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Nach Unwetter: Schlammlawine kappt B172

Nach Unwetter: Schlammlawine kappt B172

Die Bilder gleichen denen vom August 2010: Erst kommt ein heftiges Gewitter mit starkem Regen, dann rollt eine Schlammlawine die Großsedlitzer Straße in Pirna hinab, läuft durch und vorbei an Möbel Graf und ergießt sich auf die Bun- desstraße 172. Bis in die frühen Nachmittagsstunden war die Straße am Freitag gesperrt.

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Den Regenmassen war die Kanalisation nicht gewachsen. Der Kreisverkehr und die Bahnunterführung am Platz der Freiheit wurden wieder überflutet.

Quelle: Erzfoto

Pirna/Heidenau. Damit war für fast 15 Stunden die einzige direkte Verkehrsverbindung zwischen den Pirna und Heidenau im Elbtal gekappt. Denn die Alternativstrecke durch die Bahnunterführung am Kahrenweg steht noch aufgrund der Elbeflut unter Wasser.

Es war Donnerstag gegen 23 Uhr, als eine Schlammlawine von der Großsedlitzer Höhe den Hang hinabstürzte. "Zehn bis 15 Zentimeter hoch schoss sie am Haus vorbei", berichtete Cornelia Stümpfel. Sie wohnt an der Großsedlitzer Straße und beseitigte gestern mit Kärcher, Besen und Schaufel wie ihre Nachbarn den Dreck, der zurückgeblieben war. Anders als 2010 blieb ihr Keller verschont.

Hart getroffen hat es wieder Möbel Graf. Schlamm und Wasser strömten direkt auf das Möbelhaus zu. "Das Erd- und Untergeschoss sind geflutet", sagte Inhaber Andreas Graf. An der Laderampe stand der braune Dreck rund 30 Zentimeter hoch. Die Mitarbeiter waren gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW) stundenlang damit beschäftigt, die Pampe zu beseitigen.

Rund eine Million Euro Schaden hatte das Möbelhaus 2010 zu beklagen. Denn damals befand sich im Untergeschoss das Lager. Es war randvoll mit bestellter Ware. So hoch fällt der Sachschaden dieses Mal nicht aus. Dennoch ist mit einer sechsstelligen Zahl zu rechnen. Im Tiefgeschoss stehen nun die Ausstellungsstücke für Büromöbel, Schlaf- und Jugendzimmer. "Sie sind zerstört", sagte Mitarbeiter Marcus Pletsch. Betroffen von der Flut sind auch das Erdgeschoss mit der Boutique und den Haushaltswaren.

Schlammschlacht auch auf der Bundesstraße: Durch stiefelhohen Schlamm mussten Marcus Wünschmann und seine fünf Kollegen vom THW Dippoldiswalde waten, als sie gegen 4 Uhr als Verstärkung eintrafen. Da waren bereits 23 Kameraden der Pirnaer Feuerwehr sowie Hilfs- und Bergungskräfte des THW der Elbestadt im Einsatz. Auf über 100 Metern Länge bedeckte der Schlamm beide Fahrbahnen, schätzte Wünschmann. Mit Großgerät wie Radladern wurde die Bundesstraße von der Straßenmeisterei bis in die Mittagsstunden beräumt.

Um derartige Schäden in Zukunft in zu verhindern, arbeitet die Stadtverwaltung seit 2010 an einem Hochwasserschutz. "Wir streben eine nachhaltige Lösung an", sagte Stadtsprecher Thomas Gockel. Angedacht ist eine Regenrückhaltung beispielsweise mit mehrstufigen Erdwällen sowie eine Vergrößerung der Kanäle. Noch in diesem Sommer soll mit der Stadt Heidenau und dem Freistaat die Planung unter Dach und Fach gebracht werden. Ziel sei es, die Hochwasserschutzmaßnahmen im nächsten Jahr umzusetzen, so Gockel.

Auch in anderen Kommunen wurden mit den Folgen des Gewitters gekämpft. In Heidenau war die Kanalisation mit den Wassermassen überfordert, in Bad Gottleuba, Dohna und Krebs mussten die Feuerwehren Grundstücke vor Überflutung schützen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.06.2013

Silvio Kuhnert

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