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Mutter und erwachsene Kinder sollen in Sebnitz ein Haus in die Luft gesprengt haben

Mutter und erwachsene Kinder sollen in Sebnitz ein Haus in die Luft gesprengt haben

Juni 2006 haben in Sebnitz viele Leute Glück gehabt. Jochen D. zum Beispiel. Der 57-Jährige hatte gerade das Stellwerkgebäude verlassen und war zum Bahnhofsgebäude gelaufen, als gegen 10 Uhr gegenüber ein Haus in die Luft flog.

"Das war reiner Zufall, dass ich nicht drin war. Der Zug nach Königstein war gerade durch und so bin nach vorn gelaufen. Zum Glück, denn das Stellwerkgebäude war arg beschädigt, da war kein Fenster mehr drin und keine Tür ganz", erinnerte sich der Bahnmitarbeiter gestern. Glück hatten auch die Fahrgäste des Zuges. Nicht auszudenken, was passierte wäre, wenn die Explosion eher stattgefunden und die enorme Druckwelle die Bahn erreicht hätte. Nach der Explosion herrschte Ausnahmezustand. Das Nebengebäude war ebenfalls beschädigt worden, auch in weiteren Nachbarhäusern waren die Fenster zersplittert. Mauertrümmer waren auf die Bahnschienen geflogen und blockierten stundenlang den Zugverkehr. 40 Feuerwehrleute und sogar ein Hubschrauber waren vor Ort. Anwohner in der Nachbarschaft wurden evakuiert, denn es roch nach Gas. Eine Hundestaffel suchte nach Verletzten, das Haus war jedoch leer.

Ins Visier der Ermittler rückten bald die Eigentümer des Grundstücks Am Bahndamm 3 und 4., denn Jochen D. hatte damals bei der Polizei ausgesagt, dass er beobachtet habe, wie die Familie am frühen Morgen mit dem Auto das Grundstück verlassen habe. Zudem waren kurz vorher hohe Versicherungen für die Gebäude abgeschlossen worden. Sieglinde K., ihre Tochter Henrike O. und Sohn Hendrik K. müssen sich derzeit wegen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, Eingriff in den Bahnverkehr und Betrug vor dem Landgericht verantworten. Sie sollen, so die Anklage, die Gasleitungen manipuliert, ein Windlicht mit einer brennenden Kerze aufgestellt und dann das Haus verlassen haben. Gutachter hatten herausgefunden, dass alle Gasleitungen und auch das Hauptanschlussventil geöffnet waren und im Flur ein Windlicht stand. "Das muss die Ursache gewesen sein", erklärte ein Gutachter. "Das Haus war stromlos, es gab keine andere Quelle, um das Gas-Luft-Gemisch zu entzünden."

Die Familie, die zuvor in einem anderen Haus wohnte, dass 2000 aus unerklärlichen Gründen abbrannte, hatte die Immobilie mit drei Gebäuden von der Treuhand erworben und dort Unternehmen wie Sicherheitsdienste und Finanzdienstleistungen angemeldet - selbst ein Eros-Center war da mal im Gespräch. Allerdings funktionierte alles nicht so richtig und so wollten sie die Häuser an die Stadt Sebnitz verkaufen. "Wir waren zwar an den Gebäuden interessiert, konnten uns aber über den Preis nicht einigen. Die Verhandlungen waren sehr schwierig, so platzte die Sache", sagte Oliver Göttlich, Verwaltungsangestellter der Stadt. Offenbar ging damals auch die Ehe von Sieglinde K. und ihrem Mann kaputt. Er zog sich zurück. Ob er von der Explosion wusste, ist unklar, die drei schweigen vor Gericht.

Mutter und Sohn werden zudem weitere Betrügereien vorgeworfen. So soll die 61-Jährige mehrere Autos geleast, aber die Raten nicht gezahlt haben. Außerdem geht es um dubiose Holzgeschäfte und nicht gezahlte Mieten. Der Prozess wird fortgesetzt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.06.2013

Monika Löffler

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