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Nationalpark braucht Akzeptanz - Umweltminister Frank Kupfer informiert über Ergebnisse des bundesweiten Qualitätschecks

Nationalpark braucht Akzeptanz - Umweltminister Frank Kupfer informiert über Ergebnisse des bundesweiten Qualitätschecks

Im Nationalpark Sächsische Schweiz wird es auch weiterhin ein dichtes Netz von Wanderwegen geben. Das betonte Umweltminister Frank Kupfer (CDU) gestern vor Journalisten bei der Bewertung des Evaluierungsberichts für den Nationalpark.

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Aus dem Fichtenwald am Fuße des Liliensteins soll einmal Mischwald werden, erklärt der Leiter der Nationalparkverwaltung Dietrich Butter (Mitte) gestern vor Journalisten.

Quelle: Bernd Lichtenberger

Von Bernd Lichtenberger

Erarbeitet worden war der Bericht von Naturschutzexperten, die auch die anderen 13 deutschen Nationalparks unter die Lupe genommen haben. Von den 72 Vorschlägen, die das Papier enthält, will der Freistaat Sachsen 15 nicht umsetzen. 35 solcher Vorschläge sind inzwischen bereits verwirklicht oder werden es in Kürze, sagt Kupfer. Weitere 22 würden gegenwärtig geprüft.

Im Nationalpark Sächsische Schweiz kommen auf einen Hektar 70 Meter Wanderwege. Das ist viel, gibt Dietrich Butter, Leiter der Nationalparkverwaltung, zu. Trotzdem gehe der Vorschlag der Nationalpark-Prüfer, das dichte Wegenetz auszudünnen, an der Realität völlig vorbei, ist er sich mit dem Umweltminister und dem Vorsitzenden des Tourismusverbandes Klaus Bähmig (CDU) einig. Die Prüfer hätten offenbar übersehen, dass die Sächsische Schweiz nicht nur in Hinsicht auf den Naturschutz eine besonders schützenswerte Landschaft, sondern auch eines der ältesten Tourismusgebiete mit über 200-jähriger Tradition ist, sagt Brähmig. Kupfer erinnert daran, dass das Wegekonzept im Nationalpark im Konsens mit Naturschutz-, Bergsport- und Wanderverbänden entstanden ist. "Bei der Gründung des Nationalparks gehörten Naturerlebnis und Naturerfahrung ausdrücklich zu den Zielen". Dazu brauche es die Wege. Und Akzeptanz ergänzt Butter. Denn von der Nationalparkverwaltung allein seien die Nationalparkziele nicht zu erreichen. Das unterstreicht auch Ulrich Voigt, Ehrenvorsitzender des Sächsischen Bergsteigerbundes. Selbst heute, nach 20 Jahren Nationalpark, seien wir noch meilenweit davon entfernt, dass die Menschen der Region mit Kopf und Herz für den Nationalpark-Gedanken einstehen, bedauert er.

Doch noch in einem anderen Punkt weicht der Expertenblick von außen beträchtlich von der Realität in der Sächsischen Schweiz ab, erklärt Kupfer. Während die Prüfer vorschlagen, die sogenannte Prozesszone im Nationalpark, in der das Prinzip "Natur Natur sein lassen" gilt, von derzeit 54 Prozent der Nationalparkfläche schon bis 2020 auf 75 Prozent zu erweitern, braucht es aus Sicht der Nationalparkverwaltung dafür mindestens einen Zeitraum bis 2030. "Dieses Ziel haben wir im Nationalparkprogramm angepeilt", sagt Butter. Dem entsprechend werden jährlich 350 bis 380 Hektar Wald gepflegt, wobei es im Kern darum geht, aus standortuntypischem Fichtenwald Mischwald zu machen. Unter anderem werden gegenwärtig Fichtenbestände am Fuße des Liliensteins und zwischen dem Großen Zschand und Hinterhermsdorf ausgelichtet, damit dort Laubbäume eine Wachstumschance bekommen. Die großen Fichtenbestände sich selbst zu überlassen und nicht zu pflegen hieße, sie den Borkenkäfern zum Fraß hinzuwerfen. Das aber wäre mit der Gefahr großflächiger Waldschäden auch außerhalb des Nationalparks verbunden. "Das können und wollen wir nicht verantworten", sagt Umweltminister Kupfer. Auch wenn Kupfer den Expertenrat an dieser Stelle ignorieren will, sieht er die Arbeit der Nationalparkverwaltung und das Engagement des Freistaates für den Nationalpark durch den Prüfbericht in weiten Teilen bestätigt.

Die bundesweite Untersuchung würdigt auch die gute Vernetzung mit den benachbarten tschechischen Schutzgebieten, die positiven Impulse für die Regionalentwicklung und die enge Zusammenarbeit mit den Wander- und Bergsportverbänden.

Der Ergebnisbericht der Evaluierung ist veröffentlicht unter: www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/service/service/news/

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.11.2012

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