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Neun Monate Haft für einen einfachen aber raffinierten Bankbetrug

Neun Monate Haft für einen einfachen aber raffinierten Bankbetrug

Schnell und ohne Arbeit an viel Geld zu kommen, davon träumen viele. Da lassen sich kleine und große Ganoven immer wieder etwas Neues einfallen. Jens B. hat da eine eigenwillige und relativ geschickte Methode.

Allerdings war die im Nachhinein auch nicht erfolgreich. Wegen Betrug musste er sich deshalb gestern vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.

Am 20. August 2012 soll er, so die Anklageschrift, mit dem Personalausweis eines Herrn H. in eine Bankfiliale in Priestewitz bei Meißen marschiert sein und sich bei einer Angestellten als Inhaber des Kontos von Thomas H. ausgegeben haben. Zur Legitimation legte er dessen Personalausweis vor. Dann habe er die Geldkarte sperren lassen, da sie ihm angeblich abhanden gekommen sei, und per Auszahlungsbeleg 5000 Euro abgehoben haben. Weil dies so problemlos funktionierte, wurde kurze Zeit später die Nummer in einer Bankfiliale in Ottendorf-Okrilla noch einmal abgezogen. Hier kassierte er 9000 Euro. Auf einem Auszahlungsschein wurde aber sein Fingerabdruck gefunden, so kam man ihn auf die Spur.

Jens B. räumte über seinen Anwalt die Taten ein. Er selbst sei zu aufgeregt um zu sprechen, ließ er verkünden. Er sei krank, leide unter Panikattacken und müsse deshalb Medikamente nehmen. Der Mann mag gesundheitliche Probleme haben - aber so aufgeregt kann er nicht gewesen sein. Der 49-jährige Berliner hat reichlich Gerichtserfahrung. Sein Strafregister weist 36 Einträge auf. Zuletzt kassierte er elf Monate auf Bewährung. Die Bewährungszeit dauert noch bis 2015.

Er habe die Taten zwar begangen, aber nicht geplant, ließ er erklärten. Dies habe eine "Kneipenbekanntschaft" getan, deren Namen er aber nicht preisgeben wollte. Dieser Person sei aufgefallen, dass er Thomas H. ähnlich sehe und habe sich um alle Details gekümmert, auch um den Personalausweis. Er wusste, so der Angeklagte, bei welcher Bank das Opfer sein Konto hatte und habe ihn zu den Filialen gefahren und dort gewartet. Das scheint zu stimmen, eine Zeugin hatte bei der Polizei von einem zweiten Mann berichtet, der sich im Umfeld aufhielt. Das Geld, insgesamt 14 000 Euro, habe man sich dann geteilt. Dem Opfer entstand durch den Betrug kein finanzieller Schaden, den übernahm die Bank, die ihn zur Regulierung an eine Versicherung weiterreichte.

Was Jens B. und der unbekannte Planer getan haben, ist kriminell. Man fragt sich aber doch, warum zwei Mitarbeiterinnen in verschiedenen Bankfilialen nicht aufgefiel, dass der Mann auf dem Ausweis ein anderer ist als der, der vor ihnen steht. Da war man offenbar sehr leichtgläubig. Dieser Meinung war auch Richter Frank Ponsold. "Ich habe in meinem Leben schon viel erlebt, aber so etwas noch nicht. Da war Raffinesse gefragt. Aber man hat es Ihnen auch sehr einfach gemacht. Eine Schalterangestellte muss sich doch den Ausweis genau anschauen. Da kann es einem ja Himmelangst werden."

Ponsold verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten. Die muss Jens B. auch abbrummen. Bei seinem Vorstrafenregister war Bewährung nicht mehr drin, zudem er bei den Taten ja schon unter Bewährung stand. "Mit fast 50 Jahren sollten Sie nicht mehr so einen Mist verzapfen und endlich einmal Ihr Leben planen", gab ihm der Richter mit auf den Weg."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.06.2013

ml

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