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Musikschule des Landkreises Meißen bekommt neues Domizil

Musikschule des Landkreises Meißen bekommt neues Domizil

Die Musikschule des Landkreises Meißen bekommt einen neuen Standort in Radebeul. Ab dem neuen Schuljahr kann sie für drei Jahre das ehemalige Standesamt am Rosa-Luxemburg-Platz mieten.

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Für jährlich 17 000 Euro vermietet Radebeul das alte Standesamt am Rosa-Luxemburg-Platz an die Musikschule.

Quelle: Martin Förster

Was sich wie ein Befreiungsschlag für die unter akutem Raummangel leidende Schule anhört, ist nicht mehr als das nächste Provisorium. Eine dauerhafte Lösung für einen neuen Standort müsse dringend gefunden werden, sagt Schulleiterin Kristin Haas.

Auch für Radebeul, das immerhin eine Nachnutzung für das seit März leerstehende Gebäude findet, ist die Lösung alles andere als ideal. Weil die Räume mit einer in der Zweckvereinbarung mit der Musikschule festgeschriebenen Betriebskostenpauschale bezahlt werden, kommen durch den neuen Mieter lediglich 17 000 Euro in die Stadtkasse. Damit seien allenfalls die Betriebskosten gedeckt, sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). "Es ist keine rentierliche Rente", betont er. Allerdings hat die Stadt derzeit noch kein Konzept, wie das herrschaftliche Gebäude am prächtigen Rosa-Luxemburg-Platz genutzt werden könnte. Einen Verkauf haben die Stadträte bereits ausgeschlossen. Daher ist es durchaus möglich, dass der Mietvertrag mit der Musikschule noch über die drei Jahre hinaus verlängert wird.

Dort herrscht nach der Entscheidung gedämpfter Jubel. Die Musikschule hat bereits in der Vergangenheit ein bis zwei Etagen in dem Gebäude genutzt, weiß um die Tücken. "Die Wände sind sehr hellhörig, so dass man nicht davon ausgehen kann, dass wir auf einmal 20 Räume hinzugewonnen haben", sagt Musikschulleiterin Haas. Das bedeutet, dass zwischen zwei Unterrichtsräumen jeweils einer frei bleiben muss, damit sich die Klassen nicht gegenseitig stören. Die Alternative wäre, die Schalldämmung zu verbessern, aber dafür will wegen der befristeten Einmietung niemand Geld in die Hand nehmen. Außerdem fehlen auch im ehemaligen Standesamt ein großer Saal den die Musikschule am stärksten vermisst. Nach wie vor könne man Chöre und größere Ensemble nicht in eigenen Räumen unterrichten, kritisiert Haas. Außerdem fehlt ein Aufführungssaal, in dem auch Publikum Platz nehmen kann.

Die prekäre Lage der Schule bleibt also bestehen. Derzeit nutzt sie neben ihrem Stammsitz an der Dürerstraße Räume im Lößnitzgymnasium, in der Grundschule Niederlößnitz, im katholischen Pfarramt und in einer Reihe von Kindertagesstätten. Diese Situation könne man mit den neuen Räumen am künftigen zweiten Standort zwar entkrampfen, mehr aber auch nicht, meint Haas. Schuld an er Raumnot hat eine eigentlich positive Entwicklung: Der Radebeuler Musikschulbezirk boomt seit Jahren. So ist das Musikschulhaus an der Dürerstraße mit seinen 15 Räumen ursprünglich einmal für 200 Mitglieder eingerichtet worden. Heute sind es fast 1000 Musikschüler mehr. "Dazu muss man noch die Schüler aus dem Umland wie Coswig oder Radeberg hinzu rechnen, die in Radebeul unterrichtet werden", sagt Leiterin Haas. Das wären dann insgesamt 1400. Knapp 900 Unterrichtsstunden wöchentlich kommen am größten Musikschulstandort im Landkreis zusammen. An den anderen Standorten in Coswig, Meißen, Riesa und Großenhain pendelt dies Zahl zwischen 200 und 300 Wochenstunden. Engpässe bei den Unterrichtsräumen kennt man nur in Radebeul.

Dort bemüht man sich schon seit Jahren um eine Lösung des Problems. Bisher vergebens. Klar ist nur, dass der derzeitige Hauptsitz an der Dürerstraße nicht mehr geeignet ist, genauso wenig das alte Standesamt. Auch das ehemalige Elektrizitätswerk wurde schon diskutiert, es müsste aber erheblich umgebaut werden und ist (noch) zu groß für die Musikschule. Dort müsste also ein zweiter Nutzer gefunden werden. Durch das Raster gefallen ist auch das Vereinshaus. Das liege in einem reinen Wohngebiet, weshalb es sicher Probleme mit den Nachbarn geben werde, wie Kristin Haas vermutet. Nicht jeder der Musikschüler trifft schließlich von Beginn an den richtigen Ton. Außerdem müsste auch dort ein Anbau her.

Chancen hat dagegen die alte Post in Radebeul-West. Dort bräuchte es zwar auch einen Anbau, was womöglich Probleme mit dem Denkmalschutz bedeutet, wie Haas sagt. Aber prinzipiell sei das Gebäude geeignet. Das Problem: Im Rathaus will man das Haus erst anfassen, wenn es Teil eines künftigen Sanierungsgebiets geworden ist. Damit ist so schnell nicht zu rechnen. Was nichts anderes bedeutet, als dass die Zeit der Provisorien für die Musikschule in Radebeul wohl noch andauern wird.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.05.2014

Uwe Hofmann

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