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Neuer Geschäftsführer der Porzellan-Manufaktur Meissen: "Asien ist für uns ein sehr wichtiger Markt"

Neuer Geschäftsführer der Porzellan-Manufaktur Meissen: "Asien ist für uns ein sehr wichtiger Markt"

Meißen. Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen setzt unter ihrem neuen Chef Tillmann Blaschke auf den asiatischen Markt. Am Samstag öffnet in Schanghai der weltweit größte sogenannte Flagshipstore; nach Peking ist es bereits der zweite in China.

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Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen will weiter in Asien wachsen. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Beide werden von Franchisenehmern betrieben. Am umstrittenen Kurs des früheren Geschäftsführers Christian Kurtzke, der den 300 Jahre alten, defizitären Betrieb in einen Luxus- und Lifestyle-Konzern umbauen wollte, werde festgehalten, sagte Blaschke im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Frage: Im Februar Peking, nun Schanghai. Warum werden die weltweit größten Meissen-Stores in Asien eröffnet?

Antwort: Asien ist für uns ein sehr wichtiger Markt. Es gibt ganz, ganz viele Meissen-Liebhaber - ob in Japan, in Taiwan oder in China. Und wir machen auch einen ganz merklichen Teil unseres Umsatzes in diesen Ländern.

Frage: Und wie erlösen Sie die Umsätze? Im Kerngeschäft Porzellan oder mit den neuen Produktwelten Mode, Möbel, Schmuck?

Antwort: Ganz überwiegend mit Porzellan-Produkten oder porzellanbasierten Produkten - ob das Tisch-und-Tafel-Porzellan ist oder unser figürliches oder „Fine-Art“-Porzellan. In die neuen Stores kommen jetzt aber auch unsere neuen Produkte mit rein, das ist ja Teil des Entwicklungsprozesses. Und es gibt eine deutlich spürbare Nachfrage.

Frage: Dieser Kurs Kurtzkes, die Manufaktur in einen Luxus- und Lifestyle-Konzern umzubauen, war nicht unumstritten. Wird sich nach seinem Weggang etwas ändern?

Antwort: Die Reise ist angetreten, und die setzen wir fort. Das heißt nicht, dass wir nicht bei einzelnen Produkten etwas ändern, dass wir vielleicht hier und da ein Produkt rausnehmen, andere wieder hinzutun. Aber die grundsätzliche Philosophie, komplementäre Produkte zum Porzellan im Markt zu vertreiben, von denen wir feststellen, dass sie sozusagen zur DNA von Meissen passen, das soll weitergehen.

Frage: Sie sind nun alleiniger Geschäftsführer. Werden Sie alleine bleiben?

Antwort: Wir suchen einen zweiten Geschäftsführer. Es gibt Arbeit für zwei.

Frage: Und wie soll die zukünftige Aufgabenverteilung aussehen?

Antwort: Das ist schwer zu sagen, wenn der andere noch nicht da ist. Es ist auch immer die Frage, was für ein Profil bringt jemand mit. Abhängig davon werden wir dann über die künftige Verteilung der Ressorts entscheiden.

Frage: Um Geld ins Unternehmen zu bringen, hatte der Freistaat eine Stiftung gegründet, die Museumsstücke und Formen der Manufaktur aufkaufen sollte. Wie weit ist man da gekommen?

Antwort: Das sind ja mehrere Verträge. Zum einen über die Museumsexponate. Die Transaktion ist gelaufen. Das Geschäft über die Formen ist gerade in Verhandlung.

Frage: Über welchen Umfang reden wir da?

Antwort: Dazu möchte ich noch nichts sagen, die Verhandlungen über die Formen laufen ja noch.

Frage: Und die Größenordnung? Finanzminister Georg Unland (CDU) hatte von einem zweistelligen Millionenbetrag gesprochen?

Antwort: Dabei wollen wir es auch belassen.

Frage: Die letzte veröffentlichte Bilanz stammt von 2013. Darin wird ein Jahresfehlbetrag von mehr als 2,2 Millionen Euro bei leicht rückläufigen Umsatzerlösen ausgewiesen. Wie ist das zu begründen?

Antwort: Das Unternehmen ist aufgebrochen in neue Geschäftsbereiche. Und das wird auch das Jahr 2013 beeinflusst haben. Entscheidend ist aber, wie die Reise nach vorne weitergeht.

Frage: Herr Kurtzke hatte in Aussicht gestellt, dass Meissen schon 2017 schwarze Zahlen schreiben könnte. Wann erwarten Sie die Wende?

Antwort: Ich würde nicht von 2017 sprechen, sondern eher nach 2018/2019 schielen. Aber der entscheidende Punkt ist, dass wir uns jetzt in die richtige Richtung entwickeln. Und meiner Meinung nach kommt es nicht auf plus/minus ein Jahr an, wenn es darum geht, ganz viele Jahre schwarz zu werden.

Frage: Und wenn es dann geschafft ist, wird sich das auch auf die Arbeitsplätze in der Manufaktur auswirken?

Antwort: Ich würde hoffen, dass wir über die Jahre zumindest nicht abbauen und dass wir aus einem starken Unternehmen heraus die Chance entwickeln, weitere Jobs zu schaffen.

ZUR PERSON:

Der Volkswirt und Unternehmensberater Tillmann Blaschke ist seit November 2014 Geschäftsführer der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH. Der 52-Jährige war dem Geschäftsführer Christian Kurtzke zur Seite gestellt worden, der das Unternehmen aber inzwischen verlassen hat. Blaschke wurde in Südafrika geboren, machte in Deutschland Abitur, wo er auch studierte und promovierte. In Sachsen war der Vater eines Kindes am Aufbau von AMD in Dresden beteiligt und Vorstand bei PC-Ware in Leipzig.

dpa

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