Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Neuer zweiteiliger Tanzabend an den Landesbühnen Sachsen

Neuer zweiteiliger Tanzabend an den Landesbühnen Sachsen

Wo D.A.L.I. drauf steht, kann ja auch Dalí drin sein, denken sich wohl die Besucher der neuen Tanzproduktion der Landesbühnen Sachsen. Und suchen im zweiteiligen Abend auf der Studiobühne nach entsprechenden Spuren.

Voriger Artikel
Freitaler Lions spenden für Jugendsozialarbeit
Nächster Artikel
Moos soll Bienen vor dem Abstieg retten

Malwina Stepien, Martin Angiuli, Petra Zupancic, Tommaso Quartani und Nina Plantefève-Castryck in D.A.L.I. - Die Allmacht lärmender Intuition", der Choreografie von Carlos Matos.

Quelle: Hagen König

Um schließlich herauszufinden, dass es dabei weniger um die konkrete Lebensgeschichte des vielseitigen spanischen Künstlers Salvador Dalí (1904-1989) geht, vielmehr um ganz persönliche Erfahrungen der Choreografen mit dem Surrealismus überhaupt, mit seinem Einfluss auf die Künste auch der Gegenwart.

Nicht zu übersehen ist bei dieser Produktion die Qualität der Tanzcompagnie, die sich mit neuen Engagements deutlich auch schon wieder weiter entwickelt hat, und das offenbar mit einem guten Gespür für besondere Tänzer, die sich in der Bewegungssprache unterschiedlichen Anforderungen zuordnen können. "D.A.L.I. - Die Allmacht lärmender Intuition", so benennt Carlos Matos sein Stück. Und irritiert schon mit der Sprachmetapher. Doch noch mehr geben die Tanzbilder, gibt die Körpersprache bewusst Rätsel auf, die sich vielleicht erst bei einem wiederholten Besuch des Abends als solche erkennen lassen. Zunächst will man nur wissen und verstehen, findet schließlich aber heraus, dass die Geschichten nicht minder zum Assoziieren verlocken wollen. Allerdings auf eine Weise, die dem einen mehr und dem anderen wohl weniger zusagt.

Wenn die Besucher die Studiobühne betreten, finden sie eine Art Ausstellungsszenario vor, das sich vielleicht auch erst später als Assoziation zum Dalí-Gemälde "Der Schlaf" (1937) erahnen lässt. Matos stellt einige seiner Tänzer, gestützt auf dünne Stecken, so zur Schau, dass sie an jene wie aus einer Wunderlampe entschlüpfte Kopfgeburt von Dalí erinnern. Wiewohl die Darsteller auf der Bühne aber doch recht diesseitig erscheinen. Was sich schon zeigt, wenn die scheinbar stabilisierenden Stützen fallen oder später bewusst damit gespielt wird, wie die Tänzer eher belustigt auf die undurchschaubaren Geschehnisse reagieren.

Obgleich das Stück deutlich auch markante Tanzbilder aufweist, beispielsweise die Szene der aufgereihten Gruppe, wo es um Ausgrenzung, Absplitterung geht, vermag es Matos, der im Programm auf eine gemeinsame Choreografie mit den Tänzern verweist, spürbar zu wenig, die bewegten Aussagen auch zu verdichten. Das schlingert sich in der Tanzsprache (auf hohem Niveau) so eine ganze Weile hin, ist nicht ausreichend konturiert und schwer fassbar. Was - angesichts von Allmacht und lärmender Intuition - so auch beabsichtigt sein dürfte. Doch selbst ein Bauchgefühl kann auf der Bühne nicht ohne schlüssige Form auskommen.

In der Gastchoreografie von Massimo Gerardi erfährt D.A.L.I. eine weitere Deutung mit "Des Abends lustvolle Imagination". Als Variation des Titels könnte das noch austauschbar sein. Ist es aber nicht, weil sich die beiden Stücke deutlich unterscheiden, sowohl in der Struktur als auch im Wechsel zur erzählerisch konsequenter gehandhabten Bewegungssprache des italienischen Choreografen und Tänzers, der seit 2012 als Dozent für Modernen Tanz an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden arbeitet. Das macht spürbar den Reiz der miteinander verquickten Uraufführungen aus, zumal die Tänzer hier ihre Wandlungsfähigkeit beweisen können. Die ihnen aber von Carlos Matos, Chef der Tanzcompagnie, längst auch permanent, im Wechsel seiner eigenen Choreografien abverlangt wird.

Als Qualität des Abends erweist sich auch die Bühne von Marlit Mosler. Was ja als Gestaltungselement im Tanz, zumal auf dieser Studiobühne, bekanntermaßen schwierig ist. Bei Matos sind es vor allem graue Postamente, die zunächst als Sockel für die "Statuen" oder später auch als forcierte Klanginstrumente dienen. Und "Der Schlaf" von Dalí nimmt auf einem Tuch in einer Art Nabelgeburt Gestalt an. Die Bühne von Gerardi ist speziell von einem Riesenei, aus dem sich ein unbehaustes Wesen befreit, sowie unzähligen kleinen Ablegern geprägt, welche letztlich durch die Aktionen der Tänzer wie weggefegt, ausgelöscht erscheinen. Besonders aber gibt der große Spiegel mit seinen Dopplungen und Verwerfungen Rätsel auf, was aber viel zu schnell entschlüsselt wird.

D.A.L.I., Uraufführungen der Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen, wieder am 16.1., Beginn 20 Uhr, in Radebeul; am 18.1., 18 Uhr, im Kulturschloss Großenhain, am 31.1. und 5.2., jeweils 20 Uhr, Studiobühne Radebeul

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.01.2015

Gabriele Gorgas

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

20.10.2017 - 21:21 Uhr

Nach drei Spielen ohne Niederlage mussten die Himmelblauen mal wieder eine Pleite einstecken.

mehr