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"Nicht nur Kaffeetrinken und Bücherlesen" - In der Stadtbibliothek Pirna herrscht reger Betrieb

"Nicht nur Kaffeetrinken und Bücherlesen" - In der Stadtbibliothek Pirna herrscht reger Betrieb

Bereits morgens an einem gewöhnlichen Wochentag herrscht in der Stadtbibliothek Pirna reger Betrieb. Zwischen den Polstern der Lesesofas wird eifrig geschmökert.

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Gaby Langmann legt Wert auf den persönlichen Kontakt: "Eine Selbstverbuchungsanlage kann einfach keine herzliche Atmosphäre schaffen."

Quelle: Susann Schädlich

Ein Mittfünfziger blättert in einer Tageszeitung und an der Ausleihtheke piepst der Code-Scanner im Sekundentakt. Zugegeben, die Schulferien sind momentan im vollen Gange, dennoch fällt auf: Das Haus an der Dohnaischen Straße zieht die Pirnaer irgendwie an. 110 000 Besucher im Jahr zählt die Bibliothek der 37 645-Einwohner-Stadt.

Dass die Bücherei ankommt, zeigten auch die Rekordzahlen beim diesjährigen Buchsommer, einem sachsenweiten Projekt während der Sommerferien, das Kinder und Jugendliche für das Lesen zu begeistern versuchte. In der Pirnaer Stadtbibliothek steckten dabei 536 Kinder und Jugendliche ihre Nasen in die Bücher. Fast 100 junge Leser kamen dabei auf den Geschmack und meldeten sich neu an. 2008, beim ersten Pirnaer Buchsommer, wurden 182 Bücher von 54 Kindern gelesen.

Dass die Bibliothek derart gut läuft, ist auch das Verdienst von Gaby Langmann. Seit 1997 lenkt sie die Geschicke des Hauses und versucht, die Pirnaer zum Lesen zu animieren. "Mein Job besteht keinesfalls aus Bücherlesen und Kaffeetrinken, wie das so mancher glaubt. Ich muss nicht nur eine kleine Firma leiten, sondern auch viel Motivationsarbeit leisten," sagt sie. Für Kinder im Vorschulalter hat sie deshalb beispielsweise die "Reise ins Buchstabenland" ins Leben gerufen, bei dem Kinder spielerisch an das Alphabet herangeführt werden. Jugendliche werden regelmäßig bei einem "Book-Slam", auf den Geschmack aktueller Jugendbücher gebracht. Erwachsene können heute zum Beispiel bei der Kriminacht der bekannten Autorin Evelin Heimann lauschen. Sie wird ab 20 Uhr aus ihrer Reihe der "Blinde und der Blonde" lesen.

Wichtig sei es auch, den persönlichen Bezug zur Kundschaft nie zu verlieren. "Ich könnte an manchen Stellen sicher auch eine Selbstverbuchungsanlage aufstellen, aber die kann einfach keine herzliche Atmosphäre schaffen", sagt die Bibliothekarin. Was dem Erfolg der Pirnaer Bibliothek ebenfalls in die Karten spielt: "Wir haben hier ein wunderschönes Gebäude, vielmehr eine Erlebnisbibliothek", meint sie. Tatsächlich versprüht der historische Bau einen besonderen Charme. Bunte Deckenverzierungen, barocke Schwingtüren und gut erhaltene Holzbalken im Dachstuhl erinnern an vergangene Zeiten.

Dass die Bibliothek zusätzlich von ihrer komfortablen Lage profitiert, ist ihrer Leiterin durchaus bewusst: "Anderswo werden Bibliotheken an den Stadtrand oder viel befahrene Straßen verbannt, uns erreicht man im Zentrum", weiß Langmann. Neben dem Stammpublikum kämen dadurch auch eine ganze Reihe von Touristen, für die inzwischen sogar ein spezielles Tagesticket angeboten wird.

Dabei sah es nicht immer rosig um das Haus aus. Die Jahrhundertflut 2002 und das Hochwasser im vergangenen Jahr trafen die Bibliothek schwer. Im Erdgeschoss stand das Wasser weit über zwei Meter hoch, vorbereitet seien sie auf solche Wassermassen nicht gewesen. "Die meisten Bücher konnten wir retten. Aber die Gebäudeschäden waren enorm", weiß Langmann noch. Inzwischen haben sich die Bibliothekschefin und ihr Team auch dahingehend angepasst. Der Ausleihtresen im Erdgeschoss lässt sich nun beispielsweise mit ein paar Handgriffen abbauen. Der Fahrstuhl fährt im Katastrophenfall nun nicht mehr automatisch nach unten, sondern nach oben. Elektrokabel können im Ernstfall aus dem Boden genommen und an die Decke gehängt werden. "Gegen das Hochwasser sind wir in Zukunft gewappnet. Hoffen wir mal, dass die Pirnaer die Lust am Lesen nicht doch noch verlieren", meint Gaby Langmann mit einem Augenzwinkern.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.10.2014

Susann Schädlich

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