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Nächster Halt: Dolní Poustevna - Der Bahngleis-Lückenschluss bei Sebnitz ist geglückt

Nächster Halt: Dolní Poustevna - Der Bahngleis-Lückenschluss bei Sebnitz ist geglückt

"Bis jetzt waren wir am Ende der Welt, künftig sind wir am Anfang." Das hat gestern Miroslav Jemelka gesagt, der Bürgermeister von Dolní Poustevna.

Sebnitz.

Dabei richtete er den Blick von einer großen Fußgängerbrücke in seiner 2000-Einwohner-Stadt auf das blaugraue Bahnhofsgebäude und den roten DB-Zug, der gerade eingefahren war. Von Sebnitz bis Dolní Poustevna ist Jemelka gemeinsam mit Mike Ruckh, seinem Amtskollegen aus der deutschen Nachbarstadt, in dem Zug mitgefahren. Der Bau der Bahnstrecke über die Grenze hinweg ist ein deutsch-tschechisches Gemeinschaftsprojekt, wollten beide damit symbolisieren. Das gilt auch für den Zugbetrieb - den DB-Triebwagen steuerte gestern Andreas Merunka, Lokführer aus Tschechien. Und die Streckenkontrolle teilen sich Eisenbahn-Mitarbeiter in Neustadt bei Sebnitz und Mikulášovice in Tschechien.

Wie Dolní Poustevna rückt auch Sebnitz mit der Gleisverbindung über die Grenze wieder ins Zentrum des Bahn-Schienennetzes. Die Bewohner der Grenzstadt haben mit "ungläubigem Staunen" zur Kenntnis genommen, dass der Lückenschluss nach mehr als 20 Jahren nun gelungen ist, beschreibt Bürgermeister Ruckh die Stimmung eine reichliche Woche vor der Streckeneröffnung. Genau wie Miroslav Jemelka hat Ruckh zwei Jahrzehnte lang gekämpft für die Gleisverbindung hinüber nach Tschechien.

Die Bürgermeisterkollegen versprechen sich künftig zusätzliche Fahrgäste in den Zügen. Bis zu 1000 am Tag könnten es werden, schätzen die Fachleute beim Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Zur Zeit sind es zwischen Sebnitz und Bad Schandau nur rund 300 binnen 24 Stunden, so VVO-Sprecher Christian Schlemper. Ruckh hofft, dass die Bahn künftig mehr Gäste aus Tschechien nach Sebnitz bringt. "Wir sind als Einkaufsstadt für die tschechische Bevölkerung interessant", ist er überzeugt. Sein tschechischer Kollege Mirosloav Jemelka schätzt an der neuen Verbindung vor allem die kurze Fahrzeit nach Decin. Etwa 15 Kinder aus Dolní Poustevna gehen dort zur Schule, berichtete er. Sie müssten bisher mehr als zwei Stunden mit dem Zug fahren, um vom Schluckenauer Zipfel in die Stadt an der Labe zu gelangen und wohnen dort im Internat. Künftig könnten sie täglich mit dem Zug zur Schule und wieder nach Hause fahren, meint Jemelka. Die Fahrzeit pro Richtung wird durch die neue Verbindung über Sebnitz halbiert.

Neun Züge fahren künftig pro Richtung zwischen Sebnitz und Dolní Poustevna über die Grenze. Alle Lokführer stammen aus Tschechien, die Fahrzeuge selbst, Desiro-Dieseltriebwagen, stellt die Deutsche Bahn. Seit vergangener Woche werden die Lokführer angelernt, sie müssen laut deutschem Recht eine Fahrprüfung für die Strecke ablegen. Außerdem setzt der Dienst beste Kenntnisse der deutschen Sprache voraus. Für Andreas Merunka, der unter anderem auch Züge zwischen Decin und Prag fährt, war das gestern kein Problem. Am Telefon holte er sich in deutscher Sprache beim Streckenchef in Neustadt die Freigabe für die Fahrt über die Grenze. Die Weiche muss dafür per Knopfdruck von Hand umgestellt und dann verriegelt werden. Der Streckenbau hat rund zwei Millionen Euro gekostet. Sehr gut investiertes Geld, sind sich Ruckh und Jemelka einig.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.06.2014

Christoph Springer

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