Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Neue Sonderausstellung im Jagdschloss Graupa schaut Wagner ins Maul

Zahnmedizin in den Richard-Wagner-Stätten Neue Sonderausstellung im Jagdschloss Graupa schaut Wagner ins Maul

Unter dem Titel „Dem Meister ins Maul geschaut“ öffnet an diesem Sonnabend eine neue Sonderausstellung im Jagdschloss Graupa. Die Richard-Wagner-Stätten geben einen Ein- und Überblick über die Zahnmedizin im 19. Jahrhundert sowie die besondere Beziehung Richard Wagners zu seinem Zahnarzt. Ein Ratschlage seines Arztes schrieb Musikgeschichte.

Sie gleichen einer Sammlung von Folterinstrumenten, sind aber zahntechnische Instrumente aus der Zeit Richard Wagners.

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna. „Ich halte es nicht für unmöglich, dass ich mich noch entschließe, mit meiner ganzen Familie und meinem letzten Werke für immer nach Amerika auszuwandern.“ Dieser Satz stammt von Richard Wagner, der nach dem finanziellen Desaster seiner Ring-Aufführung bei den ersten Festspielen 1880 ernstzunehmende Ausreisegedanken hegte. Dass er Deutschland nicht den Rücken kehrte und „Parsival“ – sein letztes Werk – nicht jenseits des großen Teichs, sondern in Bayreuth seine Uraufführung erlebte, hat die Musikwelt nicht zuletzt seinem Zahnarzt zu verdanken. Dr. Newell Sill Jenkins riet dem Meister von seinen Auswanderungsplänen ab.

Die neue Sonderausstellung im Jagdschloss Graupa widmet sich diesem besonderen Verhältnis zwischen Arzt und Patienten. Wie Wagner war auch Jenkins ein Meister seines Faches. Er kam aus Amerika und praktizierte zwischen 1866 und 1909 in Dresden. Im Jahr 1881 reiste Familie Wagner an, um sich von dem Zahnarzt, der sich intensiv mit dem Thema Zahnfüllungen beschäftigte und eine Porzellanmasse für Zahnkronen und -brücken entwickelt hatte, behandeln zu lassen. Der Arzt schuf das nach ihm benannte Porzellan-Email und begründete eine Manufaktur zur Produktion und Vertrieb des „Jenkins Porcelain Enamel“.

Die Schau „Dem Meister ins Maul geschaut“ berichtet aber nicht nur von der Beziehung zwischen Wagner und Jenkins. Sie gibt auch einen kleinen Ein- und Überblick über die Geschichte der Zahnmedizin. Manch ein Ausstellungsstück erinnert an ein „Folterinstrument“, wie der Schröpfschnepper mit seinen scharfen kleinen Klingen aus der Zeit des Aderlasses oder Zanken und Zahnschlüssel zum Ziehen von Zähnen aus dem 19. Jahrhundert. Dank Leihgaben des Dentalhistorischen Museums Zschadraß und dem Spohr-Museum Kassel beleuchten die Richard-Wagner-Stätten auch den Zusammenhang von Musik und dem Gebiss. So kann das Geigespielen zu einer Fehlstellung des Kiefers führen oder Bläser bekommen Schwierigkeiten mit ihrem Instrument, wenn plötzlich ein Zahn verloren geht. Wie mit speziellen Prothesen und Zahnersatz Hilfe geboten werden konnte und auch jetzt noch kann, veranschaulichen einige Exponate aus der Spezialdisziplin der Musikerzahnmedizin, die in den 1920er Jahren entstanden ist.

Mit den Besucherzahlen des vergangenen Jahres zeigte sich Christian Schmidt-Doll, Geschäftsführer der Kultur- und Tourismusgesellschaft recht zufrieden. 13781 Besucher zählten die Richard-Wagner-Stätten. Das war eine leichte Steigerung zum Vorjahr. 2014 besuchten rund 13500 Menschen das Museum und die Veranstaltungen im Jagdschloss und Lohengrinhaus.

Die Sonderschau hat bis 14. August an diesem Wochenende von 10-17 Uhr, Di-Fr von 11-17 Uhr sowie ab Karfreitag Sa./So./Feiertage von 10-18 Uhr geöffnet.

Von SIlvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr