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Nach Giftfund: Weinbauverband Sachsen ruft Winzer zur Selbstkontrolle auf

Analyse eines Weins kostet 115 Euro Nach Giftfund: Weinbauverband Sachsen ruft Winzer zur Selbstkontrolle auf

Knapp zwei Wochen nach Bekanntwerden eines Insektizidfundes in mehreren sächsischen Weinen hat sich der Weinbauverband Sachsen erstmals an die Winzer im Anbaugebiet gewandt. Er bittet sie um Hilfe.

Quelle: dpa

Meißen. Knapp zwei Wochen nach Bekanntwerden eines Insektizidfundes in mehreren sächsischen Weinen hat sich der Weinbauverband Sachsen erstmals an die Winzer im Anbaugebiet gewandt. In einem Schreiben an Verbandsmitglieder und andere Winzer bittet Verbandsvorstand Christoph Reiner um Mithilfe "bei der Bewältigung der vorliegenden Situation". Bisher hatte der Verbandschef versucht, die Gift-Affäre zu verharmlosen und eine Berichterstattung juristisch zu unterbinden. Seriöse Weingüter, die nur von wenigen und genau ausgewählten Traubenerzeugern zukaufen und deren Arbeitsweise sowie deren Einsatz von Spritzmitteln genau kennen, fordern hingegen schon länger lückenlose Aufklärung.

Nun gibt es offenbar einen Sinneswandel im Verband: "Im Interesse unseres sächsischen Weines und angesichts des im Keller liegenden vortrefflichen Jahrgangs" müsse das Kundenvertrauen zurückgewonnen werden. "Um zukünftige Rückrufaktionen bereits im Vorfeld auszuschließen", rät der Verbandschef - hauptberuflich Mitarbeiter im Weingut Schloss Proschwitz - "zur freiwilligen Selbstkontrolle noch vor der Abfüllung." Vor allem Betriebe, die Trauben zukaufen, sollten aus eigenem Interesse die jeweiligen Chargen untersuchen lassen.

Vom ersten Rückruf habe der Verband - wie von anderen Details in den vergangenen Tagen auch - erst aus den Medien erfahren, räumt der Interessenvertreter der sächsischen Weinbauern ein. Durch die geringe Konzentration des im Weinbau verbotenen Nervengiftes Dimethoat bestehe keine Gefahr für Verbraucher, zitiert Reiner die Lebensmittelüberwachung des Landratsamtes. Aber auch dieser Fakt stand bereits mehrfach in der Zeitung. Reiner rät den Weingüter, ihre Weine an ein privates Leipziger Labor zu schicken. Die Kosten für eine sogenannte Einzelwirkstoffanalyse beliefen sich auf 115 Euro pro Analyse. "Ab zehn Proben wurde mir ein Einzelpreis von 95 Euro zugesichert", so Reiner weiter. Sollte eine Kontaminierung nachgewiesen werden, bittet der Weinbauverband um eine Information. Nur so sei "eine aktive Rolle des Verbandes in dieser Angelegenheit" möglich. Die Behörden verweisen bisher auf Datenschutz.

In der Mail an die Winzer erklärt der Vorsitzende des Weinbauverbandes, dass "nach Angaben der Lebensmittelüberwachung des Kreises Meißen der Fund des Wirkstoffes Dimethoat nicht länger durch eine 'Abdrift' von Pflanzenschutzmitteln erklärt werden" könne. Wie das mutmaßlich eingesetzte Mittel "Danadim Progress" mit dem verbotenen Wirkstoff jedoch auf die Trauben gelangen konnte, untersuchen die Behörden noch. Das gesamte Ausmaß scheint weiterhin unklar. Bestätigt ist nur, dass zwei Traubenerzeuger aus dem Raum Meißen als mutmaßliche Nutzer des Pflanzenschutzmittels infrage kommen.

Lars Müller

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Nach dem Fund des im Weinbau verbotenen Insektizids Dimethoat wird ein erster sächsischer Wein zurückgerufen. Das bestätigte das für Lebensmittelüberwachung zuständige Landratsamt des Landkreises Meißen.

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