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Neonazis planen Stützpunkt in Pirna

Neonazis planen Stützpunkt in Pirna

An der Hauptstraße in Pirna-Copitz wird derzeit eine alte Baracke flott gemacht. Das ist auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches. Auffällig allerdings sind die Hobbybauarbeiter, die dort werkeln.

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Rechtsextremisten bauen auf der Hauptstraße in Copitz eine Baracke aus. Der Verfassungsschutz vermutet für Veranstaltungen und Schulungszwecken.

Quelle: Silvio Kuhnert

Vor Ort wurden unter anderem die Rechtsextremisten und verurteilten Straftäter Thomas Sattelberg und Marcus Großmann beobachtet.

Die beiden Mitarbeiter der sächsischen NPD-Fraktion haben einiges auf dem Kerbholz. Sattelberg war Gründungsmitglied der 2001 verbotenen rechtsextremistischen Gruppierung "Skinhead Sächsische Schweiz" (SSS) und wanderte in den Knast, als er die als kriminelle Vereinigung eingestufte Truppe illegal weiterführte. Großmann schaut ebenfalls auf eine lange Biographie in der rechtsextremen Szene zurück und geriet mehrmals mit der Justiz in Konflikt. Demnächst steht er erneut vor dem Kadi. Großmann soll im vergangenen Sommer im saarländischen Saarlouis Schaum aus einem Feuerlöscher bei einer Demonstration eingesetzt haben (DNN berichteten).

Das Grundstück an der Hauptstraße gehört einer zwielichtigen Person aus Norwegen. Eigentümer ist nach DNN-Informationen Eirik Ragnar Solheim. Er wird der militanten rechtsextremen Szene in Oslo zugeordnet, soll in illegale Waffengeschäfte verwickelt gewesen sein und wurde in zwei Fällen wegen Waffendrohung verurteilt. Berichten zufolge wurde Solheim bei einer Auseinandersetzung mit Handwaffen angeschossen. Er habe überlebt, weil er eine kugelsichere Weste trug.

Die rechtsextremistische Szene scheint in Pirna nichts Gutes im Schilde zu führen. Für kurze Zeit war zur Hauptstraße hin eine riesige Toranlage aufgebaut, als wollten die Herrschaften etwas verbergen. Die Baracke verfügt über einen größeren Raum. Er ist für Schulungen sowie Veranstaltungen und damit als Nachwuchsschmiede geeignet. In der Nähe befinden sich Schulen. Das Landesamt für Verfassungsschutz hat das rechte Treiben bereits im Visier. Im aktuellen Verfassungsschutzbericht ist Pirna kurz erwähnt. Auf DNN-Nachfrage wird Behördensprecher Falk Kämpf konkreter. Dem Verfassungsschutz sei bekannt, "dass die NPD in Pirna-Copitz (Hauptstraße) über ein Objekt verfügt, welches gegenwärtig ausgebaut wird", teilte er mit.

Über die künftige Nutzung gibt es auch bereits Anhaltspunkte, die von Äußerungen des NPD-Chefs Holger Apfel in einer Publikation des Parteinachwuchses über die Nutzung von Objekten in Sachsen genährt werden. Dabei erwähnte er neben bekannten Objekten auch ein "über einen privaten Investor" erworbenes Objekt, welches "nach Fertigstellung letzter Baumaßnahmen mit NPD-Büro, Versammlungs-, Lager- und Schlafmöglichkeiten eröffnet wird". "Auch wenn Apfel ,aus verständlichen Gründen' keine näheren Angaben zu diesem Objekt machen wollte, so war damit wahrscheinlich das Objekt in Pirna-Copitz gemeint gewesen", informierte Kämpf.

In Pirna formiert sich derweil ein breites Bündnis der demokratischen Kräfte. "Aktivitäten von Extremisten in unserer Stadt werden wir nicht dulden", kündigte OB Klaus-Peter Hanke (parteilos) an. Auf der Hauptstraße gibt es bereits Verbündete. "Wir selbst haben eine Filiale in Pirna-Copitz und legen keinen Wert auf derartige Nachbarn. Gern stärken wir der Stadt Pirna den Rücken", erklärte Joachim Krieg, Regionaldirektor der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Die Bank möchte mit rechtsradikalen Vereinigungen kein Geld verdienen. Deshalb leitet sie die jährliche Kontoführungsgebühr der NPD-Kreisverbände in Form einer Fördermitgliedschaft an die Vereine "Ausländerrat Dresden" und "Aktion Zivilcourage" in Pirna weiter. Silvio Kuhnert

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.07.2013

Silvio Kuhnert

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