ist eigentlich alles perfekt. Beide sind verliebt und freuen sich auf die gemeinsame Tochter. Dennoch gibt es ein Problem, das die Beziehung belastet. Thomas hat, so beschreibt er es selbst, ein gestörtes Verhältnis zu seiner Mutter. "Immer wenn ich sie besucht habe, hat sie mich mit übersteigerter Mutterliebe erdrückt", erinnert sich der 37-Jährige. Er habe sich daher von seiner Mutter distanziert. Die Familie seiner Freundin kann das nicht verstehen. Sie möchte die Mutter einladen, damit er sich wieder mit ihr versöhnt. Für den Maschinenbauingenieur kommt das nicht in Frage. Als sich seine Freundin und deren Familie nicht von der Zwangsversöhnung abbringen lassen, nimmt sein Leben eine dramatische Wendung. Kurz vor dem Winter sitzt er ohne Bleibe vor der Tür und seine Freundin erklärt die Beziehung für beendet. Unterschlupf findet M. in einem 400 Meter entfernten Haus, das er für seine Familie gekauft hatte, um es auszubauen. Im Herbst 2009 ist das Gebäude aber noch eine Baustelle. Thomas M. lässt sich in einem winzigen Zimmer nieder, weil sich das am besten heizen lässt.

Noch schlimmer als die äußeren Bedingungen ist jedoch das Ende der Beziehung zu seiner Freundin. Im März 2010 spitzt sich die Situation weiter zu: "Ich bekam eine SMS, in der mir meine Ex-Freundin erklärte, dass ihr Eltern und Jugendamt dazu geraten hätten, das alleinige Sorgerecht anzustreben, weil sie mir sonst ständig wegen Unterschriften hinterherlaufen müsste. Außerdem stellte sie klar, dass ich kein Sorgerecht erlangen könnte, wenn sie es nicht will", erzählt M. Nach heutiger Gesetzeslage wäre diese Begründung jedoch unzureichend, weil das Bundesverfassungsgericht im Juli 2010, als es die bisherige Regelung kippte, festgestellt hat, dass Bequemlichkeiten oder Verletztheiten irrelevant sind.

Thomas M's Tochter wird jedoch vor dem Urteil im April 2010 geboren. Bei der Geburt darf er dabei sein, hat ansonsten aber nichts zu sagen. In den folgenden Monaten besucht er die Kleine, so oft es geht, bis sich die Situation im Januar 2011 schlagartig ändert. "Ich durfte damals stundenweise vorbeikommen. Vieles, was ich getan habe, wurde kritisiert. Ihre Anweisungen habe ich irgendwann nur noch mit: 'Jawohl Frau Sorgeberechtigte' quittiert." Allerdings habe sie sich das verbeten und ihn rausgeschmissen. "Ich war sauer und wollte die Tür zuknallen. Auf einmal schreit jedoch meine Ex-Freundin laut auf." Wie Thomas M. berichtet, soll sie den Arm dazwischen gehalten haben. Anschließend rufen seine Ex-Freundin und deren Mutter die Polizei.

Am Ende bekommt er Anzeigen wegen Bedrohung und Körperverletzung, die jedoch im Sande verlaufen. Dennoch darf er sein Kind nicht mehr besuchen. Erst 16 Wochen später ist es ihm erlaubt, seine Tochter wieder sehen, allerdings nur unter Aufsicht in einem Kinderheim. Nachdem die Anschuldigungen sich nicht erhärten lassen, kann er sein Kind zwei Stunden pro Woche bei sich zu Hause begrüßen. Dennoch möchte M. endlich eine verbindliche Entscheidung. Vor Gericht kämpfte er seit Ende 2011 darum, dass das Sorgerecht geteilt wird. Vor kurzem erging der Beschluss. Wie er es befürchtet hatte, scheiterte er mit seinem Ansinnen. Zudem darf er seine Tochter nur mittwochs und jeden zweiten Sonnabend sehen. Problematisch bewertet Thomas M. vor allem das Kontinuitätsprinzip, von dem sich die Richter oft leiten lassen. Es besagt, dass sich für das Kind möglichst nichts ändern soll.

Eine Benachteiligung der Väter sieht auch Doris Schröder vom Dresdner Verein Väteraufbruch für Kinder, bei dem Thomas M. Hilfe suchte: "Wir machen häufig die Erfahrung, dass es fast keine Rolle spielt, wie die Väter sich in oder außerhalb von Familienrechtsverfahren um ihre Kinder bemühen, wenn eine Mutter boykottiert." Die Ex-Freundin von Thomas M. wollte sich auf DNN-Anfrage nicht zu dem Sachverhalt äußern. Stephan Hönigschmid

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.10.2012

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