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Neue Erdgasfernleitung Eugal soll entlang der Opal-Trasse entstehen

Gastransitland Sachsen Neue Erdgasfernleitung Eugal soll entlang der Opal-Trasse entstehen

Auf die Opal folgt die Eugal. So wünscht sich das zumindest die Gascade Gastransport GmbH, die auf 110 Kilometern eine Erdgasfernleitung durch Sachsen hindurch bauen will. Erste Gespräche zur Neubautrasse werden am Dienstag mit den betroffenen Kommunen, Naturschutzorganisationen und Verbänden in Dresden, am Mittwoch in Chemnitz geführt.

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Die Trasse ist zwar noch nicht entschieden, viel spricht aber für einen Bau entlang der Opal-Trasse.
 

Quelle: Grafik: Alex Eylert

Landkreis Meißen.  Auf die Opal folgt die Eugal. So wünscht sich das zumindest die Gascade Gastransport GmbH, die auf 110 Kilometern eine Erdgasfernleitung durch Sachsen hindurch bauen will, die die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Mittelsachsen und Erzgebirgsreis durchquert. Erste Gespräche zur Neubautrasse werden am Dienstag mit den betroffenen Kommunen, Naturschutzorganisationen und Verbänden in Dresden, am Mittwoch in Chemnitz geführt. Dabei geht es zunächst darum, die Vorgaben für das erforderliche Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion Sachsen und die dafür benötigten Voruntersuchungen festzulegen.

Geht es nach dem im hessischen Kassel ansässigen Unternehmen, ist dieser Zeitplan ziemlich eng gefasst. Mitte 2017 soll das Planfeststellungsverfahren beginnen. „Das ist sehr ambitioniert“, sagt LD-Sprecher Holm Felber. Mitte 2018 soll dann bereits der Bau der Europäischen Gas-Anbindungsleitung, so der hinter dem Kurzwort Eugal steckende Titel, starten, von der ein Strang Ende 2019, der zweite Ende 2020 fertig sein sollen. Zum Verständnis: Es geht um zwei Röhren mit jeweils etwa 1,4 Metern Innendurchmesser, die von Vierow bei Greifswald über 485 Kilometer nach Deutschneudorf an der tschechischen Grenze geführt werden. Wie die Opal-Leitung sollen sie Erdgas aus Russland, das über die europäische Ferngasleitung North Stream an der Ostseeküste ankommt, nach Süd- und Osteuropa bringen. Die Transportkapazität ist auf 51 Milliarden Kubikmeter nach Tschechien und weitere elf Milliarden Kubikmeter nach Polen ausgelegt. Die Kosten werden laut Unternehmen auf eine niedrige einstellige Milliardensumme geschätzt.

Es handelt sich also um ein technisch sehr anspruchsvolles Vorhaben, bei dem unter anderem auch die Elbe unterquert werden muss. Da die Eugal möglichst nah bei der Opal verlaufen soll, könnte das wieder bei Coswig passieren. „Da ist aber noch nichts entschieden“, sagt der dortige Bauamtsleiter Wolfgang Weimann. Im Moment denkt man auch noch über einen Trassenverlauf nördlich von Meißen nach, der Coswig ausklammern würde. Gascade würde aber gern den Opal-Weg gehen, weil diese Trasse sich als die kürzeste erwiesen habe und man später bei der Überwachung der Leitungen Synergien nutzen könnte, wie es auf Anfrage aus dem Unternehmen heißt.

Das würde bedeuteten, dass der derzeitige zehn Meter breite Schutzstreifen über der Erdgastrasse, auf dem kein Haus gebaut und kein tiefwurzelnder Baum gepflanzt werden kann, verbreitert werden müsste, wie LD-Sprecher Felber sagt. Und da beginnen die Probleme. „Es hat ja schon beim Bau der Opal mehrere Engstellen gegeben“, erinnert er. Möglich, dass die für eine Aufweitung zu eng sind.

Und nicht nur das. So ist der Coswiger Landwirt Matthias Grosser nach wie vor unzufrieden, weil man beim Bau der Opal-Trasse über seine Felder unsachgemäß mit Mutterboden umgegangen sei. Unter anderem beklagt er eine Bodenverdichtung, die noch in den nächsten 20 Jahren Ernteeinbußen mit sich bringen würde. Eine Einigung mit Opal-Betreiber Wingas habe es auch sechs Jahre nach Inbetriebnahme der Trasse noch nicht gegeben. Was, wenn nun an gleicher Stelle wieder gebaggert wird? „Dann nehme ich meine Ordner und mache mich wieder zur Landesdirektion auf“, sagt Grosser. „Wenn ich dafür die Kraft aufbringe.“

Von Uwe Hofmann

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