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Neue Staatsstraße 177 wird bei Leppersdorf gebaut

Autobahn-Auffahrt „Pulsnitz“ wird eigens verlegt Neue Staatsstraße 177 wird bei Leppersdorf gebaut

Eine weitere Lücke im Verlauf der Staatsstraße 177 schließt sich. Wie die Landesdirektion Sachsen am Mittwoch mitteilte, ist das obligatorische Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt zwischen Radeberg und der S 95 nördlich der Autobahn 4 abgeschlossen. Wie es bei Wünschendorf weitergeht, war dagegen am Mittwoch noch offen.

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Noch endet die neue S 177 bei Radeberg in einem Schnörkel. Eines Tages soll diese 33 Kilometer lange Ostumfahrung von Dresden die A 17 und die A 4 mit den beiden Mittelzentren Pirna und Radeberg verbinden.

Quelle: Archiv/Bernd Lichtenberger

Wachau. Eine weitere Lücke im Verlauf der Staatsstraße 177 schließt sich. Wie die Landesdirektion Sachsen am Mittwoch mitteilte, ist das obligatorische Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt zwischen Radeberg und der S 95 nördlich der Autobahn 4 abgeschlossen. Dieser nördlichste Abschnitt der neuen S 177 ist vor allem für den Wachauer Ortsteil Leppersdorf von Bedeutung, für den er eine Ortsumfahrung darstellt. Die Länge der Baustrecke beträgt rund 6,7 Kilometer, davon entfallen 5,3 Kilometer auf die S 177 und 1400 Meter auf die S 95. Die Strecke wird mit drei Fahrspuren im Regelquerschnitt ausgebaut. Nördlich der neuen Autobahnanschlussstelle Pulsnitz, die eigens zur Anbindung um etwa einen Kilometer verlegt wird, soll die S 95 zweispurig weitergeführt werden.

Diskutiert und gestritten wird über den Straßenneubau schon seit Jahren. Der Abschnitt wurde insbesondere von den Leppersdorfern gefordert, deren Ortsdurchfahrt sich mehr und mehr zum Autobahnzubringer entwickelt hat. Außerdem versprechen sie sich einen besseren Hochwasserschutz, werden mit der Trasse doch vier Regenrückhaltebecken unter anderem am Faulen Floß und der Kleinen Röder gebaut. Der Damm des neuen Autobahnzubringers soll zudem als Absperrdamm fungieren. Südlich von Leppersdorf wird die S 95 teilweise zurückgebaut und zur Kreisstraße oder Gemeindeverbindungsstraße umgewidmet. Sie dient zukünftig der Erschließung der Wohnsiedlung Kamenzer Straße sowie der Sandgrube und Deponie Radeberg. Darüber hinaus wird mit dieser Wegebeziehung eine Verbindung zwischen Radeberg und Leppersdorf für den Rad-, Anlieger- und Wirtschaftsverkehr geschaffen, der sich bisher mit dem Durchgangsverkehr arrangieren muss.

Was die Planung erschwert hat, sind vor allem naturrechtliche Belange. Die Trasse führt durch ein sensibles Landschaftsgebiet, in dem zwölf verschiedenen Fledermausarten und zahlreiche Amphibien leben. Deshalb gehören auch Überflughilfen für Fledermäuse und Kleintierdurchlässe zu den Planungen. Zudem wurde ein umfangreicher Maßnahmekatalog bestimmt, mit dem die Eingriffe in den Naturraum ausgeglichen werden sollen. Dazu gehören der Rückbau nicht mehr benötigter Straßenabschnitte, das Wiederherrichten von Baustelleneinrichtungsflächen, die Pflanzung von Bäumen, Baumreihen und Krautsäumen. Darüber hinaus sollen neue Waldflächen und artenreiches Extensivgrünland angelegt werden, Kleingewässer ertüchtig und geschaffen sowie Feldlerchenfenstern installiert werden.

Bautechnisch hat sich zudem eine Änderung ergeben. So sollen die ersten 300 Meter der Neubautrasse, die an die Ortsumgehung Radeberg anbinden, anders verlaufen, als man es bereits im Juli 2004 beschlossen hat. Gleichzeitig wird die alte S 95 auf 300 Metern auf eine Breite von vier Metern zurückgebaut. Im weiteren Verlauf in nordöstlicher Richtung bis südlich von Leppersdorf orientiert sich die Linienführung an der vorhandenen S 95. Leppersdorf wird westlich umfahren und je am Süd- und Nordrand an die neue Straße angebunden. Die Brücke über die Autobahn 4 wird zeitgleich mit der Verlegung der Auffahrt „Pulsnitz“ errichtet. Die Bauzeit soll insgesamt drei Jahre betragen, der Beginn ist offen. 2017 soll, so war aus dem Verkehrsministerium zu hören, mit den bauvorbereitenden Arbeiten begonnen werden. Wann es richtig losgehen kann, hängt auch vom noch ausstehenden Grunderwerb ab. Die Kosten wurden einmal mit 29 Millionen Euro angegeben, sollen nach neueren Schätzungen aber eher reichlich 50 Millionen Euro betragen.

Die S 177 ist als wichtige Hauptverkehrsachse zwischen Pirna und Radeberg gedacht, die die Autobahnen 4 und 17 verbindet. Inzwischen sind drei von sechs Abschnitten für den Verkehr freigegeben, mit den Abschnitt bei Leppersdorf kommt der vierte in greifbare Nähe. Im Verlauf ist der Abschnitt zwischen Wünschendorf und Eschdorf als nächster geplant. Die rund 25 Millionen Euro teure und etwa 5,6 Kilometer lange Strecke befindet sich aktuell im Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion. Wann das Verfahren zu Ende gebracht werden kann, konnte Behördensprecher Holm Felber am Mittwoch nicht sagen. Für den Abschnitt südlich von Großerkmannsdorf hat man im Juni ein Planfeststellungsverfahren beantragt. Er soll für rund 3,2 Kilometer rund 18 Millionen Euro kosten.

Von Uwe Hofmann und Silvio Kuhnert

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